Aus unserem Familienleben
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Ziele, Veränderungen und das Glück

© Halfpoint - Fotolia.com

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Ich habe mich neulich mit einer sehr guten Freundin unterhalten, die gerade auf der Suche nach dem weiteren Weg für ihr Leben ist.

Ihre Bilanz lautete: Da sind eine langjährige Beziehung, eine vage Familienplanung und derselbe Arbeitsplatz seit 13 Jahren. Und sie sei unglücklich, weil sie sich zu nichts entschließen könne, weder zu einem Stellenwechsel, noch zu einem Kind, noch zum Heiraten, noch zur Trennung. Das sind nun keine einfachen Schritte und dazu würden eine gehörige Portion, Zuversicht, Stärke und Gelassenheit gehören. Das ist mir klar.

Sie spricht mit mir seit beinahe 5 Jahren vor allem auch über Kinder und hatte einmal ganz konkret gesagt, sie wolle ein Kind, bald. Da war meine Maus 1 Jahr alt und ich wechselte gerade die Arbeitsstelle und begann zu promovieren. Als ich mit dem Mäuserich schwanger war, wollte sie ganz bestimmt ein Kind, ihr Freund wollte eins, es sah alles nach konkreter Familienplanung aus. Ich freute mich für die beiden und sah uns schon bald gemeinsam auf dem Spielplatz Kaffee trinken (ja, ja ein Klischee, aber manchmal klappt es tatsächlich und dann ist es auch gemütlich). Statt dessen arbeitete ich nebenberuflich an meiner Promotion und plante meine zweite Elternzeit.

Dann berichtete sie mir von Zweifeln am Freund, am Job und überhaupt. Ich vermutete auch Panik vor dem Kinderbekommen. Das ist schon ein großer Schritt, ich weiß das. Die Zweifel am Freund vergingen wieder und der Job blieb. Sie wurde Patentante des Mäuserichs. Es kamen keine Kinder. Ich hoffte, dass es nichts medizinisches war. War es nicht. Dann fragte ich mal ganz offen nach, ob sie noch Kinder möchte oder ob sie „nur“ denkt, sie müsse welche haben (unsere Freundschaft lässt auch solche Fragen zu.) Das fände ich auch überhaupt nicht dramatisch, denn diese Entscheidung muss nun mal jeder für sich treffen und weil ich Kinder habe, müssen das andere nicht auch unbedingt. Aber sie blieb dabei, Kinder auf jeden Fall, ja. Okay, ich ließ das Thema ruhen (irgendwann nerven auch noch so wohlmeinende Nachfragen), wechselte auf meine Wunschstelle, schloss meine Promotion ab und plante inzwischen das dritte Kind.

Wir haben uns dann ein wenig aus den Augen verloren, wohl auch, weil ich mit Beruf, Promotion und Familie sehr ausgelastet war. Ein gemeinsames Treffen mit Maus und Mäuserich (immerhin ist sie seine Patentante) ging dann auch mal gehörig schief und seitdem habe ich das Gefühl, ich nerve sie mit meinem ganzen Drumherum. Und sie hat das Gefühl, ich habe keinen Platz für sie in meinem Leben. Eine fatale Situation, die wir gerade klären.

Warum ich das alles schreibe? Weil es mich beschäftigt, sehr, und ich wünschte, ich könnte helfen. Vielleicht ist es zu naiv gedacht, aber ich finde es problematisch, über Jahre hinweg in einer Situation zu verharren, die unzufrieden macht. Aus verschiedenen Ängsten heraus in seiner persönlichen Komfortzone zu bleiben, macht irgendwann unglücklich. Die Lebenslust geht verloren. Und ich rede gar nicht von dramatischen Richtungswechseln. Meistens genügt schon eine kleine Veränderung oder ein neues Projekt, um das Leben wieder zu spüren und zu genießen. Wenn man seine Wunschziele nicht alleine findet oder zu viele Ängste vor einer Veränderung hat, dann ist Unterstützung und Hilfe absolut wichtig und sinnvoll.

Das weiß ich. Ich kenne solche Situationen, denn ich stand auch schon mal vor der verzwickten Frage, was ich will. Und ich bin nun wirklich kein abenteuerlustiger Mensch. Mein Spruch in der Abiturzeitschrift damals war „Spontanität will wohl überlegt sein.“ Aber ich spürte, dass ich von meinem Leben noch etwas wollte, aber was? Ein weiteres Kind (da ging es um das zweite), trotz Familienplanung auch die Promotion, ein Stellenwechsel? Will ich nur eins davon, will ich alles zusammen, schaffe ich das und vor allem wie schaffe ich das? Meine Gedanken waren ein einziges Wirrwarr und an jedem Punkt sah ich ein „Das geht aber nicht!“ und „Das kannst Du gar nicht schaffen!“ und „Das ist eine blöde Idee!“. Das hat mich gelähmt und meinen Mann ratlos gemacht.

Irgendwann bin ich zu einem Coaching für Zielfindung und Veränderungsanalyse gegangen bei einer klugen, lebenserfahrenen und vor allem sehr kompetenten Frau. Sei hat gemeinsam mit mir entwickelt, was ich will, hat Struktur in mein Problem und meine Gedanken gebracht und mir sehr, sehr dabei geholfen, einen Fahrplan für die weiteren Ziele zu entwerfen. Ein Zeichen dafür, dass wir den richtigen Weg für mich gefunden hatten war, dass es mich glücklich gemacht hat. Ich hatte auf einmal neue Ziele und Möglichkeiten vor Augen und einen konkreten Plan an der Hand, wie sich das alles umsetzen lässt. Ob ich meine Ziele erreichen würde, stand damals in den Sternen und vielleicht würden sich meine Ziele mit der Zeit auch verändern. Aber ich gestaltete mein Leben wieder und alleine das genügte mir.

Ich habe meiner Freundin jetzt die Kontaktdaten des Coaches gegeben und hoffe, sie versteht das nicht als nervige Einmischung sondern findet ihre Möglichkeiten.

Leben heißt Handeln.“
(Albert Camus)

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