Aus unserem Familienleben, Drei Kinder
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Vollzeit oder Teilzeit, das ist hier die Frage

Jetzt in der Schwangerschaft mit dem dritten Kind werde ich doch so manches Mal gefragt, ob  ich nach der Elternzeit wieder arbeiten möchte. Ein Jahr Elternzeit wird noch verständnisvoll abgenickt, aber dass ich danach beinahe in Vollzeit wieder einsteigen möchte, wird eher reserviert kommentiert. Ich habe sogar angesichts meiner beruflichen Pläne von einem Kollegen (in leitender Position) halb im Scherz halb im Ernst zu hören bekommen: „Bei Dir möchte ich nicht Kind sein.“ Andere stellten mir ungläubig die Frage, wo denn dann die Kinder seien, während ich arbeite: „Ähm, in der Kita und in der Schule!“.

Versteht mich nicht falsch, ich lebe in einem Umfeld, wo die meisten meiner Freundinnen (und auch Freunde) mit  einem Beruf neben der Familie leben und das miteinander zu kombinieren auch selbstverständlich finden. Es gibt da die verschiedensten Lebensumstände und Arbeitszeitmodelle. Daher passiert es mir eher selten, dass meine Pläne in Frage gestellt werden. Es erwischt mich dann aber doch kalt, wenn ich ausgerechnet in meinem Arbeitsumfeld große Skepsis verspüre.

Mir stellt sich letztlich aber eher die Frage, wieviel Arbeit vertragen ich, meine Familie und meine berufliche Laufbahn. Von Karriere rede ich gar nicht, denn mir geht es nicht um eine Leitungsposition, mehr Gehalt und mehr Ansehen. Mir geht es einfach um finanzielle Unabhängigkeit, weitergehende Qualifikation und Freude an meinem Beruf. Das ist sicherlich nicht mit einer 20 Stundenwoche zu haben und mittelfristig gesehen auch nicht mit 30 Stunden pro Woche. Im öffentlichen Dienst ist es allerdings schon sehr komfortabel, was solche Überlegungen angeht, und so kann ich mir jetzt in Ruhe meine Gedanken darüber machen, wie ich mit drei Kindern wieder in den Beruf einsteigen möchte. Dass ich arbeiten werde, steht außer Frage. Vielleicht aber beginne ich zunächst mit 30 Stunden pro Woche und stocke dann nach einem halben Jahr wieder auf? Ich schätze mich schon sehr glücklich, dass mein Arbeitgeber und auch meine Lebensumstände (Mann, Großstadt, ausreichend Betreuungsmöglichkeiten)  diese Flexibilität zulassen und meine Frage nicht lauten muss: „Vollzeit oder gar nichts?“ oder noch schlimmer „Kinder oder Beruf?“.

Wie hat meine Hebamme so schön gesagt: „Man bekommt Kinder und dann geht das Leben weiter.“

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