Beruf, Das Vereinbaren vereinfachen, Highlights
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Vereinbarkeit braucht Freiräume

Ich hatte da diese Idee. Die Idee, dass ich als Working Mum mit drei Kindern und drei Kalendern, einem ausgefeilten Zeitmanagement und einem gewissen Talent zur Organisation die perfekte Balance zwischen meinem Berufs- und Familienleben finden würde.

Ich nahm an, mit Fleiß, Disziplin und gekonntem Multitasking könnte ich Meetings, kreative Geburtstagstorten, spannende Kinderpartys und besinnliche Paarzeiten locker unter einen Hut bringen. Schließlich hatte ich ideale Rahmenbedingungen für das bisschen Vereinbarkeit: Mein Mann und ich teilten alle Verpflichtungen 50/50, mein Arbeitgeber war flexibel, die Kinder waren selten krank, seit 2 Jahren lebte auch die Oma in der Nähe.

Vor allem jedoch war ich zielstrebig, effizient und schnell.

Wenn sich so ein Tag dann doch mal voll und chaotisch anfühlte, wurschtelte ich mich schon irgendwie hindurch.

Dass ich immer öfter einfach nur noch weg wollte und von einem abgedunkelten Raum mit einem knisternden Grammophon in Amsterdam träumte;

oder mir wünschte, ich säße an einer Steilküste in der Bretagne und schriebe etwas per Hand in ein leeres Buch aus handgeschöpftem Papier, ganz langsam, ganz allein, unerreichbar, nur ich und das Rauschen des Meeres;

oder dass ich mir vorstellte, faul herumzusitzen an Plätzen, die ich liebte (das Foyer im Kindertheater, die Eingangshalle im Hamburger Rathaus, eine Bank am Altonaer Balkon, die Leseecke in der Buchhandlung, mein Lieblingscafé, der Jenischpark, der blaue Sessel im Wohnzimmer);

oder dass ich begann Listen zu schreiben. Listen mit Büchern, die ich in einem Rutsch ungestört lesen wollte; mit Filmen, die ich einmal ohne Pause sehen wollte, es sei denn ich hole mir Chips-Nachschub;  mit Orten, die ich allein – na gut, allenfalls noch mit dem Mäusepapa- endlich mal bereisen wollte; und mit Zitaten, die alle etwas mit unausgesprochenen Wahrheiten und einem Neuanfang zu tun hatten.

Das alles schob ich mit dem Gedanken beiseite, dass es anderen Eltern auch nicht anders geht. Und durch so manche anspruchsvolle Zeit hindurch, helfen einem dann auch wohlmeinende Eltern-Mantras.

Es ist alles nur eine Phase! oder Genieße es, die Zeit ist so schnell vorbei!

Aber ganz ehrlich? Ich fand nicht alle Momente wirklich genießbar.

Doch es gab ja immer noch diese gemeinsamen Glücksmomente. Zum Beispiel als das Meerjungfrauenkostüm der Maus endlich das richtige Blau hatte, als die Geburtstagskarte des Mäuserich sogar singen konnte, als die Minimaus sich nicht anziehen lassen wollte, aber das erste Mal ganz klar nein, diese Hose sagte, als ich mit der schlechtesten Pfanne aller Zeiten nach 6 Fehlversuchen das perfekte Spiegelei briet und wir zu fünft in Jubel ausbrachen. So etwas trug mich als Mama, das gab mir frische Luft zum Atmen und das zeigte mir, warum ich von Herzen gerne Mama war.


Die große Erschöpfung

Die Idee von der perfekten Vereinbarkeit hatte ich -mit einigen Höhen und Tiefen- ganze 8 Jahre, 6 Monate, 4 Wochen und 5 Tage lang.

An Tag 6 saß ich bei der Hausärztin meines Vertrauens. Neuerdings hatte ich diese wiederkehrenden Magenschmerzen, ich litt unter  Konzentrationsschwierigkeiten, schlief nachts nicht mehr durch (obwohl sich meine Kinder immer seltener vor 7.00 Uhr meldeten), fühlte immer mal wieder so eine gewisse Niedergeschlagenheit und hegte eben jene Fluchtgedanken, gegen die ich auch mit dem Listenschreiben nicht mehr ankam (Bücher, altes Grammophon, Steilküste, und so…).

Wahrscheinlich die Hormone oder doch nur ein Virus?

Meine Ärztin sah mich zweifelnd an und stellte mir eine ganz simple Frage: Wie geht es Ihnen denn mit ihrem Familienleben? Das brachte mich zum Weinen und leider hörte das für eine ganze Weile nicht mehr auf. Sie reichte mir ein Taschentuch und meinte knapp: Ich sehe es schon.

In der Folgezeit schlief ich auf ärztlichen Rat hin sehr viel, saß so oft wie möglich auf dem Balkon, starrte ins Grüne, ging spazieren, kümmerte mich nur noch um das Nötigste im Haushalt und dachte nach. Ich dachte sehr lange nach. Ich versuchte, mir darüber klar zu werden, was mich bis an diesen verheulten Punkt gebracht hatte, der nichts anderes war als riesengroße Erschöpfung.

Das Fehlen von Energie.

Die Abwesenheit von Leichtigkeit.


Auch Glücksschweine werden müde

Wie konnte das sein? Wie konnte es sein, dass ich mich trotz all der guten Rahmenbedingungen gerade selbst nicht wieder fand und dass ich mich von dem Muttersein so bedrängt fühlte?

Eigentlich war ich doch glücklich. Sandkasten / Sandform / Herz Ich wollte gar nicht alles umkrempeln. Ich sehnte mich immer noch nach klebrigen Kinderhänden, nach den verregneten Nachmittagen mit Kinderbüchern und Schalen voller Schokomüsli neben uns auf dem Teppich, nach den vielen ersten Malen, und den zweiten Malen und auch nach der Routine, die uns wie eine warme Decke einhüllte. Quatsch machen, schwierige Fragen beantworten, die Welt erkunden und dann wieder nichts aber auch gar nichts wichtiger finden als Klebestreifen, Eis und Stickys. Nein, ich bedauerte nicht, meine Kinder bekommen zu haben.

Ich staunte immer noch über meine beiden Mädchen und über meinen Jungen. Wie schön sie sind, jeder für sich und alle drei zusammen. Wie sie sich zueinander freuen und wie liebevoll sie miteinander sind. Manchmal gibt es ganz viele Küsse, noch einen und noch einen und dann noch einen allerallerletzten.

Oh ja, ich hatte das Gefühl ein Glücksschwein zu sein, mit diesen Kindern und mit dem Mann, mit dem ich sie bekommen hatte.

In den letzten Monaten war ich allerdings immer irgendwie in Alarmbereitschaft, auch dann, wenn eigentlich gar nichts Dramatisches passierte. Und ja, ich wollte mich nur noch in kuschelig wollene Strickjacken einmummeln, Tee trinken und alleine sein. Es war unübersehbar: Ich war noch müder als sonst. Müde von den letzten Wochen, Monaten, Jahren. Und dadurch war ich auch beinahe schon nicht mehr glücklich. Ich konnte nicht mehr richtig sehen, was alles da ist. Wie viel doch eigentlich da ist. Ich fühlte es nicht mehr.


Veränderung braucht Zeit

Seit dem Termin bei meiner Hausärztin ist mir eines klar geworden: Ich brauchte dringend Zeit für mich und ich brauchte neue Glaubenssätze. Die Idee, dass sich der Familienalltag so richtig gut anfühlen durfte, ließ mich nicht mehr los. Ich wollte es entspannter.

So mehr lebenslieb, traumvoll, kinderwarm, mamafrei, herzwertig, icherfüllt.

Einfach frohwach.

Oder doch besser von jedem ein bisschen.

Ausbalanciert eben.

 

Das Vereinbaren vereinfachen

Ich bin keine andere geworden und nein, ich habe nicht aufgehört zu arbeiten. Ich bin nicht um die Welt gereist, habe meine drei Kinder nicht zur Adoption freigegeben und vor allem habe ich nicht aufgehört zu träumen.

Ich habe schlichtweg begonnen, mir meinen eigenen Weg zu suchen.

Ein Teil der Lösung ist es für mich, die Frau und Mutter zu sein, die ich eben bin. Das bedeutet, ich erlaube mir, ich selbst zu sein. Ich will mich nicht mehr selbst optimieren. Ich will weniger tun und mehr sein:

Mit Strickjackentagen,
ohne Bastelambitionen (allenfalls vor Weihnachten),
selten mit einem selbstgebackenem Kuchen zur Kaffeezeit,
dafür mit vollem Mutterherzen,
immer noch ein wenig grün hinter den Ohren,
fast ausgeschlafen,
beinahe so richtig geduldig,
immer auch ein wenig leergekuschelt und
mit meinem ausgeprägten Bedürfnis nach Zeit für mich selbst.

Deshalb habe ich jetzt auch nur noch einen einzigen Kalender,
verabrede keine Termine mehr, die sich nicht nach Spaß oder wenigstens passend anfühlen,
beschränke mich auf 5 Grundregeln des Mutterseins,
lasse praktische Unterstützung in allen Lebenslagen zu und
verstoße ganz bewusst gegen meine inneren Glaubenssätze,
um mich endlich gut um mich selbst kümmern zu können.

 

Langsamer geht es schneller

Vereinbarkeit braucht Pausen und Freiräume, kein strafferes Zeitmanagement.

Meine Antwort auf die Frage, wie ich alles unter einen Hut bekomme klingt so einfach. Der Weg dahin war es nicht, denn das ist mir nicht von heute auf morgen eingefallen. Mir fiel es irre schwer, mich von eingefahrenen Verhaltens- und Denkmustern zu verabschieden. Ich habe ein Jahr dafür gebraucht. Und dieses eine Jahr hatte es in sich. Es war anstrengend, chaotisch, langsam, schnell, schlaflos, innig, tränenverklebt,  glücksverschmiert.

Ich begann zu lesen, zu recherchieren, zu fragen. Ich sammelte Informationen, Zitate und schlaue Gedanken. Ich habe geweint, ab und zu auch gelacht, alles in Frage gestellt, mich alleine gefühlt, mich auch mal dafür nicht leiden können, dass ich so bin wie ich bin, und manches Mal habe ich sogar meinen Mann verrückt gemacht. Ne, es war nicht gerade einfach in dieser Zeit. Mehr so das Gefühl alles ist gut- nichts ist gut, beides gleichzeitig. Und nicht alles, was ich ausprobierte, um mich wieder gut zu fühlen,  führte mich zum gewünschten Ziel. Sinnvoll war aber, dass ich mir für meine ersten Schritte zur Veränderung Hilfe gesucht habe. Und dass ich mir die Zeit gelassen habe, die so etwas eben braucht.

Die wichtigsten Lehren, die ich aus diesem Jahr gezogen habe, lassen sich auf drei schlichte Wahrheiten reduzieren:

Die Frage nach der Vereinbarkeit gibt uns allen das Gefühl, nichts richtig zu machen. 

Es ist unser eigener Perfektionismus, der uns glauben lässt, die richtige Balance  zwischen Familie und Beruf sei das Ergebnis unseres Fleißes und der richtigen Rahmenbedingungen.

In Wirklichkeit ist es ein stetiges Ausbalancieren der Gegebenheiten, ein Entwicklungsprozess und die Chance, sich selbst kennen zu lernen.

 

Wie geht es dir?

Wenn du gerade an dem selben Punkt stehst und dich fragst, was du wohl alles nicht oder sogar falsch machst, warum sich dein Familienalltag oft so schwer anfühlt, warum du dich zwischen all deinen Aufgaben zerrissen fühlst, warum du es nicht schaffst, deine Träume, Wünsche und Projekte miteinander zu vereinbaren und warum es Mütter gibt, bei denen scheinbar alles so viel leichter ist, dann kann ich dich beruhigen.

Es gibt eine Hand voll Mütter, die Energie für drei haben und bei denen es nicht nur leicht aussieht sondern denen tatsächlich nicht klar ist, worüber alle jammern. Ich selbst kenne zwei dieser Frauen und musste mich daran gewöhnen, dass ich eben nicht so bin.

Viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass die gelassenen Mütter bereits um die Mythen der Vereinbarkeit wissen, dass sie sich nicht (mehr) viel aus den Erwartungen an eine gute Mutter machen und dass sie ihre Prioritäten ganz klar gesetzt haben.

Ich weiß, das auch diese Mütter ihren Weg erst finden mussten, dass sie sich inzwischen selbst gut kennen und dass sie sich das Vereinbaren vereinfachen, in dem sie sich auf das konzentrieren, was ihnen am wichtigsten ist.

 

Noch mehr zum Thema

In den kommenden Wochen werde ich mehr darüber schreiben. Ich habe einen Mehrteiler daraus gemacht, denn es passt gar nicht alles in einen einzigen Beitrag. Ich werde dir zum Beispiel vom BLING-Prinzip (meine allgemeine Strategie für Veränderungen) berichten und davon, wie es mich vorwärts gebracht hat. Ich werde auch über die 5 Mythen der Vereinbarkeit schreiben, dir meine Grundsätze zum Mamasein und den Inhalt anderer schräger Listen verraten, dir zeigen wie du entspannt mehr erreichst und dir erklären, warum du in kleinen Schritten deinem Ziel viel schneller näher kommst.

Schau gerne wieder bei mir vorbei und hole dir einen neuen Blickwinkel, praktische Ratschläge und immer wieder eine Aufgabe an Dich ab, um in Deinem Leben etwas zu bewegen.

Schreib mir, vor welcher konkreten Herausforderung und Fragestellung du gerade stehst oder wie du es geschafft hast, dein Leben auszubalancieren? Ich freue mich!

Und wenn Du schon jetzt mehr wissen möchtest, lies hier weiter:
*Das Happiness – Projekt von Gretchen Rubin. In ihrem Glücksprojekt geht es um verschiedene Bereiche des Lebens und nicht zielgerichtet um Vereinbarkeit. Mir hat es dennoch dabei geholfen, mich selbst besser kennen zu lernen und meine Prioritäten zu bestimmen.
*Mindfuck von Petra Bock. Die Autorin erklärt treffend und augenöffnend, wie uns unsere eigenen versteckten Glaubenssätze – die sogenannten hidden beliefs– sabotieren.
*Das passende Leben von Remo Largo. In seinem Buch geht es um die eher wissenschaftliche aber deshalb nicht weniger spannende Frage, welche besondere Rolle unsere Individualität in einem passenden Leben spielt, was sie ausmacht und welche Grundbedürfnisse uns formen.
*Noch mehr Blog-Beiträge von mir zum Thema Vereinbarkeit findest du hier: Die beste Mama, die ich sein kannVereinbarkeit ist mehr als Teilzeit und KiTa-Platz; Innere Regeln.

9 Kommentare

  1. Gabbo sagt

    Toller Text, ich kann alles so gut nachvollziehen, obwohl ich nur 50% arbeite und (fast) alle Nachmittage zuhause bei den Kindern bin. Natürlich liebe ich meine Kinder und bin froh, sie zu haben, aber war das nun alles mit dem Job? etc. pp
    Jedenfalls freue ich mich jetzt schon auf deine neuen Texte und Gedanken. Liebe Grüße nach Hamburg!

    • Manuela sagt

      Hallo liebe Gabbo, ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es ganz egal ist, ob man 75% oder 50% oder noch weniger arbeitet. Man kann sich trotzdem immens (über)fordern und Erwartungen an sich selbst aufbauen, die es einem immer noch unmöglich machen, seine Mutterrolle mit dem Beruf oder den eigenen Interessen zu vereinbaren. Ich habe auch eine Zeit lang 50% gearbeitet, war vorher bei jedem Kind ein Jahr in Elternzeit und habe sogar mal Vollzeit gearbeitet. Mir ging es merkwürdigerweise am Besten als ich Vollzeit gearbeitet und auch noch promoviert habe. Okay, das möchte ich jetzt auch nicht noch einmal so machen müssen, aber mir ist erst jetzt klar geworden, dass ich zu der Zeit alles weg gelassen hatte, was mir unwichtig erschien und dass ich mich gar nicht erst mit dem Gedanken belastet hatte, meinen Kindern könnte etwas fehlen, wenn ich nicht auch noch bastele oder Kuchen backe. Ich war damals ganz bei mir selbst und habe mich schon aus Zeitgründen zu nichts gezwungen, was nicht wirklich zu mir passte. Und dadurch hatte ich viel mehr Energie und war wesentlich entspannter. 🙂

  2. Hallo Manuela,
    zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner neuen Seite, gefällt mir richtig gut 👍🏻
    Ich freue mich wirklich sehr, dass du wieder in dir ruhst! Du hast vollkommen Recht damit, dass es kein leichter Prozess ist, seine ganz persönliche Vereinbarkeit zu finden, erst recht nicht, wenn eigene Denkmuster einen zusätzlich ausbremsen.
    Und was diese „Super“-Mamas angeht: sie haben 100% pro auch Glaubenssätze, nämlich, dass du immer stark sein musst 😉 Da zeigt man keine Schwäche, niemals! Wenn überhaupt, dann in einem heimlichen Moment unter der Dusche, wenn keiner zuschaut… Wir haben das Recht auf Verletzlichkeit und Schwäche. Zu dumm nur, dass die Gesellschaft da anderer Meinung ist.

    Ich wünsche dir weiterhin einen spannenden Weg.
    Und wer weiß, vielleicht kommt dein Schriftsteller-Dasein schneller als du denkst! 😉

    Ganz liebe Grüße,
    Ewa

    • Manuela sagt

      Liebe Ewa, ich danke Dir für Deine lieben Worte. Mir geht es viel, viel besser, seitdem ich akzeptieren kann, dass ich so bin wie ich bin und dass ich eben auch Dinge gerne mache, die andere nicht gerne tun würden oder anders herum gesagt, dass ich so manche „Mütterdinge“ einfach nicht gerne tue. Seitdem ich mich von dem Gedanken befreit habe, meinen Kindern würde dabei etwas fehlen, läuft alles wesentlich besser. 🙂 LG, Manuela

  3. „Vereinbarkeit braucht Pausen und Freiräume, kein strafferes Zeitmanagement.“ Danke für diesen Satz, Manuela. Er fasst alles zusammen. Und ich kann ihn aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich sage mittlerweile regelmäßig Termine ab oder mache sie erst gar nicht, wenn sich die Woche zu voll anfühlt. Ich entdecke, dass ich es wieder genießen kann, Musik zu hören. Ich schiebe manchmal morgens gemütlich Einkaufswagen durch menschenleere Drogeriemärkte und kaufe ganz in Ruhe ein. Und ich bin immer öfter glücklich darüber, dass ich noch Zeit habe. Zeit nichts zu tun, Zeit zu sein, Zeit, nicht zu denken und nur zu schauen. Das lädt meine Batterien gaaaanz langsam wieder auf. Und ich bekomme wieder ein Gefühl dafür, wie schön das Leben ist. Das war mir in meiner Schlaflosigkeit und im Gehetze des Alltags fast ganz abhanden gekommen.

    • Manuela sagt

      Hallo, da hattest Du ja schon das richtige Gefühl. Ich habe erst für mich lernen müssen, dass meine Kraft und Energie nachlässt, wenn ich mein Bedürfnis nach Pausen und Freiräume ignoriere. Ich schaffe sogar mehr, wenn ich weniger angestrengt bin und mich selbst nicht fortwährend anfeuere. 🙂 LG, Manuela

  4. Jenna sagt

    Toller Text, vielen Dank. Noch gestern, als ich mit den Kindern um halb drei zu Hause war, die Elternversammlung für drei Uhr in den Startlöchern stand, ich noch schnell was essen wollte, habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich unbedingt zu dieser Versammlung muss. Und ja, es ist mein eigener Anspruch, ich möchte zeigen, dass ich mich als Mutter für die Einrichtung, in der eins meiner Kinder untergebracht ist, interessiere. Möchte wissen, wie die Ferienbetreuung ist und warum der Koch gewechselt hat. Und ich möchte nicht die dreiviertel Eltern sein, die sich nicht bei diesen Versammlung blicken lässt (aus welchen Gründen auch immer).
    Ich bin bei all den Terminen mit drei Kindern und einer 35-Std. Stelle (die mir übrigens sehr viel Spaß macht), dem Haushalt und und und auch oft abends richtig erledigt. Aber ich weiß mittlerweile zum Glück ganz genau, wann ich mal wieder zurückfahren muss. Dann sitze ich auf dem Sofa auf der Terrasse mit einer riesigen Tasse Cappuccino, einer Tüte Schokokeksen und lese meine Lieblingszeitschrift. Ich habe dann kein schlechtes Gewissen mehr, wenn die Wäsche sich vor der Maschine stapelt, der Mann beim Einkaufen mit den Kindern vielleicht gerade Schweißränder unter dem T-Shirt bekommt und die Nachbarin Top gestylt zum Yoga mit dem Fahrrad fährt.
    Das konnte ich nicht immer so, aber so liebe ich es. Ein schönes Wochenende:)

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