Alle Artikel mit dem Schlagwort: Elternschaft

Mythen erschweren das Balancieren

Vor einem Jahr genau fing es bei mir an mit dem Unglaublichmüdesein. Ich fühlte mich ganz schön abgeschrabbelt vom Mamasein. Wahrscheinlich auch vom alles andere sein, aber am meisten vom Mamasein. Es ist fast immer das Mamasein, denn meinen Beruf, den habe ich mir lange vor den Kindern ausgesucht, und alles andere war ich vorher auch schon.  Aber das Mamasein in Kombination mit dem Juristinsein, Frausein, Freundinsein, Immerdasein, Niealleinesein, Verlässlichsein, Verantwortlichsein, Ichsein, Wirsein hat so manches Energieleck in mir hinterlassen. Und ich habe nicht früh genug damit begonnen, es wieder zu schließen. Plötzlich war der Akku leer. Ganz leer.

Wir haben es getan…

… und sind ein Wochenende lang ohne Kinder verreist. Wir waren in Kopenhagen, bei allerbestem Regenwetter und mit einer ungemütlichen Erkältung im Gepäck. Aber das war uns egal, denn wir haben es geschafft. Wir haben ein verlängertes Wochenende ohne Kinder erlebt. An unserem 10. Hochzeitstag. Juchhu!!! Und dabei kein bisschen, nur ein wenig, na gut – nur ab und zu über die Kinder geredet. Was soll ich sagen? Es war schön. Das Hotel war „very nice“. Das Frühstück war ein Traum und das Wetter hielt sich hartnäckig mit Dauerregen und dichter Wolkendecke. Was soll´s? Endlich mal allein. Wir sind mit unseren Regenschirmen durch die Stadt gebummelt, haben die hübschen „Designbutikker“ durchstöbert und einmal den Tivoli umrundet. Wir  waren Kaffee trinken, mehr als einmal in Ruhe essen und ganz viel spazieren. Sogar die kleine Meerjungfrau habe ich mir zusammen mit 20 anderen Touristen bei einsetzendem Sprühregen mit schnellem Übergang zum kräftigen Schauer angesehen und wurde durch Zufall auch noch Zeugin einer Wachablösung vor Amalienborg. Ansonsten haben wir uns ausgeschlafen, spät gefrühstückt, uns mit einem Buch am späten Nachmittag ins Bett gekuschelt und uns über die Stille gefreut. Bei …

Martamam mit Minimaus

Mit Mama allein zu Hause

  Ich war mit der Minimaus für drei Tage alleine zu Hause. Das heißt, sie war in der Kita und ich im Büro, aber vorher und nachher waren wir zu zweit. Bei uns sind gerade Frühjahrsferien und  der Mäusepapa ist mit Maus und Mäuserich für ein paar Tage zur Uroma aufs Land gefahren. Schneeglöckchen und Krokusse im Garten bewundern, viel zu viele Süßigkeiten essen und Spaziergänge auf Feld und Wiesen unternehmen. Ich glaube, die Minimaus fand es okay, Mama für sich zu haben, auch wenn sie das allabendliche Spaßprogramm von Maus und Mäuserich und das  in der ganzen Wohnung verteilte Spielzeug vermisst haben wird (gesagt hat sie nichts -kleiner Scherz). Ich habe das ganz gewiss nicht vermisst, jedenfalls noch nicht. Im Gegenteil, ich bin so erholt wie schon lange nicht mehr. Minimaus und ich sind ganz prima zurecht gekommen und die Wohnung blieb tagelang überraschend aufgeräumt. Ich kann gar nicht mehr verstehen, warum ich mit einem Kind damals so gestresst war. (Oh, wie gemein von mir. Ich meine das auch nicht wirklich ernst. Natürlich weiß ich noch ganz genau, wie sich die Zeit nach der Geburt der Maus für mich anfühlte und …

Kuchenteller nostalgisch

J´adore cette baguette

  Nach der Lektüre des wundervollen Buches von Pamela Druckerman „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“  kann ich thematisch aus dem Vollen schöpfen. Es gibt eine Menge Denkanstöße darin. In einem der Kapitel berichtet die Autorin, dass sie an einem gemeinsamen Wochenende bei einer Freundin beobachtet habe, wie diese sich bei ihrem Mann für das Einkaufen des Frühstücksbaguettes mit den Worten bedankt:  „J´adore cette Baguette“ (Ich liebe dieses Baguette).

Stilllesungen

Eltern kennen keine Work-Life-Balance. Dies ist eine der Kernaussagen des Buches von Felicitas Richter, das ich kürzlich gelesen habe. Eltern hilft es nicht, sich mit Zeitmanagement und Prioritätenlisten zu befassen, denn Eltern sind die bestorganisiertesten Arbeitnehmer überhaupt. Eltern meistern viele verschiedene Aufgaben tagtäglich in genau festgelegten Zeitfenstern, halten sich an Vorgaben und erledigen auch noch jede Menge unvorhergesehene Zusatzaufgaben. Sie brauchen all das nicht noch effektiver, disziplinierter oder kleinteiliger zu gestalten. Eltern haben all das schon versucht. Sie haben ausgefeilte Pläne für das operative Geschäft (Alltagskram) und viele Methoden zur Effizienzsteigerung geradezu erfunden. Trotzdem fehlt es Ihnen an Zeit, an Freiheit und an Unterstützung. Sie fühlen sich gehetzt und ausgelaugt. Felicitas Richter legt das alles zutreffend offen, erklärt, warum die herkömmlichen Managementmethoden zu Hause nicht helfen und zeigt, wie man sich die nötigen Auszeiten und Atempausen im Familienalltag verschaffen kann. Sie ist Eltern-Coach und Mutter von 4 Kindern. Ihre Methode heißt „Simple Present“ und meint nichts anderes als sich seiner jeweiligen Situation bewusst zu sein und möglichst nicht mehrere Dinge gleichzeitig (halbherzig) zu tun. Mehr Gelassenheit, mehr Selbstbestimmung …

Beste Freundin gesucht

Meine beste Freundin ist mir verloren gegangen. Es ist so schleichend passiert. Wir haben uns weder gestritten noch sind wir uns irgendwie böse. Wir sehen uns einfach nur noch sehr selten und finden gerade keine gemeinsamen Themen. Sie ist seit längerem auch die Patentante des Mäuserichs, aber das weiß er gar nicht. Die Minimaus hat sie noch nie gesehen. Zu ihrer Tauffeier kann sie nicht kommen. Sie hatte immer viel Verständnis für meine Elternthemen, dennoch schlich sich diese Distanz ein. Irgendwo zwischen dem zweiten und dritten Kind haben wir uns verloren und kaum noch Zeit miteinander verbracht. Wir trafen uns manchmal ohne Kinder und gleichzeitig habe ich versucht, sie in mein Familienleben einzubeziehen. Kaffee auf dem Spielplatz, Pizza bei mir auf dem Sofa oder auch Spaziergänge mit Coffee to go und Buggy. Das war jedoch alles nicht so das Wahre für uns, denn Spielplätze sind für Nichteltern irgendwie befremdlich, der Beginn des gemeinsamen Pizzaabends ließ sich nicht auf die Minute planen (erst mussten die Mäuse einschlafen) und lange Spaziergänge auf Büropumps tun weh. Unsere Treffen …

„Z“ nochmal

Ich habe es wieder getan, weil ich es das letzte Mal einfach klasse fand. Ich habe mir über das Projekt „Z“, das jetzt „Zalon“ heißt, von Zalando noch einmal ein paar Outfits schicken lassen. Die Taufe unserer Minimaus rückt näher und ich wollte dafür etwas anderes als mein Kleiderschrank hergibt. Deshalb nochmal eine freundliche Beratung. Dieses Mal von Ariel und unter den Prämissen feierlich, sommerlich, büro- und stilltauglich. Nach 3 Tagen kamen dann 4 wunderbare Outfits von Zalando bei mir an. Das Paket war wieder liebevoll zusammen gestellt. Es macht schon Freude, wenn es im Flur nur so da steht. Hätte Minimaus nicht „gemeckert“, hätte ich mir den Karton und die sorgsam mit Schleifen versehenen Kleiderbündel vorerst nur angesehen. Nun musste ich das etwas schneller genießen. Leider passte mir nicht alles und einiges davon traf nicht ganz meinen Geschmack. Ich habe dieses Mal also vieles wieder zurück geschickt. Dennoch sind ein Lieblingsoutfit sowie jede Menge Inspiration zum Aus- und Anprobieren dabei herausgekommen. Meine Nachbestellung ist schon auf dem Weg und ich freue mich darauf. Wer …

Muttertagsschreibe

Ob der Muttertag daran schuld war -auf den ich offen gestanden allergisch reagiere- oder ob ich das nur nicht so richtig verstanden habe? Ich weiß es nicht. Als ich den Artikel in der FAZ am Sonntag vom 10.5.2015 las, wurde jedenfalls mein Morgenkaffee kalt. Gerade hatte ich abends noch das Kapitel zum „Guten Gewissen“ im Buch „Vive la famille“ von Annika Joeres gelesen, indem es darum ging, auch als Mutter unbekümmerter für sich zu sorgen, Betreuungsangebote für die Kinder leichten Herzens anzunehmen und sein bisheriges Leben auch mit Kindern ohne schlechtes Gewissen zumindest teilweise fortsetzen zu können und dann das: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung lobt nur Mütter, die bei Kind und Haushalt zu Hause bleiben. Oder wie soll ich das verstehen? Der Beitrag von Redakteurin Anke Schipp schildert das Beispiel einer Akademikerin und Vierfachmutter, die zu Gunsten der Kinder letztlich aus ihrem Beruf ausgestiegen ist. Die Autorin geht ein wenig darauf ein, was es bedeutet, neben dem Beruf auch noch Kinder groß zu ziehen und dass manche Mütter das gut schaffen würden. Was irgendwie schon wieder lustig …

Happy Birthday zum Halbjahresgeburtstag

Liebe kleine Minimaus. Was gibt es schöneres als am Welttag des Buches 6 Monate alt zu werden? 6 Monate…so lange bist Du nun bei uns auf der Welt. Die Zeit verging schnell und langsam zugleich. Du bist ein freundliches Baby, neugierig, lustig und kuschelig. Du lachst und „erzählst“ viel und am liebsten guckst Du Deinen Geschwistern beim Spielen und Streiten zu. Am meisten faszinieren Dich noch Gesichter, Laute und Deine Kuscheldecke. Letztere untersuchst Du gerade eingehend mit Händchen und Mund. Brei ist noch nicht so Deine Sache, dafür klappte das Stillen von Anfang an ganz prima. Ich habe es auch nicht gar so eilig damit, dass Du groß wirst. Das mit dem Brei wird schon bald klappen und alles andere genießen wir in Ruhe. Du hast definitiv noch gefehlt und ohne Dich kann ich es mir nicht mehr vorstellen. Wir lieben Dich, süße Minimaus, und finden Dich allesamt sehr niedlich (so der Mäuserich). Zur Feier des Tages gibt es Dein erstes richtiges Buch. Es wird „Der Hase mit der roten Nase“ von Helme Heine. „Es …

Was Mama will…

Es gibt immer mal wieder Themen, über die ich zu schreiben beginne und es dann doch nicht zum Ende bringe, deren Entwürfe hängen bleiben und die mich trotzdem weiter beschäftigen. Eines dieser Themen ist: Was will ich noch vom Leben? Eine Freundin, ebenfalls mit ihrem Baby in der Elternzeit, hat sich selbst gestern wieder danach gefragt und auch mich zum Nachdenken gebracht. Genau. Was will ich denn noch so? Das teilt sich für mich in viele, viele Fragen auf: Wohin will ich beruflich? Wie will ich mit meiner Familie leben? Gibt es Pläne, die umzusetzen mir noch wichtig ist? Sind da noch Türen, durch die ich gehen will? Welche Vorhaben sollte ich möglichst bald beginnen? Läuft mir die Zeit für etwas Wichtiges gerade weg? Schwierige Fragen, denn mit dem voll gepackten Alltag habe ich schnell das Gefühl, es passt nichts mehr hinein, es ist genug zu tun und es bleibt keine Kraft und Zeit mehr für etwas anderes. Es hat aber mal mehr hinein gepasst. Eine Promotion hat hinein gepasst und ich hatte nicht das Gefühl, dass das …