Alle Artikel mit dem Schlagwort: drittes Kind

Slow und Flow

Ich bin im Jahr 2016 angekommen. Das schrieb ich ja gestern schon. Zum Jahreswechsel setzen bei mir automatisch Tendenzen zu Rückblicken, Vorblicken und Einblicken ein. Genauso wie übrigens an Geburtstagen, Hochzeitstagen und besinnlichen Schlechtwettertagen. Da kommen mir regelmäßig die übergeordneten Fragen in den Sinn. Was will ich, kann ich, soll ich in diesem Monat, in diesem Jahr, in diesem Leben noch so erreichen? Wer mich ein wenig besser kennt weiß, dass ich irgendwie immer ein Projekt benötige; ein Vorhaben, das mich ausfüllt; ein Plan, der mich mit Sinn erfüllt. Irgendetwas muss es doch neben den routiniert abzuarbeitenden und viel zu oft auch fremdbestimmten Alltagsaufgaben geben, sonst fühle ich mich schnell leer oder unterfordert und werde launisch, mache dann meine Arbeit schlechter und bin auch ansonsten keine leichte Kost mehr. Dumm nur, dass mir für die ganz großen Pläne gerade die Zeit, die Energie und auch der Kopf fehlen. Ich langweile mich zwar streckenweise beim Türmchen bauen oder Windeln wechseln und auch mit meinem aktuellen Job habe ich mir nicht die wirklichen Herausforderungen geschaffen. Aber irgendwie habe ich …

Persönliches und Versöhnliches

Ich bin gerade in so einer Stimmung….deshalb schreibe ich das jetzt mal auf. Nehmt mich aber bitte nicht allzu ernst, denn meine Gereiztheit ist sicher bald wieder verflogen. Für den Moment aber dies: Auf manche Dinge ist man auch beim dritten Kind nicht besser vorbereitet und manches kann man inzwischen nicht mehr hören. Ich selbst kann zB die Frage nicht mehr hören, ob das Kind beim Stillen auch genug bekommt. Oder ob es nicht besser wäre, schon immer mal Eis, Kuchen, Sahne oder wahlweise Kekse zuzufüttern (kein Scherz, wurde alles schon angeboten). Auch erkenne ich beim dritten Kind immer noch keine Fortschritte meines unmittelbaren Umfelds bei der Frage nach dem Tragen. Zum einen wird vermutet, dass das Kind nur deshalb gerade fremdelt, weil es von mir ausschließlich getragen wird (ich finde das einfach praktisch und laut Entwicklungskalender fremdelt in diesem Alter nahezu jedes Kind) und zum anderen isst es immer noch nicht ausreichende Breimengen, weil ich das mental gar nicht wirklich wollen würde. Nunja, bei letzterem bin ich tatsächlich entspannt, aber es wird mehr und immerhin …

Mamasein ist eine Lebensweise…

Ich gebe es zu, ich wollte nicht so früh Mutter und schon gar nicht mehrfache Mutter sein. Oh ja, 33 fand ich vor 7 Jahren noch früh und 3 Kinder wahnsinnig viel. Ich wollte warten und sehen, ob ich irgendwann meine biologische Uhr ticken höre und dieser unbändige, absolute Kinderwunsch noch kommt. Er kam nicht. Aber der Mäusepapa sah seine Zeit ablaufen, denn er ist 8 Jahre älter als ich und wollte kein später Vater sein. Ich musste ihn tatsächlich erst darauf hinweisen, dass er das mit 41 schon damals längst war. Heute bin ich doch ganz froh über die daraufhin getroffene Entscheidung, nicht länger zu warten. Ich bin nämlich – für mich selbst sehr überraschend – gerne Mama. Okay, nicht von Anfang an, nicht immer und nicht ausnahmslos. Aber dazu weiter unten, denn erst einmal zu den positiven Seiten, die ich daran mag: 1. Ich mag dieses kuschelige Halten, Tragen und Wiegen. Ich mag diese kleinen patschigen Kinderhände und die Nähe, die gerade ganz kleine Kinder noch einfordern. Ich halte gerne Händchen beim Einschlafen. 2. …

Mit drei Kindern ist man kinderreich…

…na gut, das stimmt nicht ganz. Erst ab vier Kindern wird der Begriff kinderreich (nicht einheitlich definiert laut Wikipedia) verwendet. Mit drei Kindern sind wir eine sogenannte Mehrkindfamilie im Unterschied zu einer Kleinfamilie…Nach dem Verband kinderreicher Familien e.V. in Deutschland gelten wir aber auch mit drei Kindern schon als kinderreich. Ich habe in unserer Entscheidungsphase für oder gegen ein drittes Kind viel, sehr viel zum Thema gelesen. Mich hat dabei auch besonders interessiert, wie diese Entscheidung in anderen Familien getroffen wurde. Besonders in einer Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung fand ich heraus, dass die Gründe für ein drittes Kind oft rein emotional seien, wohingegen die Gründe dagegen eher rationaler Art seien. Die Entscheidungen für erste und zweite Kinder werde wiederum eher planvoll, ganz bewusst getroffen, wobei beim ersten Kind natürlich die Weichenstellung erfolge, ob man überhaupt Kinder wolle. Bei der Entscheidung für dritte Kinder spielten hingegen viel mehr der Zufall (keine bewusste Planung durch die Paare) sowie die persönlichen und materiallen Lebensumstände eine wesentliche Rolle und wie die Geschwisterkonstellationen in den Herkunftsfamilien sind. Zudem …

Ich möchte gerne etwas an die Wand werfen…

…oder ganz furchtbar gerne jemanden verprügeln. Natürlich nur bildlich gesprochen, aber ich bin gerade ein wandelnder Wutzwerg. Wer hat hier behauptet, beim dritten Kind würde einem die Babyzeit leichter fallen? Das war wohl ich selbst oder ich habe es mir zumindest eingeredet und der Mäusepapa hat das heute morgen auch nochmal gesagt. Und darüber bin ich jetzt furchtbar wütend auf ihn, auf mich, auf die ganze Welt. Mir fällt gerade gar nichts leicht. Der Alltag hat uns nach den schönen Weihnachtsferien knallhart wieder eingeholt. Ich bin müde, die meiste Zeit allein (mein Rückbildungsyoga hilft da auch nur temporär) und gefühlt für den ganzen Kinderkram zuständig. Weil der Mäusepapa ja arbeitet und selbst total gestresst ist. Da fällt es ihm auch schwer, Maus und Mäuserich jeden Morgen alleine zu bringen und nachmittags dann auch noch den Mäuserich wieder abzuholen. Und so teilen wir das jetzt irgendwie. Ich bringe Maus und hole Maus und weil ich dann schon mal unterwegs bin mit der Minimaus, begleite ich den Mäuserich und Mäusepapa morgens auch gleich noch zur KiTa und …

Warum ein drittes Kind?

  „Das muss man sich doch nicht antun.“ Meine Mama hatte Recht. Muss man nicht. Kann man aber, wenn man will. Und wir wollten das. Ein drittes Kind. Mein Mann wollte das als erster. Er ist mit zwei Brüdern aufgewachsen. Ich wollte das in einer Ecke meines Herzens auch. Wir beide wollten es erleben, eine Familie mit mehr Kindern als Erwachsenen im Haus zu sein. Wir wollten noch ein Kindermenschlein mehr um uns haben; dieses KinderstauneneugierliebeLeben mal 3; das Gefühl, eine kleine Horde zu sein. Nicht gleich, nicht von Anfang an. Nachdem Maus auf der Welt war, konnte ich mir nicht einmal ein zweites Kind vorstellen. Das hat mehr als zwei Jahre angedauert. Als Mäuserich dann bei uns war, konnte ich mir eine Weile noch ein weiteres Kind vorstellen, dann wieder eine Zeit lang nicht mehr. Zwei sind gut. Zwei passen in die vier Zimmer, die wir haben. Zwei Kinder passen zu zwei Elternteilen und zwei Kinder sind auch genug, jetzt kommen doch gerade die kleinen Freiheiten zurück. Zwei Kinder neben unserem Beruf und unseren …

Du bist da!

Ich liege im schummrig beleuchteten Schlafzimmer und über mir leuchten grüne Sterne. Die Stimmen meiner drei liebsten Menschen dringen über den Flur: „Ich will die Zahnpasta mit dem Monster drauf.“, „Wo ist die Glitzerzahnpasta?“, “ Nein, das ist meine Zahnbürste, Papa, Maus hat meine Zahnbürste genommen.“, „Habe ich gar nicht, das ist doch meine…..“, „Nein, ich will doch die scharfe Zahnpasta….“. Meine Mann bringt die Kinder ins Bett. Meine Kinder, das sind meine große Maus und der kleine Mäuserich. Meine drei liebsten Menschen, sie klingen nach zu Hause und Glück. Mein vierter liebster Mensch liegt mit mir Bauch an Bauch im Bett und saugt genüsslich an meiner Brust. Minimaus ist am 23.10. geboren und gerade 7 Wochen alt. Mit einem lauten Schmatzen löst sie sich von mir und dreht den Kopf mit einem tiefen Seufzer auf die andere Seite. Sie ist satt und eingeschlafen. Ich höre ihren schnaufenden Atem und das manchmal lautere Ächzen im Schlaf. Sie weiß noch nicht viel von dieser Welt und ich weiß noch nicht viel von Minimaus. Sie war bei der Geburt …

Schwangerschaft Nr. 3 – kleine Grübelei

Ich war gestern wieder bei meiner Hebamme und allmählich wird mir bewusst, dass der Wusel bald da sein wird. Der Geburtstermin rückt näher und ich habe auch schon alles vorbereitet. Mir fehlt nur noch ein Paket der Windelgröße 1, wie mir heute beim Windelkauf für den Mäuserich plötzlich einfiel. Es ist zwar einiges anders in der dritten Schwangerschaft, aber manches bleibt eben doch aufregend. Ich bin einerseits in vielem tiefenentspannt und habe nicht mehr so viele Sorgen wie noch in der ersten oder auch zweiten Schwangerschaft. So habe ich beispielsweise fast den Anmeldetermin in der Klinik „verschlafen“, wenn mich mein Arzt nicht danach gefragt hätte. Ich konnte auf Nachfragen auch selten sofort die aktuelle Schwangerschaftswoche angeben. In den ersten beiden Schwangerschaften waren solche Termine noch die Eckpfeiler meiner Gedanken und Planungen. In der ersten Schwangerschaft hatte ich zudem noch riesigen Respekt vor der Entbindung und habe ungelogen sehr viele Bücher über die natürliche, schmerzfreie, spirituelle etc. Geburt gelesen; sogar einen Edelstein besorgt, der die Geburt erleichtern soll und gelernt wie man die Wehen als Wellen …

Dreimal Namenssuche

Die Namenssuche wird auch beim dritten Mal nicht einfacher. Wen überrascht das? Mich etwa? Ich bin nach wie vor von der Namensflut in Büchern und im Internet überfordert und mein Mann ist auch der Gleiche geblieben. Er vertritt die Ansicht, man müsse das Kind erst sehen, um sich festlegen zu können. Immerhin konnte ich ihm die letzten beiden Male abringen, dass wir uns im Vorfeld auf maximal zwei Namen einigen. Wir haben uns dann jeweils im Kreissaal erst für einen der Namen entschieden, was meine Hebamme jedes Mal zum Lachen brachte, denn Sie ist der Meinung, man habe für diese Überlegungen immerhin 9 Monate Zeit gehabt. Da hat sie nicht ganz Unrecht, aber wenn mein Mann das Kind doch erst sehen will? Ich bin mir ganz sicher, er würde am liebsten sogar die gesetzlich zulässige Monatsfrist für die Namensvergabe ausschöpfen, um das Kind vor der Entscheidung noch ein wenig kennen zu lernen. Damit könnte ich keinesfalls leben. Aber auch die Festlegung auf zwei Namen ist bei uns ein lang andauernder und manchmal nerviger Prozess. Ich weiß nicht, ob …

Work-Life-Balance und das deutsche Mutterbild

Ich war heute bei einer Fortbildung. Das Thema: „Work-Life-Balance“. Mir erschien es jetzt in der dritten Schwangerschaft durchaus richtig, einmal zu reflektieren, wie ich mir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch mit einem dritten Kind und auf meinem weiteren beruflichen Weg nach der Elternzeit so vorstellen könnte. Ist Euch eigentlich schon aufgefallen, dass dieses Thema vorrangig immer noch ein Frauenthema ist? Ich werde mal meinen Mann dazu interviewen und ihn fragen, wie er das Thema Vereinbarkeit für sich bewertet und löst. Das wird ganz sicher einer der nächsten Posts hier werden. Jetzt aber erst einmal zurück zur heutigen Fortbildung: Ich fürchte, der Kurs bringt mir keine neuen Erkenntnisse. Mit mir waren noch 9 weitere Frauen und ein Mann dabei. Bis auf zwei Frauen, die wie ich vollzeitnah arbeiten, waren alle Frauen mit weitaus weniger als 30 Wochenstunden beschäftigt. Ich fühlte mich zunächst mit meiner Biographie (zwei Kinder, nebenberufliche Promotion, auch mit zwei Kindern einige Zeit Vollzeit gearbeitet) etwas deplaziert, denn es ging vorrangig um solche Themen wie z.B. wie lege ich meinen mütterlichen Perfektionismus ab …