Alle Artikel mit dem Schlagwort: Beruf und Familie

Strategien für einen entspannten Advent – über das Loslassen, Zulassen und Weglassen

Was wünschen sich die Kinder zu Weihnachten? Was soll meine Mutter schenken? Wann war noch gleich die Adventsfeier in der Schule? Wie, die Maus hat auch noch ein Weihnachtsfamiliensingen? Weißt du, ob wir am 2. Advent schon etwas geplant haben? Wann werden die Päckchen für den Adventskalender in der Schule gebraucht? Hast du die Zugtickets für den 22. gebucht? Wolltest du nicht vor den Ferien mit der Maus für das Schwimmabzeichen üben? Wusste ich etwas von der Adventsfeier bei deiner Mutter? Wie, es gibt auch noch eine Klassen-Weihnachtsfeier? Hast du den Termin für das Kindertheater im Kopf? Schaffst du das mit dem Fotojahrbuch bis Weihnachten? Denkst du an den Termin in der KiTa? Denkst du an die Konzertprobe der Maus? Denkst du an… Ich habe das unbestimmte Gefühl, diese vorweihnachtlichen Fragen habe ich alle im letzten Jahr schon gehört. Und das Jahr davor auch. Und das Jahr davor…Und es ist  noch nicht einmal Advent! Und schon ist sie unter meiner ToDo-Liste begraben. Meine Weihnachtsvorfreude. Auf einmal verstehe ich auch, dass die Brigitte-MOM sarkastisch verlautbart, wir Mütter könnten heutzutage alles haben: Job, Kinder, …

5 Dinge, die wir von unseren Kindern über Vereinbarkeit lernen können

Die Minimaus schlurft durch den Flur in einer überdimensionalen Regenhose, in der sie zu verschwinden droht, weil sie 6 Nummern zu groß ist und ihr deshalb auch beinahe bis zum Hals reicht. Sie hat sich diese unglaublich tolle Hose bei ihrer großen Schwester ausgeliehen. Diese Hose ist schon deshalb so unglaublich toll, weil sie eben von ihrer Schwester ist! Und jetzt wandert da diese Hose durch unsere Wohnung. Die Minimaus watschelt und wankt und stolpert, steht wieder auf, watschelt weiter, bis zur Wohnzimmertür und dann den ganzen Weg zurück. Schlurfend, schleppend, schwankend. Sie ist unglaublich konzentriert dabei und als sie wieder an mir vorbei kommt, grinst sie breit: Ich trage die Hose meiner Schwester. Mama guck.  In ihrem Blick liegt ein Ich habs gewusst. Geht doch. Denn sie hat sich von mir nicht sagen lassen, dass ihr diese Hose nicht passt, dass sie damit fallen und sich weh tun wird, dass sie eigentlich gar nicht erst zu versuchen bräuchte, damit auch nur einen Meter vorwärts zu kommen. Dass das ein paar Nummern zu groß für sie ist. Ich sah …

Mythen erschweren das Balancieren

Vor einem Jahr genau fing es bei mir an mit dem Unglaublichmüdesein. Ich fühlte mich ganz schön abgeschrabbelt vom Mamasein. Wahrscheinlich auch vom alles andere sein, aber am meisten vom Mamasein. Es ist fast immer das Mamasein, denn meinen Beruf, den habe ich mir lange vor den Kindern ausgesucht, und alles andere war ich vorher auch schon.  Aber das Mamasein in Kombination mit dem Juristinsein, Frausein, Freundinsein, Immerdasein, Niealleinesein, Verlässlichsein, Verantwortlichsein, Ichsein, Wirsein hat so manches Energieleck in mir hinterlassen. Und ich habe nicht früh genug damit begonnen, es wieder zu schließen. Plötzlich war der Akku leer. Ganz leer.

Zukunftspläne und Bundestagswahl 2017

Vorgestern saßen wir zusammen in „unserem“ Balutschistan bei Kerzenschein und Stimmengewirr. Meine Freundin Anne und ich. Wenn wir zusammen ausgehen, dann gehen wir am allerallerliebsten dorthin. Wir sitzen dann auf rotem Samt, trinken Tee und Mangolassi und warten aufs Essen, das so unglaublich lecker ist, dass wir uns schon Tage vorher darauf freuen. Wir wählen aus der Karte jedes Mal das selbe. Sie die Nummer 89, ich die Nummer 133. Während wir warten sehen wir den Menschen vor dem Fenster dabei zu wie sie den Alma-Wartenberg-Platz überqueren und fragen uns gegenseitig, wie es uns geht. Gestern sprachen wir über die zurückliegenden Ferien und das Ende des Sommers. Und dann hat sie mir erzählt, dass ihr Krebs weg ist. Sie hat gelächelt, ich habe zurück gelächelt. Ganz weg? Ja. Nichts mehr zu sehen? Nein. Es war als würde für einen Moment alles um uns herum leiser werden.

Die beste Mama, sie ich sein kann

Die beste Mama, die ich sein kann

Das Thema Vollzeitmutter/Teilzeitmutter kursiert gerade wieder auf den Familienblogs. Auch ich habe schon sooooooo viele Gedanken dazu gehabt (und in meinem Blog darüber geschrieben, immer mal wieder). Der Mäusepapa hat nur einen Bruchteil solcher Gedanken. Seine Rolle als Vater ist ihm irgendwie klar. Jedenfalls klarer als mir das Muttersein. Na gut, ich bin immerhin seit 9 Jahren Mutter. Das müsste im Grunde ausreichen, um sich ein Bild davon zu machen. Von mir als Mutter. Tatsächlich war es genügend Zeit, um einige Entwicklungssprünge durch zu machen. Damit meine ich meine eigenen. Von OMG, ich gehöre zu meinen Kindern nach Hause! bis hin zu Ich halte das nicht aus, ich will arbeiten! ist schon alles dabei gewesen. Denn mit einem habe ich nicht gerechnet als ich Mutter wurde. Das mich das so überwältigt und gleichzeitig verunsichert.

Notizbuch

schlecht Vereinbartes

  Ich habe bald einen wichtigen Termin, einen beruflichen Termin. Seit einiger Zeit bereite ich ihn nun schon vor. Aber ich bin müde, unausgeschlafen und möchte eigentlich viel lieber zu Hause sein, ganz viel Zeit alleine haben, viel Zeit mit meinen Kindern verbringen und auch Zeit für meinen Mann erübrigen können. Jetzt gerade, in diesem Augenblick habe ich das Gefühl, Vereinbarkeit geht nicht. Ich fühle mich weder beruflich gut noch fühle ich mich mit meinen Kindern gut und schon gar nicht geht es mir gut. Da kann es zeitlich noch so flexibel zugehen und immerhin habe ich auch meinen Homeofficetag jede Woche einmal, aber ich fühle mich zerrissen und unkonzentriert. Nichts mache ich gerade gut, weder meine Arbeit, noch das Zuhören und Kuscheln mit meinen Kindern und auch alles andere nicht… Kaum habe ich abends meinen Kopf ins Kissen gekuschelt, klingelt auch schon der Wecker und der neue Tag kündigt sich an. Damit beginnt alles von Vorne: Aufstehen, Frühstück machen, Schulmitteilungen abarbeiten, Termine besprechen, zur S-Bahn laufen, Arbeiten, nach Hause hetzen und unterwegs noch Milch kaufen, …

Persönliches zur Vereinbarkeit

  Ich komme gerne dem Angebot von Juristin nach und schreibe etwas zu ihrer Kategorie „Eltern im Job – Persönliches zur Vereinbarkeit“. Das passt gerade ganz ausgezeichnet zu meiner Situation in diesen ersten Wochen des Jahres: Ich gehöre generell eher zu den berufstätigen Müttern, die der Meinung sind, Vereinbarkeit geht. Jedenfalls für mich, denn ich selbst finde ideale Rahmenbedingungen dafür vor und muss mich auch nicht jedes Mal rechtfertigen, wenn eines meiner Kinder krank ist. Ich arbeite 34 Wochenstunden im öffentlichen Dienst mit individuellem Arbeitsbeginn um 9.30 Uhr (spätestens), habe einen Homeoffice-Tag, verständnisvolle Kollegen, einen netten Chef und kaum kranke Kinder. Es läuft alles sehr gut und ich habe das Gefühl, alles im Griff zu haben oder jedenfalls mit Überraschungen organisatorisch im erträglichen Maße umgehen zu müssen. Bis jetzt. Seit meinem Wiedereinstieg nach der Elternzeit mit meinem dritten Kind stoße ich trotz des familienfreundlichen Arbeitsumfeldes an meine Grenzen. Ich arbeite seit Ende Oktober wieder und Minimaus ist zum wiederholten Male krank. Sie bedarf aktuell nach einer Woche in der KiTa nun wieder häuslicher Pflege. Ich war gerade erst 6 Tage mit …

Kind krank (schon wieder)

  Da ist es also wieder – das Vereinbarkeitsproblem. Gerade läuft es einigermaßen – denke ich – und dann ist eins der Kinder krank. So geht es mir wohl zukünftig öfter mal als dreifache Mama. Da bin ich –schwupps- schon wieder mal eine Woche nicht im Büro, muss einer Kollegin meinen Lieblingstermin überlassen und glänze auch ansonsten mit Abwesenheit. Und wenn ich mir meinen Kalender so ansehe, dann ist meine „Verfügbarkeit“ im Büro seit meinem Wiedereinstieg Ende Oktober erheblich gesunken. Da musste ich dann doch schlucken, bevor ich gerade mal 5 Tage nach dem Ende meines Weihnachtsurlaubs die Krankmeldung einreichte und mich zur Pflege meiner kranken Minimaus schon wieder ins häusliche Umfeld abmeldete. Zum Glück ist mein Chef ein sehr seltenes, gutmütiges Exemplar und ohnehin der Ansicht, man könne mit drei Kindern eigentlich nicht mehr arbeiten. Im Moment entlastet mich diese Einstellung eher als dass ich um meine wohlverdiente Professionalität trauere. Führt das doch dazu, dass er es entspannt sieht und mir keine Dinge aufbürdet, die eine gewisse Dringlichkeit haben. Andererseits geht das zu Lasten der …