Familienleben
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Stilllesung

Der Conbook-Verlag war so freundlich anzufragen und mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Zum Glück, denn ich hätte dieses Buch sonst verpasst. Und das wäre schade gewesen, denn es ist ein schönes Buch. Es heißt „Die Nabel der Welt“ und wurde geschrieben von Nadine Luck.

Nun gut, es ist weder besonders aufreibend noch besonders kritisch. Es ist eben kein Krimi, aber es ist informativ, lustig und ein bißchen verrückt, denn es beinhaltet eine umfangreiche Sammlung an Bräuchen, Sitten, Aberglauben und Traditionen rund ums Babybekommen und Babyhaben weltweit. Nadine Luck hat sich viel Arbeit gemacht und alles mögliche und unmögliche zusammen getragen.

Ich habe mehr als einmal gestaunt oder wusstet ihr, dass in den USA Millionen mit dem sogenannten Family Balancing (Wunschgeschlecht bei künstlicher Befruchtung) gemacht werden; dass Frauen im alten Ägypten mittels Getreidekörnern eine Schwangerschaft feststellen konnten; dass sich philippinische Schwangere gegen Aswangs (vampirähnliche Wesen) schützen oder dass spanische Schwangere auf saure Gurken verzichten? Gewundert habe ich mich auch über den Feiertag für Hebammen in Bulgarien; über die Statistik, die besagt, dass in der Schweiz geborene Kinder die besten Startmöglichkeiten ins Leben und Aussichten auf eine hohe Lebensqualität haben (Deutschland liegt mit der USA auf Platz 16); darüber, dass die Männer bei den Wayana-Indianern während der Geburt mit der Gebärenden in der Hängematte mitschaukeln und auch darüber, dass Neugeborene in Brasilien häufig gelbe Strampler tragen und in Spanien und Italien rote.

Bei den Tucano-Indianern muss sich übrigens auch der frischgebackenen Vater von der Geburt erholen, weil seine Kräfte unmittelbar mit denen des Babys zusammenhängen und in Ostfriesland tischt der Papa zur Feier der Geburt „Bontjesopp“ (Branntwein mit Rosinen und Zucker) auf.

Das war mir alles neu. Allerdings war mir schon immer klar, dass über die Fontanelle der Geist des Babys austreten könnte (so der Glaube in Nepal) oder dass man zum Schutz der Fontanelle in der Nähe des Babys nicht laut niesen darf (Spanien). Kleiner Scherz. Ich wusste das natürlich nicht und mir war auch nicht bewusst, dass sich griechische Mütter mit ihren Babys 40 Tage im Wochenbett verkriechen, um sich vor dem bösen Blick zu schützen. Diese 40 Tage spielen nicht nur da sondern auch in anderen Ländern und Religionen eine große Rolle, aber lest selbst…. Ich muss euch allerdings warnen, wenn man auf der letzten Seite angekommen ist, wundert man sich über gar nichts mehr.

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