Familienleben
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Stilllesung

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Puh – fertig, ich habe das Buch „Papa kann auch stillen“ von Stefanie Lohaus und Tobias Scholz innerhalb weniger Tage durchgelesen. Immer in den Still- und Schlafzeiten der Minimaus. Ich habe es sehr gerne gelesen und fand es spannend. Natürlich ist mir das Thema nicht neu. Ich beschäftige mich tagtäglich damit, auch in meinem Blog. Wie kann man sich als Paar die Familienarbeit und den Beruf teilen? Wie kann man beides haben – Kind(er) und Beruf – und sich dabei als Frau nicht an die Mutterrolle und als Vater nicht an den Beruf verlieren? Stefanie Lohaus und Tobias Scholz haben sich viele Gedanken dazu gemacht, geredet und verhandelt, Pläne entworfen, Listen verworfen und einen fairen Weg für sich gefunden. Einen Weg, den ich verstehen kann, weil der Mäusepapa und ich auch so einen Weg gehen. Den 50/50 Weg oder wie es im Buch heißt, das 50/50 Prinzip.

Ich kann ohne Einschränkungen sagen, dass ich das Buch mag. Es war mir zwar nicht alles neu und viele Fakten zu Studien, Umfragen und dem Vergleich mit unseren europäischen Nachbarn kannte ich schon sehr gut. Wie gesagt, das liegt am Thema und daran, dass ich schon manches dazu gelesen habe. Trotzdem finde ich in dem Buch noch jede Menge kluge Gedanken und mir ist es sehr, sehr wichtig, diese schwarz auf Weiß gedruckt zu sehen, denn es gibt auch in meinem persönlichen Umfeld nur wenige Paare, die verstehen können, warum oder wie wir das 50/50 Prinzip leben.

Ich denke da nur an die zufällige Väterrunde an einem Sonntag bei uns im Innenhof. Der Mäusepapa hörte von einem der herumstehenden Männer, dass ein Tag -ausnahmsweise mal geleisteter- Kinderbetreuung so anstrengend gewesen sei und man durch solche organisatorischen Engpässe doch endlich mal wisse, was „unsere“ Frauen so leisten würden. Bedächtiges Schweigen und Nicken der anderen Väter. Der Mäusepapa fühlte sich dabei ziemlich dämlich, denn bei uns gehört die Kinderbetreuung genauso zu seinem Alltag wie zu meinem. Ganz zu schweigen von den erstaunten und teilweise entsetzten Nachfragen sobald ich von „frühen“ Kitastarts, nebenberuflicher Promotion mit Kindern und Vollzeitarbeit berichte. Ich kann es mir an dieser Stelle auch nicht verkneifen und krame den Satz noch einmal hervor, den ich zu meinem Rückkehrwunsch nach der einjährigen Elternzeit mit dem dritten Kind zu hören bekam: „Bei Dir möchte ich nicht Kind sein.„. Bei Schilderungen dazu, wie unsere europäischen Nachbarn zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen, schießen mir immer noch jedes Mal Tränen in die Augen.

Durch das Buch „Papa kann auch stillen“ hat unsere gleichberechtigte Lebensführung mit Beruf und Kindern für mich einen Namen bekommen. Darüber zu lesen, tut mir gut. Es macht mir Mut, unsere bislang so namenlos praktizierte Aufgabenteilung noch einmal bewusster zu beleuchten, stärker zu verteidigen und stolz darauf zu sein. Ich habe sogar noch zwei/drei Ideen aus dem Buch entnommen, die der Mäusepapa sich unbedingt anhören muss.

Liebe Stefanie Lohaus und lieber Tobias Scholz, ganz herzlichen Dank für das Buch.

0 Kommentare

  1. Das hört sich gut an, vielleicht werde ich mir das Buch auch mal gönnen. Obwohl es bei uns kein 50/50 gibt und geben wird. Mein Mann arbeitet 50-60 Stunden die Woche. Er ist gerade auf einem – ich sag mal – steilen Karriereweg und weniger Arbeit gibt’s auf dem Weg und in dem Bereich nicht. Wir sind also eher bei 85/15.
    Ich finde es toll, dass ihr das mit 3 Kids so gut hinbekommt, ich glaube, das hätte ich auch gern.

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