Aus unserem Familienleben, Monatsrückblick
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Januar und Februar 2017 (und was mich glücklich gemacht hat)

Familienleben
Die ersten beiden Monate des Jahres waren richtig gut. Sie waren voll und bunt. Deshalb sind sie an mir geradezu vorbei geflogen und ich hatte kaum Zeit, mich über die Dunkelheit der Jahreszeit zu beklagen. Ich habe sogar einiges geschafft. Meinen Schreibtisch aufgeräumt, mit einer Schreibwerkstatt begonnen, mich für einen besonderen Abend schön gemacht und frische Blumen in der Wohnung verteilt.
Mit den Mäusen habe ich Urzeitwölfe und Dinos ausgegraben, Papierflieger gebastelt, Kunstwerke bestaunt, Malefiz gespielt.

Wir waren im Puppentheater und im Kindertheater, sogar schon zweimal im Kinderkonzert. Das fanden meine Kinder unglaublich schön. Ich habe mir vorgenommen, so etwas in diesem Jahr noch ganz oft zu machen, und die ersten Termine schon dafür verplant.

Momente
Der Abend in der Elbphilharmonie, weil der Saal wunderschön ist und das Konzert sanfte Klänge in mir hinterließ. Vor allem aber weil der Mäusepapa und ich einmal nur zu zweit waren und uns erst so gar nicht zu unterhalten wussten, außer über unsere Kinder. Und unsere Zufriedenheit danach, als wir ganz angefüllt mit schönen Eindrücken nach Hause gingen, Hand in Hand auf dem Weg zur U-Bahn.

Meer, Meer…ganz viel Meer…und Therme, Wellenbad, Teatime und Schlafen. Ganz viel schlafen. Und dann noch ganz viel essen… Der Ausflug ans Meer mit 4 Generationen Frauen (die Maus, meine Schwester, meine Mama, meine Oma und ich) war wunderbar. Wir haben ein Wochenende in St. Peter Ording im StrandGutResort verlebt. Das Hotel war wunderschön, es lag direkt an der Promenade. Von jedem Zimmer aus hatte man Blick auf den Strand und zumindest auf eine Ecke vom Meer. Durch den Bademantelgang kamen wir vom Hotelzimmer direkt in die Dünen-Therme. Ich will dorthin zurück.

Auf der Reifenrutsche in der Dünen-Therme, als ich kreischen und lachen musste wie damals in der Achterbahn mit 12. Die Maus hat sich über mich amüsiert und ist dann nur für mich noch einmal mit mir im Doppelreifen gerutscht. Der Wildbach, in den sich die Maus so mutig gestürzt hat. Beim 10. Winken und „heimlich“ an mir vorbei die Treppe wieder hinauflaufen habe ich aufgehört zu zählen. Im Wellenbad als die Maus unvorbereitet in zwei hohen Wellen abgetaucht ist, aus denen ich sie mit einem herzhaften Griff wieder herausziehen musste. Die Heftigkeit der Wellen ließ uns beide einen Moment erschrocken zurück. Ihr Lachen als wir danach Arm in Arm im flachen Wasser wieder Luft holten. Und ihr Ausruf: „Was für ein Abenteuer„.

Dass die Minimaus „Mama“ sagt und Papa meint; dass sie ganz genau weiß, wer ihr die Socken (Mama) und wer ihr die Hose (Papa) anziehen darf; dass sie sich täglich neu entscheidet, wer sie wickeln darf (heute war es Papa); dass sie selbst bestimmt, wer sie ins Bett bringt, wenn Mama und Papa nicht da sind (die Maus), und dass sie nachmittags auf den Mäuserich wartet, wenn sich die verbliebenen Kitakinder im Gruppenraum der Zaubermäuse treffen.

Das Türenknallen des Mäuserichs, wenn alle ungerecht sind. Das erinnert mich sehr an mich selbst. Und trotzdem kann ich ihn nicht trösten, weil ich „nur die blöde Mama“ bin und die Tragweite eines verpatzten Faserstiftstriches doch so gar nicht verstehen kann. Wenn er dann doch wieder aus seinem Zimmer kommt und mich anlacht und sagt: „Da war ich aber ganz schön wütend.“

In der S-Bahn aus dem Fenster sehen, wenn der Mäuserich die Haltestange hinaufklettert –bis nach ganz oben– und die anderen Fahrgäste ihm interessiert oder verärgert dabei zusehen. Ihn trotzdem heimlich dabei fotografieren und seinen zufriedenen Blick einfangen, wenn er danach grinsend neben mir auf den Sitz plumpst. Furchtbar stolz auf ihn sein und ihm durchs Haar streichen.

Der Geschmack des Rotweins, der rund und voll ist und den der Mäusepapa im Moment nicht trinken darf. Und der Gedanke, dass ich gerne mal wieder ein Glas Wein mit ihm zusammen trinken würde, in unserem Lieblingsrestaurant mit dem sehnsüchtig machenden Blick auf die Elbe.

Fragen
Darf ich als Mama ein Wochenende ganz alleine wegfahren? Riecht das Shampoo nach Lavendel? Wer schneidet der Minimaus die Nägel? Haben Meerjungfrauen blaue Haare? Gibt es  Rochen-Haie? Was ist 8 mal 6? Können Gürteltiere klettern? Müssen sich Zaubersprüche immer reimen?

(Wieder) Entdecktes
Aller Liebe Anfangvon Judith Hermann. Ihr Buch hat mich traurig gemacht – jede Seite ist ein Stich ins Herz – aber sie reiht ihre Worte so scheinbar spielend leicht aneinander, dass ich es am selben Abend noch zu Ende gelesen habe.
Diese Kette von mercimaman, die ich mir wünsche und die ich mir sicher bald selbst schenken werde.
Diese Paper Collage von der dänischen Künstlerin Sarah Becker aus dem Stilleben, einem kleinen Laden in Kopenhagen. Wir haben ihn bei unserem letzten Besuch entdeckt und dort noch ganz viele andere wunderschöne Dinge gefunden.
Die „You-App„, mit der ich jetzt in Mini-Schritten durch meinen Alltag gehe und das Gefühl habe, plötzlich mehr zu sehen.

Die Postkarte mit der Aufschrift „Regen ist erst, wenn die Heringe auf Augenhöhe an Dir vorbeischwimmen“;
die Milchspritzer im Gesicht des Mäuserich nach dem Strohhalm-Blubbern;
die Handtuchfahrten meiner drei Mäuse quer durch die Wohnung;
das Kinderbuch „Ella geht schlafen“, das wir der Minimaus jetzt abends zum Einschlafen vorlesen müssen;
die Geburtstagskerze auf dem Nebentisch beim Frühstück im Hotel, die für mich bestimmt war (das haben wir nicht gewusst und mussten uns dann noch einmal umsetzen);
die Schneeglöckchen, die meine Oma in ihrem Garten ausgegraben und meiner Mama in einem Topf mitgegeben hat, damit ich wie jedes Jahr zu meinem Geburtstag welche habe;
das Lied „Dann bin ich zuhaus´“ von Gregor Meyle und zu dem meine kleine Schwester gesagt hat, bei dem Lied denke sie jedes Mal an mich.

Wir waren eure ersten beiden Monaten des Jahres? Ich hoffe, 2017 war bisher schön für euch.

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