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Persönliches zur Vereinbarkeit

 

Ich komme gerne dem Angebot von Juristin nach und schreibe etwas zu ihrer Kategorie „Eltern im Job – Persönliches zur Vereinbarkeit“. Das passt gerade ganz ausgezeichnet zu meiner Situation in diesen ersten Wochen des Jahres:

Ich gehöre generell eher zu den berufstätigen Müttern, die der Meinung sind, Vereinbarkeit geht. Jedenfalls für mich, denn ich selbst finde ideale Rahmenbedingungen dafür vor und muss mich auch nicht jedes Mal rechtfertigen, wenn eines meiner Kinder krank ist. Ich arbeite 34 Wochenstunden im öffentlichen Dienst mit individuellem Arbeitsbeginn um 9.30 Uhr (spätestens), habe einen Homeoffice-Tag, verständnisvolle Kollegen, einen netten Chef und kaum kranke Kinder. Es läuft alles sehr gut und ich habe das Gefühl, alles im Griff zu haben oder jedenfalls mit Überraschungen organisatorisch im erträglichen Maße umgehen zu müssen. Bis jetzt.

Seit meinem Wiedereinstieg nach der Elternzeit mit meinem dritten Kind stoße ich trotz des familienfreundlichen Arbeitsumfeldes an meine Grenzen. Ich arbeite seit Ende Oktober wieder und Minimaus ist zum wiederholten Male krank. Sie bedarf aktuell nach einer Woche in der KiTa nun wieder häuslicher Pflege. Ich war gerade erst 6 Tage mit ihr krankgeschrieben und davor seit nur 4 Tagen aus dem Weihnachtsurlaub zurück. Gleichzeitig habe ich Urlaub beantragt für die beiden Ferientage zum Schulhalbjahresende, die auch unsere KiTa für Fortbildungen (und damit als Schließzeit) nutzt.

Ich kann gar nicht sagen, wie angestrengt ich gerade bin und wie sehr mich das alles stresst. Heute und morgen ist der Mäusepapa mit der Maus zu Hause. Was wir danach tun, wissen wir noch nicht. Vielleicht übernimmt die Oma einen Tag. Für den ebenfalls schon recht angeschlagenen Mäusepapa bedeutet das jedenfalls Nachtschichten am Schreibtisch. Ich selbst bin von den unruhigen Nächten todmüde. Zum Glück habe ich am Ende der Woche ohnehin zwei Urlaubstage, dann ist meine Abwesenheit im Büro jedenfalls nicht überraschend und ich kann alle kranken Kinder auffangen. Aber ansonsten -ganz ehrlich- möchte ich nicht schon wieder „Kind krank“ melden müssen. Mein Kalender sieht aus wie „Schweizer Käse“. Die Anwesenheitszeiten wechseln sich mit den Krankheitstagen schön regelmäßig ab.

Faktisch kann ich an der Situation nicht viel ändern. Ein krankes Kind ist ein krankes Kind ist ein krankes Kind. Ich muss als Mama da sein und Homeoffice ist bei der Minimaus nicht ernsthaft möglich. Dazu ist sie noch zu klein und ich wünsche mir nun wirklich nicht, dass sie weiterhin vor Erschöpfung nur schläft. Das hält mein Mamaherz nicht aus.

Was bedeutet das nun also für mich? Vereinbarkeit funktioniert gut, solange die Kinder nicht allzu oft krank sind. In meinem Büro hat jeder Verständnis für solche Ausnahmesituationen, aber es wird eben auch bemerkt, wenn die Ausfallstatistik erhöhte Werte anzeigt. Und für mich selbst ist es ein innere „Zerreißprobe“, möchte ich doch sowohl meiner Familie als auch meinem Beruf gerecht werden. Jetzt gerade ist die Vereinbarkeit also keine Frage meines Willens und auch nicht des Arbeitsumfeldes sondern schlicht harte Arbeit und ein Konstrukt aus Unterstützung und Verständnis.

 

6 Kommentare

  1. Ich lese hier mit viel Verständnis mit, habe selber drei Kinder und einen Job. Aus meiner Erfahrung möchte ich dazu anmerken: Es nützt nichts, sich zu stressen. Niemand im Job wird es einem danken, wenn man sich mühsam einen oder zwei Tage mehr hinschleppt, weil man eine Vertretung für die Kind-krank-Betreuung gefunden hat. Wirklich niemand. Das interessiert die alle nicht die Bohne. Du bist eh die Mutti, die Teilzeitmutti und ob Du dem Klischee voll, ganz oder gar nicht entsprichst, ist egal, denn den Stempel hast Du schon weg. Das klingt ein bisschen bitter (fühlt sich auch so an), aber es war auch ein längerer Weg bis zu dieser Erkenntnis. Irgendwer muss diese Gesellschaft aber zusammenhalten (Alte, Kranke, Kinder pflegen) und es ist schade, dass die Arbeitswelt so tun darf, als ginge sie das alles gar nichts an.

    • Liebe Kirsten, heute und in diesem Moment kann ich Dir leider nur zustimmen. Ich wähnte mich hier eigentlich als Ausnahme, weil ich doch immerhin noch vollzeitnah arbeite und überhaupt doch so qualifiziert und engagiert bin und auch einen recht ansehnlichen Werdegang habe (ich bin gerade etwas zynisch). Bis mein verständnisvoller Chef mal so im Scherz meinte, er setze die Teilzeitmütter zusammen in ein Büro. Watsch – Ohrfeige. Ich kenne meinen Chef ganz gut. Er meint so etwas auch überhaupt nicht böse und meine Kollegin im Büro ist äußerst lieb, aber er hat uns mit nur wenigen Worten in eine Schublade getan. Das nenne ich mal eine klare Aussage und wenig indidivuelle Betrachtung für uns Mamas. Ich frage mich dann schon, warum ich mir den Stress mache und auf Wunsch meines Chefs möglichst wenig reduziere. Mein Mann meint, ich würde mich da selbst zu klein machen. Ich denke, ich werde einfach manchmal klein gemacht. Und auch wenn ich mich ganz gut dagegen abgrenzen kann, in der Hinsicht bin ich trotzdem gerade angeschlagen. Es kann nur besser werden, oder? Lieben Gruß, Martamam

  2. Drei Kinder und einen Job finde ich schon eine super Leistung. Ich bin froh, wenn ich mit einem Kind alles halbwegs auf die Reihe bekomme ;-).

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