Familienleben
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Paris

prayer - candle in hands

Ich habe hier lange nichts geschrieben, aber mich beschäftigt ein Thema gerade sehr. Ich las heute morgen auf dem Weg ins Büro einen Artikel darüber, wie man Kindern die Ereignisse in Paris erklären kann und möchte das gerne weitergeben. Meine Mäuse fragen (noch) nicht danach. In der Schule der Maus ist es jedoch ein Thema unter den Kindern und die Lehrer versuchen einfühlsam auf die beunruhigten Nachfragen zu reagieren. Und vielleicht hat sich gerade in den letzten Tagen schon manch andere Mutter oder manch ein Vater gefragt, wie wir mit dem Thema umgehen sollen.

Wie erklärt man seinen Kindern den Terror? Ich verstehe ihn ja selbst kaum, aber ich kann die erwachende Angst der Menschen verstehen. Wir leben in einer Großstadt, wir fahren jeden Morgen mit der S-Bahn zur Arbeit, wir sehen und hören, dass der Terror ganz nah bei uns ist, wir können nicht ausschließen, dass er in unser Leben einbricht. Ich bin immer wieder erschüttert davon, dass es Menschen gibt, die unser Leben dermaßen hassen. Ein Leben mit freiheitlichen und demokratischen Grundwerten, die ich meinen Kindern mit auf den Weg geben will, die ich verteidige und die die Grundfesten meines Denkens und meines Handelns sind. Wie kann ich meinen Kindern erklären, dass es Menschen gibt, die all das mit Gewalt bekämpfen?

Der Zeitungsartikel rät, seinen Kindern auf Fragen danach altersgerecht aber möglichst wahrheitsgetreu zu antworten. Eine mögliche Antwort sei es zB, dass es Menschen gibt, die mit der Arbeit der Regierung und den in einem Land vertretenen Werten nicht einverstanden sind. Sie versuchen sich gewaltsam durchzusetzen und tun Menschen damit auch weh. Das ist böse. Viele von ihnen sind jedoch schon gefasst und werden eingesperrt. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht und versorgt. Hier bei uns kann Dir nichts passieren.

Das sei zwar nicht die ganze Wahrheit, aber bei kleinen Kindern sei es wichtig, beruhigend zu wirken. Da dürfe man auch mit einer Lüge aufwarten, wobei Experten dies nicht für eine Lüge halten sondern für die nötige kindgerechte Reaktion. Es sei nicht nötig, den Kindern Angst zu machen sondern wichtig, ihnen Sicherheit zu vermitteln.

Zudem solle man das Thema nur auf Nachfrage aufgreifen und den Kindern nicht aufzwingen. Bei kleineren Kindern sei es wichtig, darauf zu achten, ob sie möglicherweise mit dem Thema konfrontiert wurden, ggf. Bilder gesehen haben und daher beunruhigt wirken, ohne dass sie konkret nachfragen. In dem Fall bedürfe es dann situationsabhängig Zuspruch.

Sinnvoll sei es auch, Routinen wie den täglichen Weg zur Schule beizubehalten. Das habe beruhigende Wirkung. Nur wenn konkrete Angst bestünde, könne man reagieren z.B. mit beruhigenden Worten, Umarmungen oder einem Anruf mehr als sonst. Sinnvoll sei es auch zu erklären, dass zwar wie im Straßenverkehr immer etwas passieren kann, aber es nicht so gefährlich ist, wenn man gut aufpasst. Von einem totalen Rückzug -z.B. den geplanten Besuch auf dem kommenden Weihnachtsmarkt absagen- werde indes abgeraten. Das schaffe mehr Unruhe und Anspannung. Wollen die Kinder aus Angst definitiv nicht hingehen, dann könne man zunächst auf Alternativen wie den Zoo ausweichen.

Es sei immer wieder wichtig, Sicherheit zu vermitteln und Schutz zu bieten. Die eigene Verunsicherung habe im Gespräch mit den Kindern nichts zu suchen.

 

Ich möchte an dieser Stelle den Familien, Freunden und Bekannten der Opfer mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. Ich bin erschüttert und betroffen vom Tod unschuldiger Menschen und bete für die Opfer und Angehörigen. Mich macht es traurig und hilflos zu sehen, wie unser freiheitliches Leben missachtet und angegriffen wird.

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