Mehr lieben Monatsrückblick

Oktober und November 2018 (und was sie hell gemacht hat)

Wie die letzten beiden Monate für mich so waren:

Ich habe tatsächlich überlegt, zu den letzten beiden Monaten nicht viel zu schreiben. Da war nicht viel. Oder anders gesagt, da war viel, aber irgendwie nicht so Leichtes, als dass ich darüber schreiben wollte. Die Zeit hätte ich gerne einfach übersprungen, aber jetzt schreibe ich doch darüber:

Meine Schwiegermama ist gestorben. Das hat uns ganz schön aus dem Tritt gebracht. Natürlich und ganz klar, dieser Abschied hat uns nicht überrascht. Trotzdem kommen wir noch nicht so ganz hinterher. Wir haben die Beerdigung besucht, dafür auch ein paar Tage frei gehabt, um hin- und herreisen zu können. Wir haben geweint, gelacht und nachgedacht. So kleine und große Gefühligkeiten. Und offene Fragen. Vor allem unausgesprochene Gedanken, die wir dann später auf einer langen Autofahrt endlich mal ausgesprochen haben. Verbunden mit der Einsicht, dass sich manche Themen von selbst erledigen, wenn man nicht immer gleich über alles redet. Dass es aber auch Themen gibt, die bleiben und immer wieder kommen, bis man endlich mal genug darüber geredet hat.

Mit den Kindern haben wir ein paar kleine Rituale geschaffen, um die Oma noch eine Weile in unserem Leben zu behalten. Wir machen das mit dem Abschied ganz langsam. Mit Kerzen und Bildern und kleinen Geschenken. Der Mäuserich hat da einen ausgefeilten Plan, wie die Oma ihre Geschenke in den Himmel hinaufholt. Und wir ertappen uns bei solchen Gedanken wie „Das Foto schicken wir der Oma.“ oder „Wenn die Oma das hört, wird sie sich freuen.“ Und erst ein paar Sekunden später fällt uns ein: „Ach nein, das geht ja nicht mehr, das können wir ihr ja gar nicht mehr erzählen.“ Wir erzählen es trotzdem, uns gegenseitig, und überlegen, was die Oma dazu wohl gesagt hätte. Wir kuscheln uns alle zusammen, machen es uns nestwarm, weil wir damit ein wenig auch unsere Verlustangst eindämmen. Denn die macht sich auf einmal ganz schön breit hier.

Und wir besprechen jetzt, wie wir das mit dem Weihnachtsfest machen wollen, weil doch die Oma nicht mehr da ist und wir nicht mehr wie jedes Jahr zu ihr fahren können. Wir denken uns eigene Weihnachtsrituale aus, die Kinder haben da so ihre Ideen, und ein paar von den alten Ritualen adaptieren wir natürlich. Wir kaufen Baumschmuck und unser erstes eigenes Glöckchen, reservieren einen Tisch für das Vorweihnachtsfamilienessen und planen den Heiligen Abend mit Krippenspiel und Kartoffelsalat. Damit sie uns nicht kurz vorher so plötzlich einholt, die Erkenntnis, dass an den Feiertagen ab jetzt doch vieles anders sein wird.

Ich dekoriere neuerdings auch mehr in unserem zu Hause. Nicht perfekt, nicht so wie es meine Schwiegermama gemacht hätte. Manches sieht irgendwie nur halb aus, anderes hat noch nicht so richtig seinen Platz und der Stern im Fenster hängt schief. Aber ich finde es gemütlich. Wenn schon so viel Dunkel, dann wenigstens mit viel Kerzen und Büchern und Sternen und Lebkuchen. Und überhaupt mehr Licht. Damit wir aus unserem Loch bald wieder hinausfinden. Meinetwegen auch ganz langsam, aber auf jeden Fall gemeinsam. Ganz sicher hilft uns dabei, dass wir jetzt älter sind und deshalb inzwischen schon besser wissen, wie das mit dem „Aus-Löchern-Klettern“ so geht.

Was mir trotz allem gut getan hat:

Das Wochenende am Meer und das nächste Wochenende am Meer auch. Zeit zum Lesen, Spazierengehen, Aussicht genießen, Alleinesein, Zuzweitsein, Händchenhalten, Wellenhören, Sandfühlen, Ausschlafen, Muscheln sammeln, Kieselsteine finden, ein Buch, eine Flasche Wein, ein Kaminfeuer. Ein paar Tage nur wir beide so. Das war ganz schön schön.

Worte wie „Leben Sie ein Leben, in dem Sie den Geruch des Salzwassers bewusst wahrnehmen, der vom Wind über die Dünen getragen wird, ein Leben, in dem sie stehen bleiben und beobachten, wie ein Rotschwanzbussard über dem Teich und dem Fichtenwald kreist. Ein Leben, in dem Sie einem Baby Aufmerksamkeit schenken, das konzentriert die Stirn runzelt, während es mit Daumen und Zeigefinger nach einem Schokoladenriegel greift. Stellen Sie das Handy ab. Stellen Sie notfalls auch Ihr anderes Telefon ab. Halten Sie inne. Seien Sie präsent. … Wir alle wollen, dass es uns gut geht. Wenn wir jedoch nicht auch selbst Gutes tun, wird uns immer etwas fehlen.“ (von Anna Quindlen aus „Glücklich leben“). So wahr.

Was sonst noch gut war: Kindertheater und Geburtstagseinladungen, das gemeinsame Hummern-Austern-Antipasti essen mit Freunden, die Halloweenrunde, die Herbstfarben und die Herbstspaziergänge, am Meer, an der Elbe, im Park, eigentlich egal wo…

Die Dates, die wir beide haben. Ab und zu gehen wir irgendwo essen, nichts Großes, Hauptsache gemütlich und mit einem Glas Wein. Meistens aber sitzen wir mit unserem Wein in der Küche und planen irgendetwas – die nächste Reise, das nächste Wochenende, den nächsten Tag. MAnchmal nehmen wir uns vor, mal etwas zu spielen. Qwixx oder so. Aber wir reden dann doch lieber. Oder wir suchen uns einen Film aus, den wir zusammen ansehen wollen und schaffen es dann nicht bis zum Ende, weil wir lieber unsere Bücher lesen oder jeder etwas anderes sehen will. Dann sitzen wir beide nebeneinander auf dem Sofa und machen das getrennt zusammen. Und ich schaue ihm dann ein bisschen dabei zu, wie er liest und seinen Film guckt und freue mich, dass er da so sitzt. Und ich daneben. Hachz

Und die Maus in ihrer neuen roten Kuschelstrickjacke, der Mäuserich als König auf seinem großen Ritterfest, die Minimaus an ihrem 4. Geburtstag. Ihre Freude als sie den Geschenketisch entdeckt. Ihr Blick als sie so richtig begreift „Alles meins.“

Dieses „Alles meins“ sehe ich momentan auch viel deutlicher – was alles so da ist in meinem Leben. Vor allem, wer alles so da ist…

Was ich gelesen und gesehen habe:

Ich lese immer noch ganz viel. Momentan am Liebsten die Krimis von Asa Larsson. Dunkel, kalt, Sternenhimmel, Schlittenhunde, Schnee, Kaminfeuer und jede Menge Kaffee … die Stimmung in ihren schwedischen Krimis passt hervorragend zu meiner eigenen gerade. Damit lässt es sich gut im Bett vergraben. Zusammen mit Chips und Wein. Oder mit Tee und Dominosteinen (natürlich die aus Schokolade). Oder mit (mindestens) zwei von drei Kindern, die ihre Arme über meinen Bauch legen und laut schnarchen.

Zwischendurch habe ich die BBC-Serie „Wanderlust“ gesehen. Da versucht ein Langzeitehe- und -elternpaar sein Liebesleben aufzufrischen. Sie probieren dafür einiges aus, auch das sich Loslassen und auf andere Sexpartner einlassen. Und weil sie Psychologin und er Lehrer ist, reden sie irre viel darüber. Was nur auf den ersten Blick langweilig klingt. Denn es ist so klug und charmant gemacht, dass ich es witzig fand. Und auch erschreckend realistisch und… ja doch, vor allem witzig. Danach wollte ich eigentlich wieder mehr lesen, habe dann aber doch die nächste BBC-Serie – „Bodyguard“ – quasi eingeatmet. Weil ich ein paar Tage krank im Bett lag, hatte ich Zeit dafür. Die Netflix-Serie über den Afghanistan-Veteran David Budd, der sich als Personenschützer um die sehr umstrittene britische Innenministerin kümmern soll, ist wahnsinnig spannend. Und auch die zweite Staffel von „The Bold Type“ –  über drei junge Frauen aus New York City, die für die Frauenzeitschrift Scarlet arbeiten und sowohl im Berufs- als auch dem Privatleben jede Menge erleben – habe ich mir „reingezogen“. Die finde ich immer noch richtig gut.

Inzwischen lese ich wieder, und zwar die Bücher von Viveca Sten. Mit Tödlicher Mittsommer“ habe ich begonnen und mache gerade weiter mit Bd. 2 “Tod im Schärengarten“. Offenbar kann ich gerade nichts anderes als Krimis. Aus dieser Reihe gibt es ja zum Glück noch weitere 6 Bände. Lach


Und was ist bei Dir so los?

 P.S. Disclaimer: Dieser Post enthält werbliche Inhalte, weil darin Marken genannt und verlinkt werden. Produkt- und Markennennungen sowie das Setzen von Links erfolgen hier auf Martamam aufgrund persönlicher Empfehlung und entsprechend der redaktionellen Themenauswahl. Sie sind ein kostenloser Service der Redaktion, aus ihnen werden keine Einnahmen generiert.

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