Monatsrückblick
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Oktober 2017 (und was ihn gut gemacht hat)

Familienleben

Stürmisch, kuschelig und mit ganz viel Musik. Wir haben Halloween gefeiert. So richtig mit Kostümen, Schminken, Gruselbüffet und Dekoration. Mit allem drum und dran eben. Und dann wurden alle Nachbarn abgeklappert, gesungen, gelacht und genascht. Die Minimaus wusste erst gar nicht, was da überhaupt los ist, bis sie verstanden hat, dass es hinter jeder Tür Süßigkeiten gibt. Ihre Beute hat sie dann zwischen den Stockwerken aufgegessen und sich an der nächsten Wohnungstür Nachschub erlächelt. Ich finde ja, sie ist unheimlich schlau. Einmal zerknautscht gucken und niemand kommt dagegen an.
Der Mäuserich war einen Tag mit der Maus in der Schule und er fand diesen Tag so schön. Beim Laternelaufen durfte er als Großer schon eine Fackel tragen und wenn ich ihn mir so ansehe, dann sehe ich schon das baldige Schulkind vor mir. Er ist im Moment wieder so zufrieden und sich selbst. Er fragt viel und er weiß auch schon viel. Hach. Ich möchte ihn gerne noch ein bisschen klein sein lassen, ihm abends Küsschen auf die Wange schmatzen, ihn beim Vorlesen im Arm halten und mit ihm spazieren gehen. Aber er will das schon nicht mehr. Manchmal lässt er sich mit einem Grinsen darauf ein. Bei diesem Mama-will-es-eben-so-Grinsen wird mir bewusst, dass er selbständiger ist, dass er beginnt seiner Weg zu gehen. Immer öfter. Zwischen Innenhof und Wohnung. Manchmal auch schon mit der Maus zusammen bis zur Oma. Und innerlich auch schon mal bis zu den Sternen.
Unsere Nächte werden entspannter. Die Minimaus schläft durch, die Maus gerne allein und der Mäuserich immer ruhiger. Und dann freue ich mich, wenn sich der Mäuserich nachts doch noch mal an meine Seite schmiegt und morgens sein Haarschopf zwischen meinen Kissen hervorlugt.
Die Seele der Maus wackelt hingegen ganz gewaltig. Papa ist blöd, Mama ist streng, alle vergessen sie und überhaupt sind kleine Geschwister nervig. Und dann ist sie wieder ganz kuschelig und will in einen Arm. Ach, wie anstrengend das ist. Ach, wie lieb ich sie habe.
Ich würde am liebsten Decken und Ponchos stricken, damit ich die Maus einspinnen kann in Netze und Fäden. Eine Art Kokon. Zur Sicherheit. Für Wärme und Geborgenheit. Leider kann ich nicht stricken. Deshalb hoffe ich, ihr das Gefühl von Aufgehobensein mit Worten, Taten und meinen Armen zu geben. Und sie auch gehen zu lassen, weil sie immer öfter einfach alleine sein will, ein eigenes Zimmer haben möchte und auch ansonsten mal in Ruhe sich selber finden muss.
Dann waren da noch der Geburtstag der Minimaus (Schon drei! Erst drei! Alles geht so schnell!), Pfefferminztee im Berliner Spätsommer (das möchte ich öfter haben), die Erkenntnis, dass ein Tag manchmal durch die Dinge Bedeutung bekommt, die wir nicht getan haben (ein Freund kam ins Krankenhaus und alles erscheint mir seit dem so endlich).
Und die Antwort auf die Frage des Mäuserichs: Wie nennt man einen Keks unter einem Baum? (Ein schattiges Plätzchen!)

 

Der schönste Moment

Wenn der Zug den Bahnhof verlässt, und ich mit meinem Kaffee und einem Buch aus der Welt bin. Zwischen dem Abfahren und Ankommen ein paar Stunden nirgendwo. Ich liebe das. Fliegenpilze mitten in der Stadt entdecken und sich für eine Sekunde nach den sieben Zwergen umschauen.
Bei unserem Nudelmann keinen Espresso bekommen, weil die Kaffeemaschine kaputt ist, aber trotzdem einen ganzen Teller voller Kaffeekekse, damit der Mäuserich nicht so traurig guckt.
Waffelessen mit der Maus. Zum Saisonabschluss in der Lieblingseisdiele und den Sommer leise verabschieden.
Kekstorte (Kalter Hund) mit den Kindern backen und danach alle in die Wanne stecken müssen. Nach der Arbeit nicht nach Hause gehen, sich in ein Restaurant setzen, ein Glas Wein trinken, ein Buch lesen und das knusprigste Hähnchen der Welt essen.
Wenn die Minimaus meinen Kopf in beide Hände nimmt und „schuschu“ (Kuscheln) flüstert. Und der Mäuserich mir sagt: „Mama, ich bin so froh, dass du so eine tolle Mama bist.“ (Ich hatte ihm gerade erlaubt, von seinem Geburtstagsgeld das riesige Flughafenlöschfahrzeug von Playmobil zu kaufen. Egal, das geht runter wie Weißwein).
Der Glücksquietscher der Minimaus als sie von der Uroma eine Puppe geschenkt bekam. Als wäre es die allererste Puppe in ihrem Leben und als gäbe es nichts Großartigeres auf dieser Welt. Gib es für sie auch nicht. Puppen sind wunderbar. Ihre Freude war so aufrichtig und federleicht, dass ich mir in dem Moment nichts mehr gewünscht habe, als ihr diese Unbeschwertheit für immer bewahren zu können.

 

Was ich für mich entdeckt habe

Immer noch Zartbitterschokolade. Dieses Mal mit Orange. Aber so sanft, dass man es kaum schmeckt. Göttlich.
Alleine im Büro des Mäusepaps sitzen, meinen Gedanken nachhängen, schreiben, Podcasts hören und den ersten Guide zum Thema „Das Vereinbaren vereinfachen“ entwerfen. Dieses Projekt genieße ich gerade sehr. Es ist meins. Es macht mich so richtig zufrieden.

 

Was ich momentan gerne anziehe

Ich kann mich nicht dazu durchringen, den Mantel aus dem Keller zu holen. Momentan trage ich immer noch Blazer, Snicker und Jeans. An kälteren Tagen schon mal mit einer Strickjacke darunter. Aber ich fürchte, bald ist es auch dafür zu kalt.

 

Ein paar Fragen 

Ersticken Haare unter einem luftlosen Fahrradhelm? Müssen beste Freundinnen Gedanken lesen können? Wann hat Shirin kein Heimweh mehr? Zum Glück durfte sie all ihre Plüschtiere nach Deutschland mitbringen! Warum muss ich immer alles alleine machen? Muss ich das machen? Schminkst du mich als Teufel? Geht das auch wieder ab? Jetzt gleich? Darf ich am nächsten Wochenenden wieder in dein Büro? Ist die Wohnung für uns groß genug? Ist unser Leben für uns groß genug? Wollen wir mehr? Darf man dankbar sein für das, was man hat, und trotzdem mehr wollen? Was wollen wir?

 

Unbezahlbare Geschenke

Das Bild des Mäuserichs mit dem Papa als Mischung aus Zwerg und Spinne mit jeder Menge Bartstoppeln im Gesicht. Die Zeit, die mich der Mäusepapa am Wochenende ganz alleine sein lässt. Das abendliche Händchenhalten mit der Minimaus zum Einschlafen. Das nächtliche Aneinanderkuscheln, wenn alle drei Kinder in meinem Bett liegen (einziger Nachteil, der Mäusepapa muss dann umziehen). Das zaghafte Lachen der Maus, wenn wir uns zum Abendbrot Witze erzählen. Das brüllende Lachen des Mäuserichs, wenn etwas urkomisch ist. Das zufriedene Grinsen der Minimaus, wenn sie etwas ganz alleine tun darf und es auch schafft. Die Geburtstagstorte der Oma für die Minimaus. Das Foto mit allen Gästen in Halloweenkostümen. Das Foto der Minimaus, wie sie zwischen Teufeln, Hexen, Vampiren, Skeletten und Monstern versunken im Treppenhaus ihren Schokoriegel nascht. Die Erkenntnis, sich trotz allem noch entscheiden zu dürfen.

 

Und dann war da noch dies

*Ein märchenhaftes Kinderbuch:
Kein Keks für Kobolde von Cornelia Funke
.
*Ein wunderschöner Pullover. Ich denke darüber nach, ob er bei mir einziehen darf.
*Wunderschöne Bilder von Müttern mit ihren Neugeborenen.
*Ein augenöffnender Film.
*Ein zauberhafter Onlineshop.

 

 

Wie war dein Oktober? Ich hoffe, er hat es gut mit dir gemeint. 

Habe eine schöne Woche!

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