Aus unserem Familienleben, Highlights, Monatsrückblick
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November 2017 (und was ihn entspannt gemacht hat)

Ich und wir

Der November ist etwas kaffeelastig, jedenfalls für mich. Die Termine im Kalender stauen sich. Trotzdem geht es uns gut. Es macht Spaß sich durch die Vorvorweihnachtszeit zu singen, zu klatschen, zu essen und zu drehen und wir warten sehnsüchtig auf den Weihnachtsmarkt. Am ersten Tag kaufe ich 10 Fahrchips für das Kinderkarussel auf einmal.

Ich erhebe es zu meinem Ritual, einmal in der Woche abends alleine durch die beleuchteten Straßen zu stromern und erst nach dem Abendessen zurück zu sein. Der Mäusepapa ist derweil mit den Mäusen zu Hause und ich sitze mit einem Buch und einem Rosé zum Aufwärmen in meinem Lieblingsrestaurant.

Zusammen genießen wir Konzerte, Wein, Besuche bei Freunden, das graue Wetter zum Nichtsmüssen.

Und ich genieße auch noch eine Nacht auf dem Süllberg mit einem grandiosen Menü und einem Blick auf die Elbe, der atemberaubend schön ist. Gerade wegen des Nebels und der Sonne, die zaghaft hindurchscheint, und auch wegen der Vorfreude auf ganz viel Zeit für mich mit meiner kleinen Schwester. Wie toll ist das!

Und wie toll sind die Misosuppe am Berliner Hauptbahnhof und der Jasmintee im Bok  und überhaupt die viele Zeit, die ich im November für mich alleine habe. Das tut mir so gut. Und danach freue ich mich wieder über die Füße, die sich nachts in meine Seite schieben und die Köpfchen mit dem flauschigen Haar, die mir den Platz auf dem Kopfkissen streitig machen. Die kleinen Hände, die nach meinen greifen und die Arme, die sich mit meinen verknoten.

Das Tüs, bei dem die Minimaus ihre Lippen ganz spitz macht und mit dem sie aus der Küche geht, als würden wir uns nicht in drei Sekunden wieder hineinkommen und dann ihr fröhliches Hi rufen. Und wie selbstverständlich sie beim Essen auf dem Schoß der Maus sitzt, als wäre das ihr angestammter Platz. Auf einem Schoß zu sitzen mag sie im Moment ohnehin lieber als auf ihrem eigenen Stuhl.

Die Luftküsse vom Mäuserich und der Minimaus beim Abschied morgens, wenn sie mich zusammen mit dem Mäusepapa an der S-Bahn absetzen.

Das Chili, das mir der Mäusepapa wieder öfter kocht. Das Konzert, das wir beide nach der Pause geschwänzt haben, um statt dessen essen zu gehen. Wie verwegen und frei wir uns dabei fühlen. Der Abend eine Woche später als wir zu zweit beim Asiaten sitzen und mehr Wein trinken und mehr reden als geplant. Es fühlt sich so an als würden wir danach einfach in unsere erste gemeinsame Wohnung ohne Kinderbetten! zurückkehren und den nächsten Tag bis zum Mittag schlafen können. Wie lange ist das her?

Der schönste Moment

Noch eine Woche, noch zwei Tage, noch einen Tag bis zum ersten Türchen im Adventskalender. Der Mäuserich kann nicht einschlafen und wir zählen zusammen die Tage und ob alle 24 Türchen noch da sind. Die Feststellung, dass der Mäuserich nicht mehr Höhlenforscher werden will- obwohl man da doch sogar Dinos ausgraben kann- sondern jetzt lieber Mitarbeiter bei der Sendung mit der Maus. Die Miene, mit der er mir verkündet: Das Leben ist wie eine Hühnerleiter. Kurz und beschissen. Bis dann ein Grinsen über sein Gesicht huscht. Das Moma und Popa der Minimaus. Habe ich davon schon erzählt? Es ist immer noch so hinreißend. Und das Mamiieeee, mit dem sich mich neuerdings ruft. Mit diesem langgezogenen iiiiiieh am Ende. Und die vielen Meins, die sie seit ein paar Tagen verwendet: Mei Lola (Roller), mei Tetty, mei Ginken (Trinken), mei Schu, mei Gacke (Jacke), mei Mama. Die Welt gehört jetzt ihr.

Endlich gelesen

Nicht viel. Diesen Monat habe ich mehr in anderen Blogs gestöbert und die Beiträge auf Instagram intensiver gelesen. Empfehlen kann ich trotzdem etwas: The Art of Non-Conformity von Chris Guillebeau. Das gibt es auch auf deutsch. Mich hat es ein paar Tage lang bei meinem neuen Montagsritual begleitet und ganz viele Denkanstöße gegeben. Und ich freue mich auch schon auf Lykke von Meik Wiking.

Gern gesehen

Dance Academy (Tanz deinen Traum, die Serie), Paddington und The Crown. Ich mag gerade eher leichte Kost, finde die aber richtig gut.

Neu entdeckt

Der Montagabend-Rosé für mich ganz allein und die innere Bereitschaft, mir selbst mehr Wünsche zu erfüllen. Angefangen habe ich mit In Winter von Katie Melua. Und dann noch Jour von Hugo Boss und der korallenfarbene Lippenbalm von eos. Ich liebe die gerade sehr. Und die Memorie-Box von Cheerz habe ich mir auch gegönnt. Ich fülle sie in den nächsten Wochen nach und nach mit meinen Lieblingsfotos. Aber im Grunde meine ich mit dem Wünsche erfüllen, meine Bedürfnisse weiterhin mehr zu beachten.

Was noch? Mehr schlafen löst viele Probleme. Ganz ehrlich. Die Maus ist eine ganz tolle Begleiterin, wenn wir zu zweit unterwegs sind. Wir reden, erzählen uns Geschichten von Freundschaften, den Widrigkeiten des Schulalltags und allem möglichen und unmöglichen. Ich genieße die Zweisamkeit mit ihr sehr und muss sie gleichzeitig schon ein bisschen loslassen (oh ja).  So groß und eigensinnig ist sie gerade schon.

Und dann sind da noch diese Bilder von dem dänischen Fotodesigner Peter Funch mit den tanzenden Flummis in den Straßen von San Franciso. Das ist ganz zauberhaft, oder?

Weihnachtswünsche

Zusammen sein, alleine sein. Und beides unter einen Hut bekommen. Eine neue Tasche wie diese Saddle Bag, ganz viele neue Bücher, noch mehr solcher großartigen Konzerte hören, wie das mit Barbara Hannigan neulich.

Meinem Vater verzeihen können, dass er damals viel zu früh aus dem Leben gegangen ist. Ich konnte das schon mal, aber gerade bricht da ganz viel wieder auf. Ich arbeite daran.

Schnee, Glühwein, mal einen ganzen Crépe für mich alleine, mit Banane und Nutella. Das dürfte nicht so schwer werden.  Insgesamt gesehen will ich langsamer werden. Mehr sehen, mehr fühlen, mehr bei mir sein. Das wird mir wichtiger gerade, sonst verpasse ich zu viel von mir, von meinen Kindern, von meinem Mann, von diesem WIR. Und vom Rest meines Lebens.

 

Und ihr so? Wie geht es euch? War der November gut zu euch?

 

1 Kommentare

  1. Hallo Manuela,
    ein ganz feinfühliger Beitrag, den du da geschrieben hast. Mein November war da das komplette Gegenteil: vollgepackt, aufregend, neu, getacktet, abtenteuerlich, spannend, aber das weißt du ja alles😉
    Ganz lieben Dank auch für deine Nachricht! Nachdem ich sie in den versunkenen Abgründen durch Zufall entdeckt hatte, war ich so gerührt, dass ich die darauffolgende Nacht damit verbrachte, mein Problem endlich zu lösen. Und siehe da, es hat geklappt! Nun kann man endlich auch bei mir Kommentare hinterlassen. 😁
    Für deine Unterstützung danke ich dir ganz herzlich.
    Hab eine schöne Adventszeit, ein liebevolles Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!
    Liebe Grüße,
    Ewa

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