Beruf, Familienleben
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Mütter sind vieles und auch mal Coachee

Wir haben schwierige Monate hinter uns. Es lief vieles nicht so ganz rund.

Alles kostete Zeit, Kraft und Geld. Vor allem Kraft.

Mir ist manchmal nicht mehr ganz klar, wer ich bin und was ich sein will. Ich weiß gerade noch, was ich sein muss.

Da wäre zunächst einmal meine Rolle als Mutter, als Juristin und als Ehefrau. Seit ungefähr 10 Jahren bin ich das. Nun gut, Juristin war ich schon vor dem Ehefrau sein und Mama bin ich „erst“ seit 8 Jahren. Doch nach diesen großen Drei kommt eine Weile nichts mehr, irgendwann ein kleines Gastspiel als Freundin, Beraterin, Tochter, Enkelin und manchmal auch als Yoga-Anfängerin.

Einiges davon bin ich ganz automatisch, ich muss mich dabei gar nicht besonders anstrengen und freue mich, wenn es mir gut gelingt. Anderes wiederum kostet mich Überwindung und Energie. Und die ist arg begrenzt. Er hat sich in den letzten Monaten so eingeschlichen, dieser Energieverlust. Diffus spüre ich, dass es viel geworden ist, zu viel manches Mal.

Was ist zu viel, will der Mäusepapa dann wissen. Und ich kann nur sagen, ALLES.

Ich vermute, dass ich wie viele berufstätige Mütter nicht die Pausen bekomme, die ich bräuchte, dass ich zu selten meinen eigenen Interessen nachgehen und Kraft tanken kann, dass sich in meinen Kopf nichts mehr frei und leicht anfühlt und ich deshalb oft übellaunig, ungeduldig und auch überfordert bin.

Zu oft, wie ich finde.

Und als es losgehen sollte damit, mir mehr Freiräume zu gönnen, wurde der Mäusepapa krank. Es hat Monate gedauert, bis er wieder auf dem Weg der Besserung war. Inzwischen ist es wieder gut.

Ich könnte jetzt durchatmen und ich weiß gar nicht mehr wie das geht.

Ich habe mich fest gefahren, kann nicht mehr abschalten, fühle mich gefangen, eingeengt und habe ständig Fluchtgedanken. Alles geht mir zu langsam, dann wieder zu schnell, mein Akku ist immer leer und mein Seelenfrieden hängt permanent am seidenen Faden.  Frage ich mich selbst, wie es mir geht, seufze ich nur noch und fragt mich jemand anderes, wie es mir geht, breche ich in Tränen aus.

Meine Ärztin sagt, ich bin erschöpft.
Mein Mutter sagt, ich bin zu perfektionistisch.
Mein Mann sagt, ich bin zu selten unterwegs.
Mein Kopf sagt, ich bin zu viel von allem.

Im Moment bin ich nicht einmal mehr überzeugt von dem, was mir einst so wichtig schien. Ich möchte mal wieder das Gefühl haben, Zeit für etwas zu haben. Wirklich Zeit und nicht nur eine Kaffeepause lang. Ich würde zum Beispiel gerne ein Buch schreiben, weniger arbeiten, weniger Pflichten haben, mehr ICH sein.

Aber wie geht das mit drei Kindern und der Notwendigkeit, Geld zu verdienen? Welche Stellschrauben habe ich und welche Änderungen sind nötig, um mich im Alltag wieder zu finden?

Was genau suche ich da eigentlich?

 ?

Weil ich diese Fragen nicht alleine und auch nicht mit dem Mäusepapa klären kann, habe ich mich jetzt für ein Mütter- Coaching entschieden. Ich werde zum Coachee.

Morgen ist das Vorgespräch und ich hoffe sehr, dass es ein Schritt in die richtige Richtung ist. Ein Schritt zum FINDEN.

 

4 Kommentare

  1. Oh, ich kann dich so gut verstehen! Wenn man die ganze Zeit angespannt war, sitzt man irgendwann genauso angespannt in eigentlichen Entspannungsphasen und lauert auf das nächste was da kommen könnte… so geht es mir jedenfalls. Ich bin mal gespannt, was Du vom Coaching berichtest. Liebe Grüße

  2. Ich wünsche Dir alles Gute! Drei Kinder und berufstätig, davor ziehe ich meinen Hut. Ich bin sehr gespannt auf Deine Erfahrungen als Coachee.

  3. Besten Gruß von einer anderen Dreifachmutter mit Job. Ja, es ist oft einfach zu viel. Ja, irgendwann wird es wieder anders.

    Und wenn es zwischendurch nicht mehr geht, muss man was ändern. Oder erst mal rausfinden, was es ist. Da scheinst Du ja auf dem besten Weg. Wünsch Dir alles Gute! Und das ist spannend

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