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Kunst angucken mit Kindern

Kunst angucken mit Kinder / Martamam-Blog

Jedes Mal wenn ich an einem dieser Plakate für Kunstausstellungen vorbeikomme, packt mich die Sehnsucht. Nach Farben, Pinselstrichen, Bildern, Hinsehen, Nachdenken, den Kopf mit dem ANDEREN füllen, das es noch so im Leben gibt. „Ich will mal wieder Kunst sehen“, jammere ich meiner Mutter irgendwann beim Kaffeetrinken vor. „Na, dann tu es doch.“, antwortet sie: „Was hält dich davon ab?“ Ich schaue zu meinen drei Mäusen hinüber, die sich gerade um ein Stück Knete mit Augen streiten: „Dafür müsste ich mir wohl extra frei nehmen.“ Sie zuckt mit den Schultern: „Nimm sie doch mit!“.

Ich denke darüber nach. Als die Kinder noch klein und ich in der Elternzeit war, habe ich mir die Minis im Tragetuch vor den Bauch gebunden und bin mit ihnen durch die Ausstellungen spaziert. Das war herrlich.

Als die Kinder bei uns mehr und größer wurden waren wir dann zwar ein paar Mal zur Kinderzeit in der Kunsthalle oder wir sind explizit in einem Museum für Kinder gewesen. Einmal auch im Es Baluard, dem neue Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Palma. Da gab es große Räume, wenige Besucher, nette Aufpasser und sogar einen Aussichtsturm. Aber mehr hatte ich mir und uns bisher nicht zugetraut. Dabei hatte das schon ganz gut geklappt. Also, warum nicht? „Ich will mit euch mal wieder in eine richtige Kunstausstellung.“, erkläre ich also dem Mäusepapa. Der nickt nur stumm und damit ist es beschlossen.

 

 

An einem verregneten Ferientag, an dem wir eigentlich einen Stadtbummel durch Aarhus machen wollen, ist es so weit. Wir hören den Regen auf das Autodach prasseln und biegen spontan zum ARoS ab. Das ist das Kunstmuseum mit der bekannten Panorama-Installation auf dem Dach. Darf man da mit Kindern rein? Dürfen wir. Wir und alle anderen Eltern, denen wir dort begegnen.

 

 

Das ARoS ist hell und groß. Seine Architektur erinnert meine Kinder an ein modernes Märchenschloss und die Wendeltreppe muss dann auch gleich mehrfach hinauf und hinunter gegangen werden. Weil es dabei so schön im Kreis herum geht. Wir teilen uns immer mal wieder auf, der Papa mit dem Mäuserich, ich mit der Maus und der Minimaus. Dann anders herum und manchmal auch alle zusammen. Als die Minimaus keine Lust mehr hat zu laufen, dürfen wir uns einen von den Stokkes im Museum leihen. Der ist kostenlos und die Minimaus findet ihn große Klasse. Sie bleibt also zufrieden eine Viertelstunde sitzen. Bis wir Hunger bekommen und erst einmal etwas essen müssen. Aber nur eine kurze Kaffeepause lang, denn dann müssen wir ganz dringend nochmal was nachsehen. „Bei dem Bild mit den Punkten an der dunklen Wand.

 

ARoS / Kunst und Kinder / Martamam-Blog

 

 

Sie machen mir irre Spaß, diese ganzen „Guck mal!“ und „Was ist denn das?“ und „Darf man das anfassen?“ und „Warum ist da auf dem Bild nur ein Muster?“ und „Wusste der Maler geich am Anfang, was er malen will?“ und „Steht das jetzt hier immer oder darf er sich das wieder mitnehmen?“ und „Ist das da jetzt auch Kunst, Mama?„. Auf einmal sehe ich die Bilder und Installationen mit ihren Augen. Neugierig, neu, anders. Das ist toll. „Boah, hast du den gesehen? Und warum sind da Augen im Glas? Und wieso bleiben die Leute da alle stehen„… Wir gucken und rätseln, wundern uns und erschrecken auch mal, wir lachen, wir entdecken Kleinigkeiten in riesengroßen Bildern und wir finden echt viele Antworten auf schwierige Fragen.

 

 

Am Ende darf sich jeder noch sein Lieblingsmotiv auf einer Postkarte im Museumsshop aussuchen. Und einen Magneten mit dem riesengroßen Jungen darauf, bei dem wir uns nicht einig werden können, ob er nun traurig oder wütend oder nachdenklich oder müde ist. Wir überlegen immer noch als wir schon längst wieder im Auto sitzen und durch den Regen zurück fahren. Der Himmel ist immer noch ganz schön grau, aber im Kopf haben wir jetzt den Regenbogen, durch den wir ganz zum Schluss dann auch noch gelaufen sind.

 

 

Ich weiß jetzt, Kinder passen ganz hervorragend in Kunstausstellungen, denn sie sind neugierig, offen und vollkommen unbefangen. Sie können beim Betrachten herrlich fantasieren und lassen auch mich über Fragen nachdenken, die ich mir so nicht gestellt hätte.

Kunst macht Kinder noch schlauer! Ohne Zweifel!


Und, warst du auch schon mit Deinen Kindern Kunstgucken? Wo ward ihr?

Genieße den Tag / Martamam-Blog

 

 

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