Aus unserem Familienleben
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Kindergeburtstag unter dem Meer

Meerjungfrauen oder Aquarium oder nein, warte, ich will eine Unterwasserparty. Das war es, was die Maus antwortete als wir uns zusammensetzten und die Party für ihren 9. Geburtstag planten. Es hatte alles etwas mit dem Meer zu tun und damit, dass sie ein Meerjungfrauenkostüm tragen wollte. Überrascht hat mich das nicht, denn schon zu ihrem 8. Geburtstag hatte sie sich eine solche Party gewünscht und daraus geworden ist damals ein Fototermin im Meerjungfrauenkostüm. Ein Kompromiss, weil ich so ungern Geburtstagspartys ausrichte, weil ich jedes Mal von Herzen froh bin, wenn das jemand für mich übernimmt und weil es in Museen und Kunsthallen so viele wunderbare Projekte und Geburtstagsideen gibt. Aber die Märchen-Rallye im Völkerkundemuseum letztes Jahr war doch super, hakte ich deshalb vorsichtig nach. Ja schon, die war auch gut, sagte die Maus, aber keine Meeresparty. Und es sollte einen Schatz geben wie in dem Buch von der kleinen Nixe Mirella und ein Fischernetz mit Muscheln und Fischen darin und auch eine Torte mit einer Meerjungfrau darauf. Ich kam ins Schwitzen und war froh, dass es bis zur Feier noch 4 Wochen waren und mir die richtigen Knüller ganz sicher noch einfallen würden. Schließlich sollte die so sehr gewünschte Geburtstagsparty gut werden. Ich rechnete schnell nach, wann die Oma von ihrer AIDA-Reise zurück sein würde. Und dachte, zum Glück gibt es ganz viele zauberhafte Blogs von Müttern, die solche Partys besser „schmeißen“ können als ich, und die netterweise auch darüber schreiben wie im ganz wunderbaren DIY – Blog von Sabine Seyffert oder im fröhlich, bunten Blog auf Tambini mit vielen, tollen Ideen zu Kindergeburtstagen. Irgendetwas Nachbastelbares und Buntes und  Fröhliches und vor allem ein 9jähriges Mädchen zufriedenstellendes müsste sich da doch finden lassen. Trotzdem nahm ich mir insgeheim vor, den nächsten Geburtstag wieder in einem Museum zu feiern.

Vier Wochen später saßen wir an unserem Küchentisch, um das Unterwasser-Schneegestöber für den neunten Geburtstag der Maus Probe zu basteln. Ich müsste jetzt ausführlich darüber schreiben, wie viel Spaß wir dabei hatten, wie sonnig dieser Nachmittag war, dass ich mich immer wieder gefragt habe, wie andere Mütter das so schaffen, wie stolz ich am Ende unserer Bastelstunde über dieses durchaus ansehnliche Glas war und wie fröhlich die Maus mit mir plauderte, weil dieser Anfang schon mal für eine super Meeresparty sprach. Sie hat das Probe- Schneegestöber gleich in unser Küchenbord mit den größten Schätzen gestellt, und ihr Meerjungfrauenkostüm drei Tage vorher bereit gelegt. Die Oma hat uns ein wunderschönes Tiefseebüffet gezaubert. Und dass die Pinata nach der Geburtstagsfeier liebevoll wieder nach Hause getragen, geflickt und über das Bett der Maus gehängt wurde, damit sie sich noch ein wenig an den Geburtstag erinnern kann, sagt vielleicht mehr über unser Unterwasser-Tiefsee-Meeres- Fest aus als viele Worte.

Das Büffet:

 

Die Pinata: Das Ende der Pinata hat zunächst Tränen ausgelöst. Sie war auch arg mitgenommen. Aber Spaß hat es gemacht. Am besten ist es, vorher auszulosen oder festzulegen, wer beginnt (vllt. das Geburtstagskind zuerst).  Es kann vorkommen, dass bei 14 Kindern nicht alle ihr Glück versuchen können, weil die Pinata schon vorher auf geht. Zudem weiß ich inzwischen, dass der Stock zum Schlagen überraschend robust sein sollte. Der kleine Kinderbesen, den wir dafür benutzt haben, hat es nicht überlebt.  Befüllt habe ich die Pinata mit Süßigkeiten, die einzeln verpackt sind z.B. Maoam, Gummibärchentüten, Kaugummis, Smartiestangen….

 

Die Tiefsee-Rallye: Statt einer Schatzsuche habe ich mich für eine Rallye entschieden. Ich habe insgesamt 6 Stationen aufgebaut, an denen die kleinen Meeresbewohner jeweils 6 abenteuerliche Unterwasserprüfungen bestehen mussten. Für jede bestandene Aufgabe gab es einen Stempel und am Ende den Gewinn (Mitgebsel).


Das Unterwasser-Schneegestöber:
Einweckglas mit Deckel für jedes Kind (Die Maus hatte 11 Kinder eingeladen und ihre Geschwister wollten auch dabei sein. Deshalb habe ich es nicht geschafft, so viel Marmelade zu essen, das für jedes der 14 Kinder ein Glas da sein würde. Also habe ich die Gläser kurzerhand und kostengünstig bei     bestellt. Hilfreich war es auch ein paar Gläser zum Probebasteln und für etwaige Missgeschicke zu viel zu haben), Wasserpflanzen aus dem Aquarienzubehör, Meerestiere, Glitter und Perlen, Heißkleber (bei größeren Kindern)  oder wasserfesten Kleber (für die Kleineren), destilliertes Wasser, Chenilledraht, Schere.

1) Die Pflanzen, Tiere und alles, was im Glas fest sitzen soll, mit dem Heißkleber oder dem wasserfesten Kleber auf dem Deckel befestigen. Als Untergrund eignen sich Muscheln, Steine oder wie bei uns die Kunststoffsockel der Wasserpflanzen.

2) Das Glas mit Glitter, Perlen und allem, was darin frei schwimmen soll befüllen. Jeder darf sein Glas selbst gestalten. Ein kleiner Tipp: Bei zu viel Glitter sieht man nicht mehr viel vom Inhalt. Wenn die Pflanzen zu groß und glasfüllend sind, besser ein wenig kurz schneiden, ansonsten schwimmen die Meerestiere nicht sondern hängen schnell fest.

3) Jetzt muss der Kleber gut trocknen. Der Heißkleber muss nur abkühlen, das geht schneller.

4) Das destillierte Wasser großzügig bis zum Glasrand einfüllen, damit am Ende keine allzu große Luftblase entsteht.

5) Den Deckelrand von innen mit Heißkleber/wasserfestem Kleber einschmieren. Deckel fest andrücken und zuschrauben. Dabei brauchen die Kinder etwas Hilfe. Vor dem Umdrehen des Glases alles erst abkühlen oder gut trocknen lassen.

6) Nach dem Umdrehen können die Gläser nun auch von außen noch gestaltet werden. Wir haben Chenille-Draht in Blau- und Grüntönen darum herum gewickelt und Muscheln auf die Deckel geklebt. Es lassen sich aber auch andere Bänder (z.B. Paillettenbänder) und Anhänger verwenden.

7) Schütteln!

 

Ich wünsche euch viel Spaß bei euren Vorbereitungen. Kommt gut durch die Woche.

 

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