Familienleben Mehr lieben Monatsrückblick

Januar 2018 (und was ihn erst viel zu schnell und dann doch noch entspannt gemacht hat)

Monatsrückblick Januar 2018 / Martamam

Wie die letzten Wochen waren:

Der Januar ist ein grauer Monat gewesen. Für ein, zwei Tage war er still und weiß und fröhlich. Und dann wieder grau und dunkel und unglaublich ermüdend. Es war irgendwie hektisch, so viel zu tun, zu umsorgen, zu heilen und zu denken. Umso wichtiger war es, dass ich auf mich selbst acht gegeben habe, dass ich mir Zeit genommen habe zum Atmen, zum Keramik bemalen, zum in die Kaffeetasse gucken, auch zum so gedämpft sein, das manchmal sogar ein Traurigsein war. Das war dann nicht schön und nicht leicht, sondern genauso grau wie es vor dem Fenster war, aber trotzdem richtig. Dieses eine Thema in mir, dass nicht zur Ruhe kommt und sich gerade seinen Weg sucht. Über das Wahrnehmen und das Traurigsein, wie mir jemand sagte. Das sei sein Weg nach draußen.

Wahrscheinlich haben viele so ein Thema, das sie schon lange beschäftigt. Und irgendwann ist es dann soweit  und die Zeit ist da, es sich genauer anzusehen. Ich sehe es mir an und ich wünsche mir, dass es mir hilft, hier zu schreiben, mich dabei mit Schokokuchen einzudecken, mein Lieblingsparfüm zu tragen, mich in meinen Schal einzuwickeln, die Fußbodenheizung im Bad einzuschalten und zu meditieren. Irgendwann wird es nicht mehr wehtun und mich dann auch nicht mehr so traurig machen. Ich arbeite daran. Ich bin mutig, ich kann das. Und wenn es mich zu sehr einnimmt, dann drehe ich meine Runden zwischen Kuscheldeckensofa, Lieblingsbücherstapel, meinem Mann und den Kindern. Dann fühlt sich alles sofort wieder gut an.

Mein schönster Moment:  

Tatsächlich ein Moment ohne meine Kinder. Einfach vor einem Glas Wein sitzen, ein Buch lesen, etwas essen, Leute gucken, bei mir sein. Diesen Monat mag ich ganz besonders meinen Schreibtisch, das heißt das Schreiben und das Nachdenken können. Auch über meine Kinder. Ich begreife das erste Mal so richtig, dass ich den Abstand zu ihnen brauche, um sie besser sehen zu können. Während sie so um mich herum sind, kann ich das manchmal nicht. Dann geht alles viel schneller. In diesem Monat habe ich viel reagiert. Auf Husten, Schnupfen, Pläne, Tränen, Hunger, Kuschelnwollen, auf „Hast Du schon…?“ und „Weißt Du…?“, auf Elternbriefe und Ratlosigkeit, auf Reißverschlüsse, beißende Kälte, rote Hautstellen und Nutella im Gesicht, vor allem ganz oft auf Mamaaaaaa!. Meine Pausen lassen die Zeit ab und zu mal stehen. Dann kann ich in Ruhe nachsehen, wie es uns so geht und was wir brauchen. Das tut mir gut.

Und dann die Sätze vom Mäuserich, die ich mir gar nicht alle merken kann. Die aber so sind wieder dieser hier: „Ich habe im Kopf so ein Gefühl, im Bauch so ein Gefühl und in den Beinen so ein Gefühl. Der Kopf sagt, ich will mit Papa spielen, der Bauch sagt, ich will was essen und die Beine sagen, ich will rennen.“

Ein schönes Ritual:

Luftküsschen für meine Kinder morgens beim Abschied, wenn ich aus dem Auto steige und zur S-Bahn weiter gehe,  die aber inzwischen keiner mehr beantwortet. Bis vor ein paar Wochen noch flogen die Küsse zurück und ich musste meine Hand viermal und mehr an die Wange drücken, um zu zeigen, dass sie alle angekommen sind. Verändern sich Rituale mit Kindern immer so schnell? Wahrscheinlich schon. Ich halte dieses eine noch ein wenig fest und gebe trotzdem Luftküsse. Auch wenn ich jetzt öfter ungeküsst bleibe.

Was wir aber schon lange und noch immer machen, sind das abendliche Vorlesen, das nächtliche Händchenhalten, das morgendliche an der Tür stehen, aufeinander warten und dann gemeinsam losgehen. Und auch, dass ich beim Heimkommen jedes Kind einmal knuddeln und begrüßen will, auch wenn das nicht immer auf Zustimmung stößt. Mama eben…

Neu ist, dass wir Puppen und Teddys wickeln müssen, jedes Mal bevor ich die Minimaus wickeln kann. Und während ich assistiere,  versorgt die Minimaus ihre Puppenkinder und erklärt mir dabei, „Gaga nei, Ale nei, Mama nei, Papa nei, Moma, nei, Popa nei, ich nei, Puppe ja“ und dann wieder von vorne. Oh ja, wir brauchen gerade sehr lange fürs Wickeln.

Nachgedacht und umgedacht:

Über das Muttersein, über das Familie sein, über das Paar sein, über das Kind, das ich mal war, und über das, was mir damals gefehlt hat und wie ich diese Lücke jetzt für mich auffüllen kann.  Neu gedacht habe ich, dass ich alles habe, was ich will, wenn ich mir die Zeit nehme, es zu sehen und darüber nachzudenken. Dann fühle ich mich beschenkt. Das nennt sich wohl Achtsamkeit.

Apropos beschenkt:

Ein unglaublich großes, farbenfrohes Herz gab es für mich vom Mäuserich: „Mama, ich hatte das Gefühl, ich muss dieses Herz für dich malen.“  Hachz!

Gesehen und gelesen:

  • Die Musketiereauf Netflix– einfach mal zum Schwärmen. Attraktive, ehrenvoll kämpfende Männer angucken und der Gerechtigkeit beim Siegen zusehen. Das ist so gut.
  • Ich habe ganz viele neue Kinderbücher gelesen mit meinen Dreien. Abends und zwischendurch und manchmal auch noch ganz dolle spät. Weil es mir gerade so Freude macht. Meine Lieblingsbücher waren und sind:
    *„Snöfrid aus dem Wiesental -Das ganz und gar fantastische Geheimnis des Riesenbaums“ (Teil 3). Geschwungene Sätze und ganz viele wohlklingende Worte. Ich lese das so unglaublich gerne vor und der Mäuserich hört genauso gerne zu.
    *„Rico, Oscar und das Herzgebreche“.  Ich habe einfach mal damit begonnen, es vorzulesen, obwohl die Maus meinte, das verstünde doch keiner. Aber beim Vorlesen kann ich Sinnpausen einlegen, auch mal was erklären oder wir können gemeinsam überlegen, was der Rico wohl gemeint hat. Inzwischen lesen wir es zu dritt und lachen dabei viel. Eine Entdeckung! Obwohl wir auch hier mal wieder mit dem zweiten Teil begonnen haben und ganu unbedingt den ersten Teil nachholen wollen.
    *Und dann noch „Ein Regentag im Zoo“, das die Minimaus so gerne beguckt, aufklappt, wieder zuklappt, dabei lacht und murmelt: „Oinguin, Naho, Kokodi.“ Sogar eine kleine Schlägerei hat es morgens im Bad darum gegeben. Mit dem Mäuserich, der auch mal etwas auf- und zuklappen wollte. Die Minimaus hat allerdings gewonnen.
  • Im WWW bin ich gerade nicht so viel. Aber die Seite von Christine Koh „bostonmamas“ habe ich neu entdeckt und auch auf dem Blog „littleyears“ lese ich ab und zu gerne.
  • Und dann schleiche ich schon etwas länger um das Buch von Paul Kalanithi „Bevor ich jetzt gehe“ herum. Er hat es vor seinem Tod für seine kleine Tochter geschrieben. Es soll unglaublich gut sein, aber ich wage mich nicht so ganz heran. Bin momentan so ein Weichkeks.
  • Und das „Judgement Detox Release the Beliefs That Hold You Back from Living a Better Life” von Gabrielle Bernstein interessiert mich auch brennend. Ich glaube, das wünsche ich mir zum Geburtstag.
  • Ich hätte auch gerne mehr Zeit, um einen kleinen Podcast ins Leben zu rufen, in dem ihr meine Beiträge und noch mehr Hintergrundinformationen dann sogar hören könnt. (Hat jemand damit Erfahrung und kann einen Kurs empfehlen?) Und überhaupt würde ich gerne viel mehr Zeit haben, im kleine Videos zu drehen, oder um mal wieder etwas zu malen und für einen Yogaworkshop. Alles so Wünsche… Mal sehen, vielleicht ganz bald.

 

Wie war der Januar zu dir? Ich hoffe, es geht dir gut.

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P.S. Übrigens, falls es hier in den nächsten Tagen etwas stiller wird. Ich arbeite gerade an dem 14-Tage-WENIGER VEREINBAREN. MEHR LEBEN – Experiment, das ich vor einiger Zeit angekündigt hatte. Es sind jetzt doch so viele Interessenten geworden, dass es losgehen kann. Spätestens am 12. März starten wir und bis dahin werde ich noch ein wenig mehr Zeit zum Schreiben brauchen. Es soll gut werden und dir ein oder zwei  Aha-Erlebnisse bescheren. Das wäre schon was. Ich freue mich jedenfalls darauf. Wer sich jetzt schon dafür vormerken lassen möchte, kann das hier tun.

 

 

 

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1 Comment

  • Reply
    Nina
    15. Februar 2018 at 17:33

    Wenn ich jetzt gehe – für dieses Buch muss man tatsächlich in der richtigen Verfassung sein. Ich empfehle es nicht für den Winter, dafür aber im englischen Original. Liebe Grüße Nina

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