Aus unserem Familienleben
Schreibe einen Kommentar

Großvater im Stau und ein verliebter Patenonkel

© Dmitry Naumov - Fotolia.com

© Dmitry Naumov – Fotolia.com

Was haben ein Großvater im Stau und ein frisch verliebter Patenonkel gemeinsam?

Ganz kurz: Sie kommen nicht zum Familienfest.

Okay, ich erkläre das gerne mal etwas ausführlicher:

Nun ja, der Großvater ist nicht unser Großvater sondern gehört zur Familie einer Freundin. Er hatte sich -obwohl noch dynamisch und keineswegs gebrechlich- geweigert, ausnahmsweise einmal die innerstädtische S-Bahn zu nehmen, um zum Geburtstag seiner einzigen Enkeltochter zu kommen. Die Straßen waren wegen eines Straßenfestes gesperrt und er kam nicht aus der Tiefgarage. Also war seine logische Konsequenz, dass er den Geburtstag verpasst.

So traurig diese Entscheidung sein mag, um so erhellender fand das mein Mann in Bezug auf meine Familie. Ich hatte schon einmal geschildert, dass er sich Sorgen macht, weil meine Mutter mit ihrem Lebenspartner zu uns in die Nähe ziehen wird. Er befürchtet einerseits zu viel Einmischung, was in meinen Augen unbegründet ist. Andererseits sieht er auch die Vorteile für uns. Und das erst recht, nachdem er von der Einstellung des besagten Großvaters erfuhr. Mein Mann meinte dazu, meine Familie sei für ihn zwar manchmal nervig und anstrengend, aber er wisse es zu schätzen, dass sie „Himmel und Hölle“ in Bewegung setzen würde, um ihre Versprechen einzuhalten und unsere Kinder nicht zu enttäuschen.

Und schon komme ich zum verliebten Patenonkel. Der gehört wiederum zu unserer Familie. Er ist einer der beiden Brüder meines Mannes und der Patenonkel unserer Maus. Er hatte schon Ende letzten Jahres zugesagt, bei der Einschulung der Maus dabei zu sein. Darüber hatte ich mich angesichts dessen, dass sich die Familie meines Mannes selten zu uns in den Norden verirrt, sehr gefreut. Nun hat er überraschenderweise doch abgesagt. Ich kann die Begründung verstehen. Ja, wirklich: Er ist seit einer großen enttäuschten Liebe vor mehreren Jahren endlich wieder frisch verliebt und möchte nun alles richtig machen und auf einer kleinen Ferienreise auch die Kinder seiner Freundin kennen lernen. Das überschneidet sich nun genau mit der Einschulung unserer Maus. Seine Prioritäten sind also verständlich.

Ich bin aber auch zu sehr Mama, um mich nicht doch ein ganz klein wenig darüber zu ärgern und mich zu fragen, ob das zeitlich nicht auch anders planbar gewesen wäre. Aber gut, immerhin wird auch dieses Mal meine Familie wie versprochen dabei sein. Und da meine Schwester auch die Patentante der Maus ist, wird auch diese Lücke gefüllt sein. Vielleicht ist es für die Maus ohnehin aufregend genug und die Abwesenheit des Patenonkels wird daher gar keine große Rolle spielen.

Mir hat das alles aber auch gezeigt, dass es mir als Mama sehr wichtig geworden ist, dass meine Mäuse -solange es noch geht- jede Menge Großeltern, Tanten, Onkel etc. um sich herum erleben. Gerade auch, weil wir mit den Familien nicht so nah beieinander leben, werden solche Anlässe für mich bedeutsamer. Leider werde ich auch in diesem Punkt nicht alles beeinflussen können und hoffe, meine beiden Mäuse fühlen sich dennoch geborgen und als Teil der Familien. Vor allem bestärkt es mich neben all der Bedenken meines Mannes darin, dass der Umzug meiner Mutter und ihres Lebenspartners in unsere Nähe ein großes Geschenk sein wird, weil unsere Mäuse noch einmal einen ganz anderen Bezug zu den Großeltern bekommen werden. Das ist etwas richtig Gutes!

 

Kommentar verfassen