Familienleben, Monatsrückblick
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Juli und August 2017 (und was sie sommerlich gemacht hat)

Dänemark mit Kindern

Das Leben:
Es waren zwei nachdenkliche Monate. Sommermonate ohne Sommer irgendwie. Jedenfalls nur manchmal. Und trotzdem fühlte sich alles gut an. Das Leben summte in mir. Das Eis schmeckte nach Erdbeer, Vanille und Schokolade. So richtig. Der Kaffee schmeckte nach Wind und Meer und die heißen Waffeln schmeckten nach guter Laune, nach sich selbst gut sein und ein bisschen auch nach Freiheit. Mehr jedenfalls als ich es noch vor ein paar Wochen empfunden habe. Manchmal glaube ich, dass ich dieses Vereinbarkeitsding geknackt habe; dass es natürlich etwas mit den Rahmenbedingungen zu tun hat, aber ganz viel auch mit mir selbst. Und zwar mit dem, was mir wirklich wichtig ist und mit dem, was ich nur denke, wichtig nehmen zu müssen. Ich schreibe ganz bald mal mehr darüber.

Familienleben:
Wir haben G20 gut überstanden, waren in Dänemark im Urlaub und sind jetzt wieder zurück. Dieses Zurücksein fällt uns noch schwer, denn die Tage am Meer leuchteten, rauschten, schäumten, prasselten und schwappten an unsere Füße und in unsere Herzen. Das ist schwer zurückzulassen. Deshalb hatten wir auch dieses Jahr wieder auf der Heimreise viel zu viele Muscheln, Stöcker, Steine, Strandgut und Sand im Gepäck. Die Fotos zeigen, wir haben viel gelacht. Ich weiß, wir haben uns auch gestritten, manchmal sogar etwas mehr als sonst, denn ganz schön große 9 Jahre und schlaue, aber unsichere 6 Jahre und ziemlich lebhafte 3 Jahre sind momentan schwer unter einen (Sonnen)Hut zu bringen. Aber das sieht man auf den Fotos nicht. Auf den Bildern bleibt nur das zurück, woran wir uns später noch erinnern werden. An unser Glück.

Schönste Momente:
So unglaublich viele. Die Urlaubsbilder auf Instagram genügen dafür gar nicht. Und meine Zeilen hier auch nicht. Vielleicht war es der Moment als es beim Frühstück in Kolding den leckersten Joghurt mit Waldbeeren und Honig für mich und warme Waffeln für die Mäuse gab und der Urlaub noch wie eine leere Leinwand ausgebreitet vor uns lag. Vielleicht war es der Blick vom Hügel der Jugendherberge in Kolding zur Stadt hinunter. Oder es war als der Mäusepapa im Schlaf gelacht hat und der Mäuserich ein paar Minuten später das selbe tat. Der Tag muss für beide super gewesen sein.

Und dann waren da noch diese Momente:

In Kolding ankommen. Tagsüber zu fünft sein. Auch nachts zu fünft sein. Die Minimaus lernt soo viele neue Wörter, vor Entzücken über ihr neues Shirt sagt sie schöh (schön). The Name on it. Der Mäusepapa macht ein Foto von mir, auf dem ich mich mag. Das coolste Foto von der Minimaus mit ihrem Papa mache allerdings ich auf dem Piratenboot. Der Mäuserich ist ein ganz schrecklich aussehender und Skipbo spielender Pirat. Die Maus stellt sich schon mal allein bei der Lego-Duplo-Bahn an, damit die Minimaus auch mal ganz vorne sitzen kann. Maus und Minimaus gehen Hand in Hand durchs Museum, immer um die nächste Ecke, hier mal gucken, da ein begeistertes „Dada“ und dann sind da noch eine Biegung, noch ein Gang und noch eine Tür…Nach Lokken weiterfahren.

Alleine in der Sonne sitzen und Rhababerkuchen mit Quark essen. Zu fünft in der Sonne sitzen und Zimtschnecken essen.

Wenn der Mäuserich sagt „Ich bin so stolz auf mich“ (Wann habe ich das das letzte Mal über mich selbst gesagt?). Wenn die Minimaus „Ei“ (Eis) schreit, wir kurz darauf zu fünft aus dem Fenster der Is Kompagniet schauen und beim Eislöffeln diese stille Zufriedenheit in der Luft liegt. Zusehen wie die Sonne über dem Meer unter geht und dabei mit den Füßen im Wasser stehen. Mit Kaffee von Fredi im Auto sitzen -die Mäuse futtern hinter uns ihr Kaernemaelkshorn- und den Gewitterregen über dem Meer abwarten. Den Regen nicht abwarten können und dann doch zu früh am Strand entlang laufen. Bei einem Regenschauer bis auf die Haut nass werden, danach heiß duschen und sich warm einmummeln. Vom Mäusepapa am Meer in den Arm genommen werden und sich versprechen, dass wir ganz bald hierher zurückkehren werden. Ach überhaupt das Meer….

Aha-Erlebnisse:
*Alle bekommen nasse Füße im Legoland und niemanden stört es.
*Wahre Liebe ist, sich die Bandbreite im Netz zu teilen. (Wir hatten im Urlaub kein WLAN und der Mäusepapa ließ mich über
seinen persönlichen Hotspot mobil mitsurfen.)
*Nieselregen, kühle 17 Grad, drei Kinder und ein Kunstmuseum ergeben einen klasse Tag.
*Die Minimaus kann sich alleine ihre Schuhe anziehen.
*Eine Runde am Strand schlichtet Streit. Jeden!
*Die Zeit dehnt sich im Urlaub aus und zieht sich dann in den letzten Tagen vor der Abreise blitzschnell wieder zusammen. 


Meine persönlichen Empfehlungen für einen wunderbaren Dänemarkurlaub mit Kindern:

*Zugucken wie Bolcher gemacht werden. Nochmal und nochmal….
*Ins Kunstmuseum ARoS auch mit drei Kindern. Nicht nur der Museumsshop ist superschön.

*Einen Tag ins Den Gamle By (historisches Museumsdorf) in Aarhus und sich in die historischen Gebäude, Cafés und Läden schockverlieben. Sich an seine Kindheit (in den 70ern) erinnern lassen, noch weiter zurückliegende Geschichte schnuppern und fetten Gänsen im Müllergarten beim Glücklichsein zusehen.

*Krebse fangen und Schollen streicheln im Nordsoenoceanarium in Hirtshals.

*Sich durch Skagen futtern: Im Ishjoernet gibt es Softeis mit so vielen verschiedenen Toppings, dass uns die Auswahl schwer fiel. Und das Iscafeen Skagen bietet hausgemachte Kuchen (u.a. Kekstorte, Aeblekagen, Zimtschnecken und leckeres Eis), richtig guten Kaffee und einen netten Platz an der Sonne.

*An der nördlichsten Spitze Dänemarks – Grenen – einmal nachsehen, wo Ostsee und Nordsee zusammenfließen; das einzigartige Licht dort bewundern, das schon Künstler inspiriert hat; sich zwischen Millionen von Steinen die schönsten heraussuchen und mit etwas Glück sogar einen Hühnergott finden.

*In Lonstrup noch viel mehr als sonst das Kunsthandwerk bewundern und zusehen, wie es gemacht wird; den versandeten Leuchtturm auf Rubjerg Knude besuchen -am besten noch bevor er in 10 oder 15 Jahren ins Meer stürzt-  und an der Steilküste (oben oder unten) entlang wandern. Dabei staunen, was sich das Meer alles so holt, Treibgut finden und Fernweh verspüren, an schwarz glänzenden Wellenbrechern vorbeiwandern, dem  ungeduldigen Meer zuhören und alles in Ziegelrot, Weiß und Blau sehen.

*Rhababerkuchen mit einem Schlag Quark essen (im Café 33 in Hjorring) nachdem die Kinder im Metropol Shoppingcenter ihr Taschengeld ausgegeben haben.

*Im Skallerup Seaside Resort das hauseigene Vandland mit Riesenrutsche und Kleinkindbecken besuchen (montags bis donnerstags ist es für auswärtige Gäste günstiger), danach entspannt zwischen Sanddorn und Strandhafer auf 18 Bahnen Minigolf spielen und anschließend im angrenzenden Café ein Eis oder Pommes mit 8 verschiedenen Dressings essen.

*Das Mollehusetscafé kurz vor Lonstrup besuchen, dort einen Spaziergang um die alte Mühle machen, hausgemachten Kuchen essen, Kaffee trinken und etwas von dem Keramikgeschirr kaufen, auf dem alles serviert wird.

*Im Legoland Billund auf Gold stoßen. Aber das wichtigste, alles machen können, wonach einem der Sinn steht: Jede Karusselrunde bis man satt davon bist; jede Bahnfahrt, bis man die Aussicht in alle Blickrichtungen kennt; Goldschürfen, bis die Finger klamm werden; Hotdogs essen, bis zwei halbe übrig bleiben; Haie zählen; in Höhlen eintauchen; mit Wasser herumspritzen; in letzter Sekunde doch noch zum Kinderschminken; fahren; drehen; schwimmen; klettern; nass werden, wieder trocken werden; sich treiben lassen; lachen; staunen; woanders sein; den Kindern beim glücklich sein zusehen. Bis jeder auf seine Weise richtig ausgefüllt davon ist und nur ein einziger Wunsch offen bleibt: Bald wiederkommen. (Am besten das Eintritts- und Parkticket vorher schon online kaufen, das spart Wartezeiten.)

*Zwischen Leuchttürmen, Hafen, Designerläden und Fischerhäusern durch Skagen schlendern und davon träumen, auszuwandern, Malerin zu werden und nebenbei sein Geld mit Aeblekaege, Kaffee und Softeis zu verdienen. Und davon, dass man sein Haus in diesem leckeren Gelbton streicht; und dass man Stockrosen und Strandflieder in den Vorgarten pflanzt, so dass alle stehenbleiben und Fotos von dem bezaubernden Garten machen. Sie können gar nicht anders. Und darüber nachdenken, hier einmal einen Malkurs zu belegen. Wegen der Farben und natürlich wegen des Lichts. Ach dieses Licht…Vielleicht angele ich mir eines Tages so einen smarten Typen von der königlichen Leibgarde und erlerne das Töpferhandwerk. Dann lebe ich fortan von Liebe, Meeresluft und Keramik. Na gut, ich behalte den Mäusepapa und sorge dafür, dass alle drei Kinder Design studieren. Sie entwerfen später alltagstaugliche Designwunder und besuchen uns für lange Spaziergänge in unserem Haus am Meer, in dem wir mit Touristen Bernstein schleifen und im warmen Abendlicht Smorrebrod servieren. Und wenn wir nicht gestorben sind, dann sammeln wir noch in 100 Jahren Muscheln und lächeln dabei still in uns hinein.

*Diese handtellergroßen Muscheln am Nordseestrand sammeln (ich verrate jetzt nicht, wo man sie am besten findet).

Das will ich unbedingt mit in den Alltag nehmen:
Die Ruhe, die ich am Meer empfunden habe, auch wenn es mal laut war (damit meine ich Kinder und Meer), und die Gelassenheit, mit der wir nassen Hosen, sandigen Füßen und verregneten Tagen begegnet sind. Ein Einweckglas voll mit diesen Gefühlen würde den Familienalltag leichter machen.

 

Und wie war euer Sommer so?

PS: In meinem Instagram-Profil findet ihr noch viel mehr Tipps und Bilder zum Dänemarkurlaub. Wer noch etwas mehr wissen will, kann mir auch gerne schreiben.

 

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