Familienleben
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Einer motzt immer….

Der Mäuserich auf dem Roller oder die Maus auf dem Fahrrad sind Situationen, die ich -wie so vieles andere- damals als frischgebackene Mama nicht habe kommen sehen und bei denen ich oft genug die Nerven verliere. Irgendwie ist mit dem täglichen Weg zwischen Schule, KiTa und Wohnung regelmäßig die Entscheidung verbunden, ob ich mich von meinen Kindern oder von Erwachsenen anmeckern lasse. Die einen finden mich blöd, weil ich Ihnen angeblich zu wenig zutraue, die anderen, weil ich meine Kinder überhaupt „auf die Straße“ lasse. Einer motzt eben immer…

Oft denke ich selbst auch, warum können die Mäuse nicht bis zum Abitur im Buggy sitzen bleiben? Aber nein, sie lieben es statt dessen, sich rennend, krabbelnd (ja, auch das) oder auch schleichend fortzubewegen. Das tun sie leider, leider nicht immer strikt geradeaus, sondern schlängelnd, oft auch quer zum Gehweg oder von Pfütze zu Pfütze hüpfend. Damit irritieren sie gehörig die zielstrebig gehenden oder fahrenden Erwachsenen. Oder sie bevorzugen das Fahrrad und den Roller, um die Wege zur Schule und zur KiTa schneller zurückzulegen. Sie sind eben Kinder und deshalb manchmal auch abgelenkt und den vielen Erwachsenen, die auf ihren Rädern (oft auch mit Fahrradanhänger) daher kommen oder zu Fuß unterwegs sind, nicht immer geheuer.

Ich finde, die Mäuse machen ihre Sache gut. Die Maus versucht sich zu konzentrieren, der Mäuserich ist sicher auf dem Roller, beide halten an den Straßenkreuzungen an und warten auf mein Okay. Trotzdem kommt es natürlich mal vor, dass sie einen wesentlich schnelleren erwachsenen Radfahrer nicht kommen sehen, den Radweg neben dem Fußgängerweg unbeabsichtigt mit benutzen oder beim Überqueren des Zebrastreifens zwar auf die Autos nicht jedoch auch auf den querenden Fahrradweg achten.

Heute habe ich mir (mal wieder) böse Blicke und blöde Bemerkungen eingefangen, als der Mäuserich ganz stolz den Zebrastreifen geschafft hatte, dabei jedoch den Radweg ignorierte. Ich finde es ziemlich viel, was er und auch ich da gleichzeitig zu beachten haben, denn an der Stelle sind zur Rush Hour neben den Fahrzeugen auch noch jede Menge Kindergarten- und Schulkinder, Fahrräder, ältere und jüngere Fußgänger, Hunde und Kinderwagen unterwegs. Ich bemühe mich schon sehr, meine Mäuse für den Straßenverkehr fit zu machen. Wir haben auch lange im Innenhof geübt, bevor es mit dem fahrbaren Untersatz ins wahre Leben auf den KiTa- oder Schulweg ging. Letztlich können Sie es aber nicht lernen, wenn sie es nie dürfen. Vor allem macht es sie irre stolz, wenn sie ihre Sache gut machen.

Und da stellt sich mir doch die Frage, ob man an so belebten Ecken wie dem Zebrastreifen vor der Schule als Radfahrer nicht auch mal mit Kindern rechnen müsste. Warum werde ich da als Mutter so schräg angesprochen? Halten ansonsten alle ihre Zwerge aus dem Straßenverkehr fern? Wohl kaum, denn sonst erklärt sich mir nicht die große Zahl an Roller oder Fahrrad fahrenden Kindern auf unserem Heimweg. Auch Vorschulkinder nehmen schon am Straßenverkehr teil. Das dürfen sie auch und meistens sind sie wie meine Kinder durch die Verkehrserziehung in KiTa und Schule so gut darauf vorbereitet wie es eben in dem Alter geht.

Und dass sie sich dabei noch nicht wie Erwachsene verhalten können, respektiert auch das Gesetz. So kennt es bei Verkehrsunfällen bis zum Alter von 10 Jahren keine Verantwortlichkeit der Kinder für entstehende Schäden. Mehr noch, bei Kindern unter 10 haftet der verletzende (erwachsene) Verkehrsteilnehmer, denn kindliches Fehlverhalten im Straßenverkehr gilt nicht (mehr) als „unabwendbares Ereignis“ sondern ist von Verkehrsteilnehmern vorauszusehen. Das Gesetz kennt hier auch kein Mitverschulden der Kinder und die Kleinen dürfen/müssen bis zum 10. Lebensjahr noch auf dem Gehweg fahren. Kinder im Straßenverkehr werden durch das Gesetz privilegiert behandelt. Der Gesetzgeber weiß es also. Kinder sind nun mal Teilnehmer im Straßenverkehr, auch wenn ich das als vorsichtige Mama manches Mal gern anders hätte.

Lieber Radfahrer von heute Nachmittag, ich bitte um Vorsicht, wenn Sie in der Nähe der Schule und der beliebtesten Eisdiele in unserer Gegend unterwegs sind. Es könnten dort tatsächlich Kinder „ihr Unwesen treiben“. Ich schaue auf meine Kinder und Sie bitte auch….

1 Kommentare

  1. Ich finde ehrlich gesagt, dass hier die Erwachsenen in der Pflicht sind für die Kids mitzudenken.
    Das sich Kinder im Strassenverkehr bewegen ist ja nicht erst seit gestern so. Ganz im Gegenteil – früher wurden die Kinder viel weniger „hin und her gefahren“ von ihren Eltern als heute.

    Ich versuche so was immer wegzulächeln. Lasst Euch nicht ärgern!

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