Mehr lieben Monatsrückblick

Ein Rückblick und ein paar Fragen an das Jahr 2018

2018 war das Jahr, in dem ich begonnen habe zu meditieren und dabei entweder eingeschlafen bin oder immer wieder geheult habe, weil ich so müde oder so gefühlig war. Und in dem ich mich ganz oft gefragt habe, ob ich jemals nicht so müde und gefühlig dabei sein werde. Die Antwort darauf habe ich inzwischen gefunden, aber sie hat auf sich warten lassen.

2018 war das Jahr, in dem es so viele Ohs und Ahas gegeben hat, dass ich sie nicht mehr zählen kann und sie haben mit meinen Kindern, mit Beziehungsdingen oder mit mir zu tun. 2018 war das Jahr, in dem die Samstage unsere Lieblingstage wurden, weil wir an dem Tag alles machen können, zum Beispiel nichts (während alle anderen einkaufen, putzen oder Liegengebliebenes abarbeiten) oder zum Nudelmann gehen oder in unserem Lieblingsviertel herumbummeln oder einen Ausflug planen oder einfach so loslaufen, irgendwohin, um zu sehen, wo wir ankommen.

2018 war das Jahr, in dem wir am Wochenende immer öfter ausschlafen konnten, weil der Mäuserich sich sein Müsli im Morgengrauen selbst macht und beim Löffeln dann ein Hörbuch hört, weil die Minimaus neuerdings gerne lange schläft und weil die Maus sich inzwischen heimlich das iPad stibitzt und „Full House“ zur Lieblingsserie erkoren hat. 2018 war das Jahr, in dem ich alleine am Meer, durch den Park, über ein Schiffsdeck, durch Roskilde spaziert bin. 2018 war das Jahr, in dem ich mich nicht mehr gefragt habe, wie ich sein sollte sondern wie ich bin. 2018 war das Jahr, in dem ich mir vorgenommen habe, alles wegzulassen, was mir keine Freude mehr macht und was mir nichts mehr bedeutet. Ich habe das manchmal nicht richtig einhalten können. Aber was soll´s? Auch das gehört zu mir.

2018 war das Jahr, in dem wir manchmal nicht mehr so genau wussten, was der andere meint und wir haben versucht darüber zu reden und immer weiter geredet, bis es irgendwie nicht mehr ging. Dann haben wir nicht mehr geredet, was sich auch nicht gut anfühlte, aber wir wussten eine Weile nicht, wie wir wieder damit anfangen sollen. 2018 war das Jahr, in dem ich verstanden habe, dass manches tatsächlich erst gut werden kann, wenn man mal schweigt und abwartet. Es war aber auch das Jahr, in dem mir klar wurde, dass die wichtigen Fragen immer wieder auftauchen, gerade weil man noch nicht genug geredet hat und dass man das dann auch mal ertragen muss. Dieses Darüberreden, über alles und uns.

2018 war das Jahr, in dem ich gemerkt habe, dass ich manchmal keine Kraft mehr habe, dass es dann trotzdem irgendwie weiterging und oft besser als es sich zunächst angefühlt hat. 2018 war das Jahr, in dem wir uns manchmal fremder waren als jemals zuvor, aber auch näher als sonst. 2018 war das Jahr der Auszeiten. Ein Essengehen mit der Maus. Ein Theaterbesuch mit dem Mäuserich. Ein Spielplatzbesuch mit der Minimaus. Ein Weihnachtsmorgenbummel, ganz alleine. Ein Tag am Meer mit ihnen. Mit ihm. Mit ihr. Mit mir.

2018 war das Jahr, in dem ich mich manchmal danach gesehnt habe, noch mehr alleine zu sein. Um mich dann aber daran zu erinnern, wie gut ich es habe und mit wie vielen ganz wunderbaren Menschen ich zusammen sein darf. 2018 war das Jahr, in dem ich nachts immer noch ganz oft wach geworden bin, weil zwei, vier oder sechs Arme sich um mich geschlungen haben.

2018 war das Jahr der Müdigkeit. Und auch das Jahr, in dem ich irre viele Bücher gelesen habe und am liebsten nur das gemacht hätte. Oder schlafen. Den ganzen Tag. 2018 war das Jahr, in dem ich gerne ganz viel verändert hätte, aber nicht wusste was, und deshalb habe ich erst einmal nichts geändert und mir nur vorgenommen, offen zu sein für alles, was da ist. 2018 war das Jahr der „Geh bitte vorbei”- Momente. Und meistens hatten sie mit ihm zu tun. Oder mit mir. Wer kann das schon so genau voneinander trennen?

Aber da waren auch ganz viele „Bleib noch“ – Augenblicke, die meisten hatten mit Maus, Mäuserich und Minimaus zu tun, mit ihrem Geschwistersein – Händchen haltend, sich beschützend, beim Anziehen helfend, lachend, wenn sie zusammen Quatsch machen oder sich gegenseitig ihr Lieblingsbücher vorlesen (auch die Minimaus, die dabei so ihren ganz eigenen Vorlese-Singsang entwickelt hat), und sich umarmend. Überhaupt: Umarmen. Wir fünf, wir vier, wir drei, wir zwei, WIR.

2018 war das Jahr, in dem ich gelernt habe, dass es okay ist, mal nichts zu wissen und stattdessen zu fühlen. Den Gefühlen aber trotzdem nicht alles zu glauben. Und das mich das näher zu mir selbst bringt. 2018 war das Jahr, in dem ich meine ersten richtig guten Meditationsübungen geschafft habe. 2018 war das Jahr, in dem ich gelernt habe, deutliche Grenzen für mich zu ziehen. 2018 war das Jahr, in dem die Minimaus irre viele Wörter gelernt hat, der Mäuserich ein Schulkind geworden ist und die Maus ihre Leidenschaft fürs Theaterspielen entdeckt hat. 2018 war das Jahr, in dem ich viel weniger oft die Geduld verloren habe. 2018 war das Jahr, das mich zwar mit Fragen, Lücken und offenen Themen, aber dennoch ganz dankbar zurücklässt. Irgendwie auch gerade deshalb so dankbar, weil ganz viel (wieder) offen ist.

Und jetzt zünde ich eine Kerze an und schreibe all das auf einen Zettel, was ruhig in 2018 bleiben darf. Und dann zünde ich auch den an, einfach weil es gut tut, Dinge und Gedanken loszulassen. Später, wenn alle schlafen, setze ich mich ans Fenster, futtere einen Berliner und schlage ein neues Tagebuch auf. Ich schreibe erste Antworten hinein, auf ein paar Fragen, die ich mir ausgedacht habe, weil das ja bekanntlich beim Sortieren hilft und weil es überhaupt ganz dolle vorfreudig macht. Und danach schreibe ich noch einen Wunschzettel für 2019, weil ich daran glaube, dass mit dem Wünschen alles beginnt.

Falls Du das auch gerne tun willst – hier sind meine Fragen an 2018:

  1. Das zurückliegende Jahr in drei Sätzen?
  2. Ein Erlebnis aus dem Jahr 2018, das sich so wiederholen dürfte?
  3. Was hast du an dir selbst entdeckt?
  4. Ein Ort, der dich glücklich gemacht hat?
  5. Ein Mensch, dem du dich besonders nahe gefühlt hast?
  6. Auf welcher Frage hast du herumgedacht?
  7. Was hast du 2018 gelernt?
  8. Wofür bist du dankbar?
  9. Wenn du es dir aussuchen könntest: Soll im nächsten 2019 möglichst alles so bleiben wie es ist oder mehr Veränderung bringen?
  10. Wie geht´s deinem Herzen?
  11. Ein Wunsch fürs nächste Jahr?

Komme gut ins Neue Jahr. Ich hoffe, es bringt Dir viel Gutes. Schön, dass Du hier bist!

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