Aus unserem Familienleben
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Die Zeit war kurz, die Zeit war lang…

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… die Minimaus ist inzwischen schon 13 Monate alt und ihr erster Geburtstag liegt einen Monat zurück. Meine Elternzeit ist zu Ende, ich bin wieder im Büro und habe am Geburtstag der Minimaus ausgiebig das Mäuschen und auch mich gefeiert. Das Jahr war toll und ich bin froh, dass es vorbei  ist.

Nun ja, ich bin nicht froh im Sinne von „es-endlich-hinter-mir-haben“. Ich bin vielmehr erleichtert, dass alles ganz gut gelaufen ist, dass Minimaus nicht viel krank war, dass ich noch einmal die schönen Seiten dieser intensiven ersten Babyzeit erleben konnte, dass sich Mäuserich und Maus schnell in unsere Jüngste verliebt haben, dass wir unsere neue Familienkonstellation zu fünft ganz bald prima fanden, dass wir noch einmal viel reisen konnten, dass Minimaus den Kita-Start gemeistert hat und dass ich nun langsam wieder in den Büroalltag zurückfinde. Letzteres ist mit meinem Herzen nicht gar so leicht zu vereinbaren, da nützt mir auch nicht viel, dass ich grundsätzlich gerne arbeite und es immerhin das dritte Mal ist.

Ich hatte allerdings immer gemischte Gefühle, was mein Jahr zu Hause angeht. Einerseits wollte ich es genießen und noch einmal als besondere  Auszeit vom Berufsleben betrachten. Andererseits habe ich oft gespürt, dass ich nicht mehr so viel Geduld und Energie für ein Baby habe. Manchmal ertappte ich mich bei dem Gedanken, wie es wohl wäre, wenn nach dem Mäuserich kein Kind mehr gekommen wäre oder dieses Mal doch endlich der Mäusepapa zu Hause bliebe oder -und das gefällt mir besser- ich versuchte mir vorzustellen, wie es mit einer vierjährigen Minimaus dann so sein wird. Sie muss natürlich nicht schneller groß werden als die anderen beiden und ich werde die noch verbleibende Babyphase mit der Minimaus so gut es geht genießen.

Gleichwohl ist unser Alltag anspruchsvoller geworden. Es ist kräftezehrender, ein Baby und zwei größere Kinder zu koordinieren, (mal wieder) einen Umzug zu organisieren, nach einem Jahr ins Büro zurück zu kehren und mich selbst bei alldem nicht zu vergessen. Auch der Mäusepapa ist angestrengter und müder als sonst. Wir haben immerhin noch einmal mit dem Windeln wechseln angefangen, wir haben wieder von vorne über die sichere Eltern-Kind-Bindung und über die Frage nach der richtigen Betreuung nachgedacht, wir brauchen mehr als sonst die Unterstützung der Oma, wir planen viel mehr im Voraus, wir vergessen mehr und wir gehen abends früher schlafen.

Hinzukommt, dass uns die Endlichkeit des Lebens im Nacken sitzt. Wir kommen gefühlt aus der „Friede, Freude, Eierkuchen-Phase“ heraus in eine Lebensphase hinein, in der wir uns mehr als sonst von lieben, wichtigen Menschen verabschieden müssen, in der wir uns auch von manchen  Lebensplänen verabschieden müssen und in der wir irgendwo ankommen wollen oder für unsere Mäuse auch müssen. Wohnungswechsel werden schwieriger, wenn die Mäuse Wurzeln schlagen und in der gewohnten Umgebung bleiben sollen, das Reisen wird von den Zeitplänen der Schule und von der Urlaubsplanung im Büro beeinflusst, unsere beruflichen Pläne werden von der Verantwortung für nunmehr drei Kinder geprägt, manche Optionen bestehen schlicht nicht mehr. Das alles müssen wir jetzt gerade irgendwie „aushalten“ und in schwachen Momenten beneiden wir unsere Freunde mit „nur“ einem Kind.

Trotzdem, ich würde es immer wieder so machen und in guten Augenblicken, denken wir dann auch wieder an ein viertes Kind. Nein, nein, das wird es nicht mehr geben, denn das schaffen der Mäusepapa und ich nicht nochmal und wir werden ganz glücklich darüber sein, wenn unser Alltag sich allmählich wieder leichter anfühlt.

„Also, Du einjährige, fröhliche, süße Minimaus, auch wenn ich manchmal jammere, Du hast uns auf jeden Fall noch gefehlt und wirst Deine großen Geschwister noch ganz schön auf Trab halten. Uns wirst Du sowieso außer Atem bringen, aber Du wirst immer das Nesthäckchen sein und ganz viel und „dolle“ von uns allen geliebt. Wir sehen Dir gemeinsam beim Wachsen zu und freuen uns auf die kommende Zeit mit Dir.
Deine Mama“

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