Die Wahrheit über meinen Homeoffice-Tag

Angeregt von der Frage, die Andrea von meworkingmom gestern morgen auf Instagram gestellt hat: „Was sind die Vorteile am Homeoffice?“, habe ich mir so meine Gedanken gemacht.

Heute bin ich im Homeoffice und müsste also Antworten darauf finden. Und die habe ich auch:

Ich kann zu Hause super konzentriert arbeiten.

Ich bin im Homeoffice besonders effektiv und schnell.

Ich spare mir den Arbeitsweg und habe mehr Zeit für meine Arbeit.

Ha, erwischt.

Das ist allenfalls die halbe Wahrheit, denn im Grunde kann ich das im Büro alles viel besser. Da kann ich nämlich nicht so viel QUATSCH nebenbei erledigen wie hier zu Hause. Aber gerade der Quatsch, den ich nebenbei erledige, ist der Grund für den Homeoffice-Tag, denn dabei geht es um Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

Aber jetzt mal ganz im Ernst. Was ist gut an meinem Homeoffice-Tag?

  • Ich bin allein. Es ist ruhig, wenn ich das will, oder ich kann die Musik hören, die ich mag. Ich atme durch.
  • Der Postbote/Wasseruhrenableser/Feuermeldertechniker/Möbellieferant/ Klempner steht nicht vor verschlossener Tür.
  • Ich muss mich nicht bürotauglich kleiden.
  • Die erste Wäsche ist schon fertig bevor das Notebook eingeschaltet ist und ich muss sie nicht am Wochenende machen, wenn wir Familienzeit haben wollen.
  • Meinen Kaffee trinke ich heiß (im Büro allerdings auch. :-).
  • Auf dem Weg ins Bad räume ich mit ein paar Handgriffen auch mal etwas weg.
  • Mir ist schon ein bisschen wie Wochenende, auch wenn ich noch das ein oder andere berufliche abarbeiten muss.
  • Meine Große kann nach dem Mittagessen aus der Schule nach Hause kommen und muss nicht in den Hort (will sie aber meistens und kommt dann doch erst um drei).
  • Ich kann manches tatsächlich besser im Homeoffice erledigen zB ein längeres Manuskript lesen oder schreiben.

Aber das allerallerwichtigste wiederhole ich gern noch einmal: Ich bin allein!

Und das ist als dreifache berufstätige Mama und Ehefrau purer Luxus. Deshalb lasse ich es mir noch einmal genüsslich durch den Kopf gehen: Ich bin allein. Mir guckt gerade nur eine Krähe vom Balkongitter beim Tippen zu. Ansonsten will niemand etwas von mir. Das tut mir gut. Und in ein paar Stunden freue ich mich auch wieder, wenn nach und nach alle meine Lieben zu Hause eintrudeln. Bis dahin habe ich gearbeitet; noch einen Kaffee getrunken; die Waschmaschine dreimal gefüllt; zwei zeitkritische Überweisungen erledigt; einen interessanten Artikel gelesen; mir vielleicht die Nägel frisch lackiert; nebenbei dienstliche Mails gelesen; weiter am meiner Präsentation gearbeitet; darüber nachgedacht, welches Buch ich als nächstes lesen will; endlich das Adventsgesteck entsorgt; nicht geputzt oder gesaugt (den Dreck zu ignorieren habe ich während meiner Promotionsphase gelernt) und am Ende ohne Unterbrechung meine Präsentation für das Meeting der kommenden Woche fertig gestellt.

Und alles ganz in Ruhe.

Ich liebe meinen Homeoffice-Tag. Und wie geht es euch damit?