Familienleben Monatsrückblick

Dezember 2017 (und was ihn zu einem guten letzten Monat gemacht hat)

Ich und wir und das Jahr 2017

 Der Dezember war schnell. Schneller als die anderen Monate. Die Termine im Kalender fügen sich beinahe nahtlos aneinander, doch auf einmal ist wieder Platz darin. Das Wochenende vor Weihnachten ist plötzlich wieder alles ganz frei. Luft zum Schreiben, Luft zum Weihnachtsstimmung tanken und Luft, zum Nachdenken. Darüber, was das Jahr 2017 uns gebracht hat. Viel Gutes fanden wir darin, manchmal war es auch schwer, aber alles in allem war es leichter als das Jahr davor. 2017 war das Jahr, in dem ich mich selbst wieder gefunden habe. Ich will diese Reise in 2018 so fortsetzen. Beinahe unverändert mit meinem Blog, mit dem Alleinsein, mit dem Zusammensein. . Mein wöchentliches Durchatmen- Rettungsanker-Ritual mit Büchern und Rosé in meinem Lieblingsrestaurant. Auch das will ich fortsetzen.

2017 war das Jahr, in dem ich in den ersten Monaten noch unter der Dusche geweint und mich gefragt habe, ob sich das Muttersein, das Frausein, das Ichsein einmal wieder leichter anfühlen würden. Ich hatte so irre viele Fragen.

Das Jahr 2017 war mein Jahr des Alleineseins. Immer öfter. Mit vielen Pausen, Auszeiten und Ausflügen ans Meer, an die Elbe, ins Café. Das Jahr, in dem ich am Anfang noch nicht wusste, wie es sich anfühlen wird, wenn ich mal nicht funktioniere.

2017 war auch das Jahr, in dem ich nächtelang Händchen gehalten habe. Und nicht nur die Hand der Minimaus, nein auch die der Maus und des Mäuserichs, wenn sie zu uns ins Bett gekrochen kamen. Dann ist der Mäusepapa umgezogen und ich lag zwischen meinen drei Kindern und hielt Händchen. Und manchmal fragte ich mich, wann ich die Hand des Mäusepapas mal wieder so lange halten darf.

2017 war das Jahr, in dem die Minimaus endlich mehr als nur ein paar Worte sprechen lernte. Vor allem hat sie die Bedeutung des Wortes „meins“ kennen gelernt. Und es war das Jahr, in dem ich eine lange Liste mit Wörtern geschrieben habe, damit ich nicht vergesse, was die Minimaus alles schon sprechen konnte. Sie ist so eigensinnig und sie hat eine genaue Vorstellung davon, was wer bei uns zu tun hat. Mama wickelt, Papa schneidet Brötchen, Moma zieht die Schuhe aus. Ihr gehört der Stuhl vorne links am Esstisch und ihr gehört der Platz auf meinem Schoß. Manchmal ärgerte ich mich, dass ich nicht dzu kam, in Ruhe essen, dass ich Krümel auf der Hose und Frischkäse im Shirt hatte, dass ich immer ganz besonders darauf achten musste, meinen Kaffee nicht zu verschütten, weil die Minimaus so zappelte und überhaupt alles um mich herum in Beschlag nahm. Trotzdem, ich hätte es vermisst, wenn es nicht mehr so gewesen wäre. Ihr Wärme an meinem Bauch, ihr Haare in meinem Gesicht, ihr Anlachen und ihr Anschmiegen. Ihre Fröhlichkeit, wenn wir beide so dasitzen als wären wir ein Mensch.

Es war zum Glück auch das Jahr, in dem der Mäusepapa und ich viel mehr Zeit zu zweit hatten, sogar mit zwei Konzertabonnements. Und trotzdem haben wir auch mal ein oder zwei Konzerte geschwänzt, weil wir spontan viel lieber miteinander reden wollten. Irgendwo bei einem Glas Wein und asiatischem Essen.  Über uns, über die Kinder, über wichtiges und unwichtiges. Über alles eben.

2017 war voller Zuversicht und Momente, die wieder kommen dürfen. Und viele hatten mit der Minimaus, dem Mäuserich und der Maus zu tun – ich mit jedem Kind auch mal allein, wir alle zusammen, Arm in Arm, Hand in Hand, beim Nudelmann, im Spielzeugladen, im Planten und Blomen, im Kindertheater… Ihr Geschwistersein, ihr Spielen, ihr Kichern und ihre Freude, wenn sie sich nach der Schule und KiTa wiedersehen. Und wenn die Mimimaus dann nur von der Maus ausgezogen werden durfte, der Mäuserich unbedingt und jetzt sofort mit allen beiden spielen wollte und die Maus sich ganz fürsorglich um die beiden kümmerte. Alle drei um die Ritterburg sitzend und sich unterhaltend. Worüber sie da wohl redeten? Ach eben überhaupt: alle drei so zusammen.

2017 war das Jahr, in dem ich gelernt habe, dass es okay ist, weniger zu tun und um Hilfe zu bitten. 2017 war das Jahr des Weglassens und Zulassens. Das Jahr, in dem ich angefangen habe, Grenzen zu ziehen. Das Jahr 2017 war das Jahr, in dem ich begonnen habe, eine eigene Philosophie (WENIGER VEREINBAREN. MEHR LEBEN.) zu entwickeln, weil es wichtig war, weil mein Projekt mir geholfen hat, mich besser zu fühlen, etwas zu ändern und loszulassen und vor allem loszugehen.

Deshalb wurde 2017 auch ein Jahr der Antworten. Denn es war das Jahr, in dem ich gelernt habe, was es heißt, als Mutter mehr ich selbst zu sein, und dass das so unglaublich wichtig ist, wenn ich nicht untergehen will in unserem Leben. Ich habe aufgehört, mich zu fragen, ob ich eine gute Mutter bin und damit begonnen, danach zu suchen, welche Mutter ich bin. Oh man war das anstrengend. Und befreiend. Und neu. Und schön.

2017 war das Jahr, das mich ganz entspannt und dankbar zurücklässt.

 

Und dann war da noch das im Dezember

Dem Mäuserich beim Schiffe kapern zusehen; das schwungvoll ausgemalte Bild der Minimaus bewundern; mit der Maus abwechselnd aus einem Buch vorlesen; die Plätzchen der Oma essen und ganz besonders die mit dem Schokoladenkern mögen; überhaupt bei der Oma sein; dem Mäusepapa in der Öffentlichkeit einen hingebungsvollen Kuss geben;  an all die Menschen denken, mit denen die Weihnachtsfeiertage auch mal so schön waren;  den Kindern von meinem Vater erzählen; Bücher lesen, die meine  kleine Schwester vor den Feiertagen noch per Express geschickt hat und über ihre Snapshot-Nachrichten lachen; über hunderte Kilometer in Verbindung sein; bei einer Flasche Wein Kindheitserinnerungen austauschen; eine neue Hose kaufen; doch nicht den rosa Rock zum Weihnachtsessen tragen; in der Pfalz das Sweatshirt mit der Aufschrift tragen: Ich bin aus Hamburg nicht aus Zucker; das gleiche Sweatshirt mit der Maus im Partnerlook anziehen; sich wohl fühlen, sich gestresst fühlen, dankbar sein, da sein, jedes Geschenk unter dem Baum lieben und trotzdem viel wichtiger finden, was drumherum geschieht.

Nach den Feiertagen wieder nach Hause kommen und alle verschwinden in ihren Spiel-, Lese- und Kuschelecken. Das Gefühl von zuhause sein. Die Aufzählungen der Minimaus: Mein Papa, Gaga Papa, Alee Papa. Mein Mama, Gaga Mama, Alee Mama. Mein Moma, Gaga Moma, Alee Moma…


Gelesen

Sehr viel. Diesen Monat habe ich mehr Zeit zum Lesen gefunden. Dabei waren: Authentizität von Stephen Joseph, über die neue Wissenschaft vom geglückten Leben. Familie im Gepäck von Rosa Rechtsteiner und Nicht direkt perfekt von Nicole Jäger.

 

Neujahrswünsche

 Ich sitze heute – an meinem letzten Neujahrs-Urlaubstag – am Küchentisch und esse Lebkuchenreste. Ich schreibe all das und fühle mich angekommen im neuen Jahr. Ich sortiere und verabschiede mich. Erst jetzt. Nicht am Silvesterabend, der so trubelig und erschöpfend und knallig und unruhig war. Erst jetzt denke ich an alles, was war und was bleiben darf. Und was kommen darf. Ich schreibe eine Wunschliste und zünde eine Kerze an. Weil das meine Wünsche ernsthafter wirken lässt.

Ich bin vorfreudig, planvoll und wünschig. Das ist gut. Das heißt, ich habe wieder Energie und Ideen. Das heißt, es geht mir gut.

 

Alles Liebe für dich und euer Jahr 2018. Und nochmal danke für das alles hier. Wie war der Dezember für dich? Und wie geht es dir so am Ende der ersten Woche im neuen Jahr?

 

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1 Comment

  • Reply
    Maren
    9. Januar 2018 at 19:41

    Ach, Deine Worte wärmen mir das Herz und lassen mich inne halten, bevor der Geburtstagskuchen für den Kindergarten in den Ofem wandert. Unser Dezember war auch trubelig, gefüllt mit Vorfreude auf die Geburtstage und die Festtage und voller schöner Verabredungen….aber auch irgendwie voll. Das Jahr haben wir tanzend begrüßt und die ersten Januartage haben sich ebenso schnell, wie die Tage im Dezember angefühlt…. Nun freue ich mich auf dieses Anfangs- und Frischegfühl, was ein Start ins neue Jahr mit sich bringt. Zum Glück kann ch mir dieses Gefühl den gesamten Januar über bewahren….. Und die Ruhe? Tja, die muss ich mir suchen….aber wer sucht, der findet auch. Ganz sicher!!!!

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