Familie – Planung oder Schicksal

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Bei uns hat sich neulich eine Nachbarin beschwert, weil der Mäuserich oft, sehr oft über den Flur läuft und sie tagsüber zu Hause arbeitet. Sie hat das Füßetrabbeln gehört und es hat sie gestört. Okay, wir bemühen uns, den Mäuserich nur leise durch die Wohnung gehen zu lassen, aber das ist schwer, geradezu unmöglich. Er hat momentan Lieblingsschuhe, die er als Feuerwehrmann ganz, ganz unbedingt auch zu Hause tragen muss. Vor allem aber gehen Kinder nunmal nicht durch die Wohnung sondern laufen – in die Küche, auf die Toilette, ins andere Zimmer. Meine jedenfalls. Ich höre das schon gar nicht mehr. Meistens sind meine Mäuse tagsüber ja auch gar nicht da sondern in der Schule und in der KiTa, zwei Tage war der Mäuserich aber ausnahmsweise einmal krank bei mir zu Hause. Aber selbstverständlich versuche ich durchzusetzen, dass wir die Nerven unserer Nachbarn nicht übermäßig strapazieren und die Kinder möglichst ruhig sind. Das strapaziert allerdings meine Nerven und ich muss sehr gut abwägen, welche Kämpfe ich da führen will und kann.

Diese Nachbarin hatte sich kurz nach unserem Einzug auch schon mal ganz nett mit meinem Mann im Hausflur unterhalten und dann bei der Frage nach Kindern plötzlich so etwas gesagt wie: „Das ist mir zum Glück erspart geblieben.“. Das klingt ganz so, als hätte uns das Schicksal heimgesucht und uns unsere Kinder aufgezwungen. Das klingt auch so, als würde sie Kinder nicht mögen. Und es klingt vor allem so, als sei sie ein wenig unversöhnt mit der Welt.

Ich kenne unsere Nachbarin nicht gut. Ich kenne den Hintergrund ihrer Aussage nicht, aber ich muss an dieser Stelle einmal laut in die Welt – oder in den Hausflur – rufen, dass ich meine Kinder bei vollem Bewusstsein geplant und gewollt habe. Alle drei sind Wunschkinder. Und auch wenn es bei der Familienplanung etwas weniger planvoll abgelaufen wäre, werden sie aus vollem Herzen geliebt.