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Mythen erschweren das Balancieren

Vor einem Jahr genau fing es bei mir an mit dem Unglaublichmüdesein. Ich fühlte mich ganz schön abgeschrabbelt vom Mamasein. Wahrscheinlich auch vom alles andere sein, aber am meisten vom Mamasein. Es ist fast immer das Mamasein, denn meinen Beruf, den habe ich mir lange vor den Kindern ausgesucht, und alles andere war ich vorher auch schon.  Aber das Mamasein in Kombination mit dem Juristinsein, Frausein, Freundinsein, Immerdasein, Niealleinesein, Verlässlichsein, Verantwortlichsein, Ichsein, Wirsein hat so manches Energieleck in mir hinterlassen. Und ich habe nicht früh genug damit begonnen, es wieder zu schließen. Plötzlich war der Akku leer. Ganz leer.

Vereinbarkeit braucht Freiräume

Ich hatte da diese Idee. Die Idee, dass ich als Working Mum mit drei Kindern und drei Kalendern, einem ausgefeilten Zeitmanagement und einem gewissen Talent zur Organisation die perfekte Balance zwischen meinem Berufs- und Familienleben finden würde. Ich nahm an, mit Fleiß, Disziplin und gekonntem Multitasking könnte ich Meetings, kreative Geburtstagstorten, spannende Kinderpartys und besinnliche Paarzeiten locker unter einen Hut bringen. Schließlich hatte ich ideale Rahmenbedingungen für das bisschen Vereinbarkeit: Mein Mann und ich teilten alle Verpflichtungen 50/50, mein Arbeitgeber war flexibel, die Kinder waren selten krank, seit 2 Jahren lebte auch die Oma in der Nähe.

Bücherstapel zum Herbstbeginn oder Hygg Hygg Hurra

  Meine Buchlieblinge, die den September schöner, erkenntnisreicher und gemütlicher gemacht haben (von oben nach unten):   *Hygg Hygg Hurra von Helen Russel, 400 Seiten, Fischer Taschenbuch Verlag, € 9,99. Mein Kuscheltipp zum Herbstbeginn. Es ist nicht mein erstes Buch zur Gemütlichkeit der Dänen, aber ich hygge so unglaublich gern und schon beim Lesen wird mir ganz warm ums Herz. In diesem Buch schreibt eine überzeugte Londoner Großstädterin über ihren Umzug nach Dänemark, weil ihr Mann eine Stelle bei Lego angenommen hat und nun zu ihrem Lego Man wird. Sie ist äußerst skeptisch, ob die dänische Einöde, in die sie ziehen wollen, sie glücklich machen wird. Wohl kaum so glücklich wie es die Dänen laut Statistik seit 40 Jahren sind.

Die beste Mama, sie ich sein kann

Die beste Mama, die ich sein kann

Das Thema Vollzeitmutter/Teilzeitmutter kursiert gerade wieder auf den Familienblogs. Auch ich habe schon sooooooo viele Gedanken dazu gehabt (und in meinem Blog darüber geschrieben, immer mal wieder). Der Mäusepapa hat nur einen Bruchteil solcher Gedanken. Seine Rolle als Vater ist ihm irgendwie klar. Jedenfalls klarer als mir das Muttersein. Na gut, ich bin immerhin seit 9 Jahren Mutter. Das müsste im Grunde ausreichen, um sich ein Bild davon zu machen. Von mir als Mutter. Tatsächlich war es genügend Zeit, um einige Entwicklungssprünge durch zu machen. Damit meine ich meine eigenen. Von OMG, ich gehöre zu meinen Kindern nach Hause! bis hin zu Ich halte das nicht aus, ich will arbeiten! ist schon alles dabei gewesen. Denn mit einem habe ich nicht gerechnet als ich Mutter wurde. Das mich das so überwältigt und gleichzeitig verunsichert.