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5 Dinge, die wir von unseren Kindern über Vereinbarkeit lernen können

Die Minimaus schlurft durch den Flur in einer überdimensionalen Regenhose, in der sie zu verschwinden droht, weil sie 6 Nummern zu groß ist und ihr deshalb auch beinahe bis zum Hals reicht. Sie hat sich diese unglaublich tolle Hose bei ihrer großen Schwester ausgeliehen. Diese Hose ist schon deshalb so unglaublich toll, weil sie eben von ihrer Schwester ist! Und jetzt wandert da diese Hose durch unsere Wohnung. Die Minimaus watschelt und wankt und stolpert, steht wieder auf, watschelt weiter, bis zur Wohnzimmertür und dann den ganzen Weg zurück. Schlurfend, schleppend, schwankend. Sie ist unglaublich konzentriert dabei und als sie wieder an mir vorbei kommt, grinst sie breit: Ich trage die Hose meiner Schwester. Mama guck.  In ihrem Blick liegt ein Ich habs gewusst. Geht doch. Denn sie hat sich von mir nicht sagen lassen, dass ihr diese Hose nicht passt, dass sie damit fallen und sich weh tun wird, dass sie eigentlich gar nicht erst zu versuchen bräuchte, damit auch nur einen Meter vorwärts zu kommen. Dass das ein paar Nummern zu groß für sie ist. Ich sah …

Mythen erschweren das Balancieren

Vor einem Jahr genau fing es bei mir an mit dem Unglaublichmüdesein. Ich fühlte mich ganz schön abgeschrabbelt vom Mamasein. Wahrscheinlich auch vom alles andere sein, aber am meisten vom Mamasein. Es ist fast immer das Mamasein, denn meinen Beruf, den habe ich mir lange vor den Kindern ausgesucht, und alles andere war ich vorher auch schon.  Aber das Mamasein in Kombination mit dem Juristinsein, Frausein, Freundinsein, Immerdasein, Niealleinesein, Verlässlichsein, Verantwortlichsein, Ichsein, Wirsein hat so manches Energieleck in mir hinterlassen. Und ich habe nicht früh genug damit begonnen, es wieder zu schließen. Plötzlich war der Akku leer. Ganz leer.

Vereinbarkeit braucht Freiräume

Ich hatte da diese Idee. Die Idee, dass ich als Working Mum mit drei Kindern und drei Kalendern, einem ausgefeilten Zeitmanagement und einem gewissen Talent zur Organisation die perfekte Balance zwischen meinem Berufs- und Familienleben finden würde. Ich nahm an, mit Fleiß, Disziplin und gekonntem Multitasking könnte ich Meetings, kreative Geburtstagstorten, spannende Kinderpartys und besinnliche Paarzeiten locker unter einen Hut bringen. Schließlich hatte ich ideale Rahmenbedingungen für das bisschen Vereinbarkeit: Mein Mann und ich teilten alle Verpflichtungen 50/50, mein Arbeitgeber war flexibel, die Kinder waren selten krank, seit 2 Jahren lebte auch die Oma in der Nähe.

Zukunftspläne und Bundestagswahl 2017

Vorgestern saßen wir zusammen in „unserem“ Balutschistan bei Kerzenschein und Stimmengewirr. Meine Freundin Anne und ich. Wenn wir zusammen ausgehen, dann gehen wir am allerallerliebsten dorthin. Wir sitzen dann auf rotem Samt, trinken Tee und Mangolassi und warten aufs Essen, das so unglaublich lecker ist, dass wir uns schon Tage vorher darauf freuen. Wir wählen aus der Karte jedes Mal das selbe. Sie die Nummer 89, ich die Nummer 133. Während wir warten sehen wir den Menschen vor dem Fenster dabei zu wie sie den Alma-Wartenberg-Platz überqueren und fragen uns gegenseitig, wie es uns geht. Gestern sprachen wir über die zurückliegenden Ferien und das Ende des Sommers. Und dann hat sie mir erzählt, dass ihr Krebs weg ist. Sie hat gelächelt, ich habe zurück gelächelt. Ganz weg? Ja. Nichts mehr zu sehen? Nein. Es war als würde für einen Moment alles um uns herum leiser werden.

„Ich bin ja so stolz auf mich“ oder Innere Regeln

„Mama, ich bin ja so stolz auf mich.“ klang es vor zwei Tagen glücklich von der Rückbank. Wir fuhren gerade mit dem Auto vom Parkplatz der Rindermarkthalle in Hamburg und kamen vom angrenzenden Sommerdom: Riesenrad fahren, Schmalzkuchen essen, ein paar Runden Autoscooter für den Mäuserich und danach sogar einmal nass werden auf der Wildwasserbahn, anschließend ein paar harmlose Runden im Rennauto auf dem Kinderkarussel, noch mehr harmlose Runden in der Eisenbahn für die Minimaus und dann zum Abschluss noch zwei Runden mit der „Wilden Maus“. Nur der Papa und geradeso (weil erst ab 6 Jahre und einer Körpergröße von 1,10 m) auch der Mäuserich. Aber was ihn so stolz machte, war nicht etwa die „Wilde Maus“-Fahrt (die übrigens nur von außen harmlos aussieht, bei der man aber in jeder Kurve das Gefühl hat, hinaus zu segeln). Er hatte also in meinen Augen allen Grund, das als Abenteuer zu sehen. Aber nein, das war es nicht.

Müttercoaching

Coach, Beraterin, Mutter, Frau: Stephanie Hamann im Gespräch

Wenn ich eine Verschnaufpause brauche, dann bringt der Mäusepapa auch mal alle drei Mäuse alleine ins Bett. Wann es mal wieder soweit ist, kann der Mäusepapa inzwischen schon aus meinem Gesicht ablesen. Nachmittags holt meine Mama den Mäuserich und die Minimaus gerne aus der KiTa ab und liefert sie nach einem Abstecher zum Spielplatz wohlbehalten direkt zu uns nach Hause. Die Maus schafft den Heimweg aus der Schule schon allein. Das alles bringt mir eine halbe Stunde mehr für mein Lieblingsbuch und einen Kaffee in der Sonne auf dem Balkon. Alleine. Yeah…

Kaffeebecher

Promovieren mit Kind? Das Fazit zu einem Herzensprojekt!

Mehr als 2 Jahre sind seit dem Abschluss meiner Promotion nun schon vergangen. Das besondere daran? Ich habe erst Jahre nach dem Studium und mitten in der Familienplanung nebenberuflich promoviert. Inzwischen hat sich unser Alltag irgendwo zwischen Beruf, Familie und dem Und sonst so? eingependelt. Es ist Zeit ein Fazit zu ziehen. Würde ich es nochmal so machen? Passte das alles unter einen Hut ?

Mütter sind vieles und auch mal Coachee

Wir haben schwierige Monate hinter uns. Es lief vieles nicht so ganz rund. Alles kostete Zeit, Kraft und Geld. Vor allem Kraft. Mir ist manchmal nicht mehr ganz klar, wer ich bin und was ich sein will. Ich weiß gerade noch, was ich sein muss. Da wäre zunächst einmal meine Rolle als Mutter, als Juristin und als Ehefrau. Seit ungefähr 10 Jahren bin ich das. Nun gut, Juristin war ich schon vor dem Ehefrau sein und Mama bin ich „erst“ seit 8 Jahren. Doch nach diesen großen Drei kommt eine Weile nichts mehr, irgendwann ein kleines Gastspiel als Freundin, Beraterin, Tochter, Enkelin und manchmal auch als Yoga-Anfängerin. Einiges davon bin ich ganz automatisch, ich muss mich dabei gar nicht besonders anstrengen und freue mich, wenn es mir gut gelingt. Anderes wiederum kostet mich Überwindung und Energie. Und die ist arg begrenzt. Er hat sich in den letzten Monaten so eingeschlichen, dieser Energieverlust. Diffus spüre ich, dass es viel geworden ist, zu viel manches Mal. Was ist zu viel, will der Mäusepapa dann wissen. Und ich kann …