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A Short Note oder Die Kammbraten-Frage

  DER KAMMBRATEN Als ich ein Kind war, gab es an den Feiertagen zu Hause oft Kammbraten. Ich liebte den Kammbraten mit Rotkohl und Knödeln und ich liebte es auch, dass alles so war, wie es immer war. Der Duft des Bratens, die Kerzen, die Servietten, die Tischdecke und das gute Geschirr. Jedes Mal freute ich mich auf das gemeinsame Essen und jede Mal sah ich meiner Großmutter gerne bei den Vorbereitungen zu. Ihre Geschäftigkeit in der Küche strahlte Geborgenheit aus. Sie schnippelte, würzte, schmorte, wendete, löschte ab. Und immer schnitt sie die beiden Enden des Kammbratens glatt, bevor sie ihn in den Ofen schob. So hatte es ihre Mutter schon gehandhabt und so tat es meine Mutter übrigens auch. Als ich älter wurde, unternahm ich einen Versuch, mich nicht nur für das Zusehen sondern für das Kochen selbst zu interessieren. Ich wollte mehr über die Rezepte meiner Großmutter wissen und fragte sie nach Zutaten, Handgriffen und Küchengeheimnissen. Und ich fragte sie natürlich, warum die Enden des Bratens vor dem Schmoren auf beiden Seiten glatt geschnitten werden müssen. Ihre Antwort darauf lautete: „Ich habe keine Ahnung, das hat schon meine Mutter so gemacht.“ Erst Jahre …