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Bücherstapel zum Jahreswechsel

Bücherstapel / Martamam-Blog

Zu Weihnachten gibt es bei uns immer auch jede Menge Bücher unter dem Weihnachtsbaum, in der Vorweihnachtszeit sowieso und auch zwischen den Jahren bleibt viel Zeit zum Einkuscheln, Kekse essen, lesen und vorlesen. Was dafür bei mir auf dem Bücherstapel liegt? Hier ein paar Einblicke in meine Bücherauswahl rund um die Festtage:

„Neujahr“ von Juli Zeh

Das Buch passt schon mit seinem Titel so gut zum Jahreswechsel. Die Story ist auch nicht ohne: Am frühen Neujahrsmorgen macht sich Henning auf den Weg zu einer schweren Bergtour mit dem Rad. In der Nacht war ES wieder da, wie es im Buch benannt wird. ES meint die Panikattacken, in denen Hennings Herz verrückt zu spielen scheint, kein klarer Gedanke, schon gar kein Schlaf mehr möglich ist, und die Ausdruck sind von – ja, was eigentlich? Im Grund ist in Hennings Leben alles prima. Er lebt zusammen mit Theresa in einer stabilen Beziehung, sie haben zwei kleine, gesunde Kinder, wirtschaftlich geht es ihnen gut. Über Weihnachten und den Jahresanfang sind sie auf Lanzarote im verdienten Familienurlaub. Alles ist im grünen Bereich und doch sitzt Henning in der Silvesternacht die Angst im Nacken. Er kann nicht schlafen, auch nicht als die schlimmsten Angstgefühle abgeebbt sind. Deshalb macht er sich in aller Frühe auf zu seiner Radtour. Die Ausrüstung ist mies, das Fahrrad für die geplante Bergtour zu schwer und Proviant und Wasser vergisst er in der Eile auch. Trotzdem plagt sich Henning den steilen Aufstieg zum Atalaya-Vulkankrater hinauf bis zum Örtchen Femés. Henning gerät an seine Grenzen. Aufgeben ist für ihn aber keine Option und so verfolgen wir als Leser also Seite um Seite in Echtzeit seine Anstrengungen und seine Verausgabung und lernen dabei die Brüche, Überforderungen, Kränkungen und Enttäuschungen seines bisherigen Lebens kennen.

Und Henning beginnt sich daran zu erinnern, dass er in seiner Kindheit schon einmal auf Lanzarote war. Ein Erlebnis, ein Urlaub mit seiner Familie, die Ehe der Eltern, die sich bereits unaufhaltsam in Auflösung befindet, ein kindliches Trauma, das er mit seiner damals zweijährigen Schwester Luna als Fünfjähriger erlebte.      

Juli Zeh schreibt detailliert und glaubwürdig. Auch wenn ihre Sprache wenig kunstvoll ist und manches ein wenig konstruiert anmutet. Aber sie schafft doch eine dichte Atmosphäre und nimmt uns auf eine Reise in Hennings Gefühlswelt mit. Zwei Geschichten werden hier aus der gleichen Erzählperspektive, jedoch mit einem Zeitunterschied von 30 Jahren, erzählt und schrittweise erklärt sich, woher Hennings Panikattacken kommen.

Juli Zeh hat mich mit „Neujahr“ nicht so ganz gepackt. Aber irgendwie wollte ich dann doch wissen, wie es mit Henning auf seiner Bergtour weiter geht und vor allem wie seine Kindheit mit seinen Panikattacken  zusammenhängt. Juli Zeh schafft es, ein aktuelles Thema unserer Zeit in „Neujahr“ solide umzusetzen, auch wenn es für mich nicht unbedingt ihr stärkstes Buch ist. Das ist für mich immer noch „Unter Leuten“.

 

„Becoming“ von Michelle Obama

Alle haben gesagt, das Buch sei toll. Es wurde von Freunden schon ein paar Mal verschenkt (leider nie an mich) und immer positiv erwähnt. Nun wollte ich also auch wissen, was dran ist, und habe es mir für unterwegs als Hörbuch auf mein Smartphone geholt. Ich bin noch nicht ganz zu Ende damit, finde aber jetzt schon: „Es ist ganz toll!“ und dramatisch und anrührend und optimistisch und menschlich… Ach, was soll ich noch sagen? Lies oder höre es am besten selbst.

 

Schön, dass es dich gibt“ von Laura Malina Seiler

Ich bin im letzten Jahr eher zufällig über ihr erstes Buch „Mögest du glücklich sein“ gestolpert. Das war in einer Phase, in der ich gerade angefangen hatte zu meditieren und da hat mich das Buch in der Buchhandlung einfach so erwischt. Zum Glück, denn es hat mich berührt und – wie man so schön sagt –da abgeholt, wo ich mit meinen Fragen und Gedanken damals gerade stand.

Das neue Buch setzt nun auch wieder bei den ganz großen Fragen an: Was will ich denn eigentlich noch so von meinem Leben? Wie werde ich glücklich, wo bremse ich mich selbst aus und wie finde ich meinen eigenen Weg? Und es geht noch ein Stück weiter, denn Laura Malina Seiler vermittelt das passende Handwerkzeug, um sich selbst besser kennen zu lernen, Erfolg individuell zu definieren und in die eigene Schöpferkraft zu kommen. Das klingt alles hochtrabender als es ist, denn hier geht es um nichts anderes als darum, hinderliche Glaubenssätze aufzulösen, alte Verletzungen zu heilen und jeden Tag ein Stückchen mehr sich selbst zu sein. Laura Malina Seiler gibt ganz viele Anregungen für ein entschleunigtes, glückliches Leben und lehrt uns wie heilsam gute Gedanken sein können.

Das Buch ist Balsam für die Seele.

 

„Hundert“ von Heike Faller 

„Hundert“ macht mir eine Gänsehaut.

Manchmal macht es mich auch traurig, weil das Leben darin so kurz und vorhersehbar erscheint.

Meistens jedoch macht es mich glücklich, weil die Illustrationen darin wunderschön und kraftvoll sind, weil der Stil so schlicht und intensiv ist, weil Heike Faller mich und mein Leben zu kennen scheint und weil es mich an all die Dinge erinnert, die ich schon kann, und beinahe noch besser, die ich hoffentlich alle noch lernen werde.

Das Buch ist zart, nachdenklich, unglaublich schön.

 

„Der Blumensammler“ von David Whitehouse

„New York, 1983. Als Peter Manyweathers in einer Bibliothek einen alten Brief entdeckt, weiß er noch nicht, dass er gerade das größte Abenteuer seines Lebens in den Händen hält. Sechs seltene Blumen sind in dem geheimnisvollen Brief notiert. Sechs Blumen, die so unvergleichlich sind, dass Peter Manyweathers für sie um die ganze Welt reisen wird.“

Peter wird sich im Laufe der Geschichte auf die Reise seines Lebens begeben, eine ungewöhnliche Reise, auf der sich sein Innerstes und sein Leben für immer verändern wird. Und 30 Jahre später verändert sich dadurch auch das Leben von Dove Gale. Sein Leben ist mit Peters Leben verbunden und der Autor legt Schicht für Schicht frei, wodurch dieses Band entsteht. Die Geschichte ist ein wenig magisch angehaucht, was den ein oder anderen zunächst vielleicht nerven wird. Aber sie ist so schön erzählt und die Blumen, Begegnungen und Abenteuer, die Peter erlebt sind so wunderbar, dass sich das Weiterlesen lohnt. Am Ende laufen alle Stränge zusammen, die Puzzlesteine fallen an ihren Platz und es macht beim Lesen klick. Die Wärme, die Liebe, das Leben – all das strömt beim Lesen aus dem Buch und da habe ich schon mal die eine oder andere Träne geweint. Es hat mich geflasht und ein wenig auch mit wehem Herzen zurückgelassen.

Eines meiner Herzensbücher des Jahres. 

 

„Eine Handvoll Glück“ von Massimo Vaccetta

Die Geschichte um einen kleinen Igel habe ich nur deshalb aus der Buchhandlung mitgenommen, weil die Maus das Cover so mochte und weil ihrer Ansicht nach Geschichten über Igel ja überhaupt nur gut sein können. Der italienische Tierarzt Massimo findet ein winziges Igelweibchen. Ihre Stacheln sind noch weich – und sie hat Hunger. Er kümmert sich aufopfernd um seinen neuen Schützling und schon bald ist Ninna – wie er sie nennt – nicht mehr aus seinem Leben wegzudenken. Gemeinsam unternehmen die beiden Nachtspaziergänge, fahren ans Meer und flüchten vor einem gefährlichen Dachsangriff. Sie werden zu besten Freunden und müssen sich dennoch auf den unweigerlichen Abschied vorbereiten. Mit vielen bezaubernden Bildern, die wir uns gleich in der Buchhandlung angesehen haben. Im Buch ist auch ein charmantes Daumenkino und natürlich mussten wir das Buch dann erst recht mitnehmen. Wir haben es noch nicht gelesen, aber ich finde das klingt alles schon ganz vielversprechend nach kleinen und großen Glücksmomenten.

 

Am Ende der Sehnsucht wartet die Freiheit“ von Christine Dohler

Auch dieses Buch habe ich nur wegen des Klappentextes mitgenommen. Ich habe es noch nicht gelesen, bin aber sehr gespannt darauf. Das Thema treibt mich ja imer mal wieder um: »Soll das wirklich alles sein?« Christine Dohler, eine junge Journalistin, sieht sich unerwartet genau damit konfrontiert. Von außen betrachtet führt sie das perfekte Leben, doch sie spürt die Sehnsucht nach mehr. Als ihr der Dalai Lama bei einem Besuch in Hamburg sagt, dass sie erst sich und dann die Welt verändern sollte, funkt es. Kurzerhand stürzt sie sich in ihr größtes Abenteuer. In ihrem Buch erzählt sie von ihrer Reise um die Welt und zu sich selbst: Sie meditiert in einem Kloster in Nepal, trinkt Kakao mit einem Schamanen in Guatemala, taucht in die magische Welt des Zen ein und entdeckt dabei eine ganz neue, tiefe Verbindung zwischen Körper und Seele. Bei all ihren Reisen geht es um den Weg zu sich selbst, den jeder auf seine eigene, für ihn richtige Weise finden muss.Doch am meisten interessiert mich die Erkenntnis, die auf dem Klappentext mitschwingt, dass der eine, richtige Weg nicht unterwegs sondern im Herzen zu finden ist.

Ich freue mich darauf. Hast Du es schon gelesen?

 

„Und was willst du mal werden“ von Daria Schreiber

Der Mäuserich will Höhlenforscher werden (weil man dabei sowohl Höhlen als auch Dinos entdecken kann). Oder Mitarbeiter bei der Sendung mit der Maus. Das hat ja auch etwas mit Forschen zu tun. Die Maus weiß es noch nicht genau. Irgendetwas mit Pferden vielleicht? Und die Minimaus fühlt sich gerade als Tagesmutter für ihre Puppen ganz wohl.

Wir haben die Frage nach der Berufswahl also schon einmal durch. In „Und was willst du mal werden“ von Daria Schreiber geht es ebenfalls um die Berufswahl. Erzieher, Ärztin oder Blumenhändler? Feuerwehrmann, Lehrer oder Tänzerin?

Der Erzieher Tiger fragt die kleinen Tierkinder, was sie später einmal werden wollen und natürlich kommen zuerst die Berufe, die die Eltern, Bekannten und Verwandten im Umfeld der Tierkinder haben. Aber so nach und nach entdecken sie, dass sie selbst noch viele andere Fähigkeiten haben. Und dass die Berufswahl etwas ganz Persönliches ist, weil es dabei um Leidenschaften, Fähigkeiten, Interessen und Träume geht.

Mit dem liebevoll illustrierten Buch wird bei Kindern ein erstes Bewusstsein für diese Fragen geweckt. Und mit der interaktiven Aufgabe auf der letzten Seite regt es dazu an, über die eigenen Interessen nachzudenken. Entwickelt für gemeinsames (Vor-)Lesen mit den Eltern sowie den Einsatz in Vorschule und erster Schulklasse (erste Lesekompetenz).

 

Hörbuch „Eltern family – Weihnachtsgeschichten“ und „Schnauze, die Nikoläuse sind los“

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten oder?! Ich kann jedenfalls nicht aufhören, den Weihnachtsklassiker vom geizigen Geschäftsmann Ebenezer Scrooge zu hören, der durch den Besuch dreier Geister sein Leben verändert und dem Zauber der Weihnachtsbotschaft erliegt („Dickens Weihnachtsgeschichte“, gelesen von Benno Führmann). Und gleich hinterher die Geschichte über die Liebe zweier Kinder, die Eiseskälte und den Zauber der bösen Schneekönigin bezwingt („Die Schneekönigin“ von Hans C. Andersen, gelesen von Nina Kunzendorf).

Genauso wie die Geschichte über Mischlingshund Bruno („Schnauze, die Nikoläuse sind los“ von Karen Christine Angermayer), der wohl ein paar Plätzchen zu viel gegessen hat und für den Katzendame Soja nun eine spannende Schnitzeljagd quer durch die vorweihnachtliche Stadt organisiert, um ihm beim Abnehmen zu helfen. Und als ob das noch nicht genug Aufregung für den gemütlichen Bruno wäre, zieht nebenan auch noch ein mysteriöser Nikolaus ein. Und dann noch einer … und noch einer! Dabei gibt es doch nur einen Nikolaus, oder? Eine Nikolaus-Verschwörung, die mich zum Lachen bringt.

Manchmal hören meine Kinder mit, aber ich höre beide Hörbücher auch ganz gerne allein. Bei Kerzenschein mit Tee und Lebkuchenherzen. Und was machst du heute noch so? 

 

„Die Muskeltiere – Hamster Betram lebt gefährlich“ von Ute Krause

Der Mäuserich schläft zwar regelmäßig ein bevor die Geschichte zu Ende erzählt ist, aber er schaltet das Hörbuch dann doch jeden Abend wieder ein. Denn eigentlich ist er ja gar nicht müde und überhaupt will er doch nun endlich mal wissen, wie es weiter geht mit Bertram, der in einem Anfall von Melancholie beschließt, zu seinem früheren Besitzer zurückzukehren, zu dem Jungen Tassilo. Dort hatte er einen riesigen Hamsterkäfig mit einem tollen Laufrad. Und auch das gemeinsame CD hören mit Tassilo hat Bertram sehr vermisst. Picandou, Gruyère und Pomme de Terre sind jedoch skeptisch, denn Bertram scheint sich so gar nicht mehr daran zu erinnern, wie grausam und gemein Tassilo zu ihm war. Und deshalb machen sie sich auch richtig große Sorgen, als der Hamster von seinem Ausflug nicht zurückkehrt. Jetzt ist ein echter Muskeltier-Einsatz gefragt, um herauszufinden: Wo ist Bertram?

Andreas Fröhlich als Vorleser gefällt mir wieder richtig gut. Ich bin nach wie vor fasziniert davon, wie gelungen er die verschiedenen Charaktere spricht.

In den kommenden Weihnachtsferien hören wir uns die Geschichte nun endlich mal vom Anfang bis zum Ende an, ohne mittendrin einzuschlafen. Versprochen.

 


Und hier noch meine Shortlist der Bücher, die ich 2018 am allerliebsten gelesen habe und die ich dir in den zurückliegenden Bücherstapeln (teilweise) auch schon vorgestellt habe:   

  • Die Gewitterschwimmerin von Franziska Hauser (auch wenn es mich fertig gemacht hat),

  • Das Haus der Mädchen von Andreas Winkelmann (weil es ab und zu ein Krimi oder Thriller sein muss, der mich packt), 

  • Hundert von Heike Faller und Anders von Andreas Steinhöfel (weil ich drei Kinder habe und dankbar dafür bin, wenn ich etwas vorlesen oder mit ihnen ansehen kann, was auch mich berührt),

  • Der Blumensammler von David Whitehouse (weil es mich zum Weinen gebracht hat, was aber okay war, weil sich danach alles irgendwie leichter und lebendiger und wärmer angefühlt hat),

  • Keine Ahnung, ob das Liebe ist von Julia Engelmann (ich habe sie dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt live gehört und auch zum ersten Mal gelesen – live ist es noch besser – und kam auch dabei nicht ohne Tränen aus) und

  • „Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier (weil ich letztlich doch daran glaube, an die Liebe, die Freiheit und das Leben – immer und immer und immer).

Was waren deine Lieblingsbücher im letzten Jahr? Hast du auch noch ein paar Tipps? Ich wünsche dir ganz wundervolle Feiertage und einen „bücherreichen“ Jahreswechsel

Genieße den Tag / Martamam-Blog

P.S.: 4 der hier vorgestellten Bücher habe ich über das Bloggerportal der Randomhouse-Gruppe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen (Die Muskeltiere, Becoming, Schnauze, die Nikoläuse sind los, Die Weihnachtsmärchen) und eines vom Meramo-Verlag (Und was willst du mal werden?). Aber ich habe mir selbst ausgesucht, welche Bücher ich in diesem Zusammenhang gerne lesen und rezensieren möchte. Trotzdem bedanke ich mich natürlich ganz herzlich für die Bücher und dass meinen Wünschen bei der Auswahl entsprochen wurde. Alle übrigen Bücher habe ich mir selbst gekauft oder aus der Bibliothek ausgeliehen. Dennoch gilt auch hier, wenn ich Produkte, Marken, Menschen oder Orte auf meinem Martamam-Blog nenne, empfehle oder gar beschwärme, mache ich das aus eigener Überzeugung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl auf dem Martamam-Blog.

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