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Bücherstapel im Herbst

//Rezensionen

Jetzt ist er doch plötzlich da, der Herbst. Auf dem Weg ins Büro, zur Schule oder nach Hause segeln mir die Blätter schon stürmischer vor die Füße. Ich muss wohl langsam mal meine Daunenjacke aus dem Schrank ziehen. Dabei ist mir der Blazer viel lieber und im Moment genügt es ja zum Glück auch noch, mir eine dicke Strickjacke darunter zu ziehen.

Der Herbst ist nicht gerade meine Lieblingsjahreszeit. Zumindest dann nicht, wenn er dunkel und nass und irgendwie so grummelig ist. Aber was ich am Herbst liebe sind bunte Blätter, Tee im Kerzenschein und all die Gründe wieder mehr zu lesen, weil es ja jetzt schon so früh dunkel ist und stürmisch und überhaupt ist es doch ganz gut, dass wir nach dem langen Sommer wieder zur Ruhe kommen. Also ab auf die Couch oder ins Bett und lesen! Sich ein bisschen verstehen lassen von dieser Autorin oder sich zum Lachen bringen lassen von jenem Autor. Sich freuen, sich ein wenig gruseln, ein bisschen davonfliegen und ganz viel dazu lernen.

Ich habe in den letzten Wochen erste Sätze bestaunt und letzte Seiten hinausgezögert. Manche Bücher waren warm und fröhlich. Andere ganz schön ernst. Spannung war auch jede Menge dabei. Bei einigen Büchern habe ich mir gewünscht, sie noch einmal so lesen zu können, als wäre es das erste Mal. Andere habe ich nach ein paar Seiten wieder weggelegt und später doch noch einmal hervorgeholt. Es gab sogar die Bücher, in denen ich mir Notizen gemacht oder aus denen ich Sätze herausgeschrieben habe, weil ich sie gerade jetzt so brauchte. Manchmal brauchte ich aber auch eine Lesepause, weil in meinem Kopf kein Platz war für andere Geschichten als für meine eigenen. Einige Bücher haben mich dann überraschenderweise genau da abgeholt, wo ich mit meinen Gedanken gerade war, und mir ein paar neue Wege aufgezeigt.

Und weil es auch bei den Kinderbüchern schöne, lustige und spannende Neuerscheinungen und genauso schöne alte, neue Bücher gab, haben Maus, Mäuserich und Minimaus auch ganz viel gehört, gelesen und gelacht. Ein paar neue Kinderbuchlieblinge sind nun also auch hier mit dabei und mein Bücherstapel gerade ganz schön voll.

Einige von den gelesenen Büchern möchte ich hier für Dich ein bisschen „beschwärmen“:

 

Belletristik

*Die Gewitterschwimmerin von Franziska Hauser (Eichborn)

Das Buch habe ich noch gar nicht zu Ende gelesen und bin schon ganz in seinem Bann. Diese Geschichte. Whoah. Da geht eine Frau schwimmen. Immer bei Gewitter und je länger man liest umso mehr entblättert sich vor einem die ganze traurige, grausame, bewegende Geschichte, die mir schon jetzt nicht mehr aus dem Kopf will. Ich weiß nicht, ob ich die Hauptfigur wirklich mag, aber eines gebe ich zu: Ihr Schmerz, ihre Geschichte und das, was da sicher noch kommt, lässt mich weiterlesen. Die Autorin erzählt die Geschichte der Familie Hirsch – autobiographisch – vom 2. Weltkrieg über die Zeit der ehemaligen DDR bis ins Heute hinein. Die Geschichte baut sich in 2 Zeitsträngen auf, die sich abwechselnd aufeinander zu bewegen (eine Zeitlinie beginnt 1889 und bewegt sich chronologisch weiter, die andere beginnt 2011 und wandert rückwärts). Irgendwo werden sie sich treffen. Und ganz ehrlich, die Geschichte steuert auf die Grausamkeit schlechthin zu. Man sieht etwas  Schlimmes kommen, man ahnt und vermutet und ist am Ende fassungslos, welche Schuld diese Familie sich selbst und seinen Kindern gegenüber aufgeladen hat. Hier geht es um dunkle Geheimnisse und Wunden, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dieses Buch ist ganz schön schwere Kost, voller Wut – und gleichzeitig auch so etwas wie ein Loslassen der Vergangenheit. Das wünsche ich der Autorin jedenfalls. Denn ich bin mir schon jetzt sicher, dass ich mich am Ende nicht mehr fragen werde, warum sie bei Gewitter immer wieder nackt in einen See springt und das Leben, das Schicksal… damit herausfordert. Dieses Buch hat ganz viele Schichten, auf die ich hier gar nicht alle eingehen kann. Es geht um ein Familienschicksal, um die Historie und… ach… Bitte lies dieses großartige Stück Literatur. Es war für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert. Zu recht wie ich finde und eigentlich hätte ich diesem Buch den Preis auch gegönnt. Auf jeden Fall aber wünsche ich diesem Buch noch ganz viele Leser.

 

*Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier (Insel)

Dieses Buch liebe ich ganz besonders. Es ist ein langsamer Roman, eine seltsam ruhige Geschichte, bei der ich von Anfang an die Blätter im Wald rauschen hörte und am Ende Lust hatte, wandern zu gehen oder zumindest einmal für eine Weile im Wald zu leben. Nur vordergründig geht es um drei alte Männer im Wald, um eine neugierige Fotografin, die ein Rätsel lösen will, und um eine alte eigensinnige Dame. Schaut man genauer hin, handelt das Buch von Freiheit, Liebe und der großen Sehnsucht danach, sich selbst sein zu können. Authentisch leben, mit der Natur im Einklang bis zum Tod. Ja, das Alter und den Tod berührt das Buch auch. Und es ist traurig und melancholisch. Aber in allem steckt da die Liebe und die Freundschaft und das gute Gefühl, sein Leben frei gestalten zu können.

Ein kleines, großes Meisterwerk auf 194 Seiten. Schon jetzt mein absolutes Lieblingsbuch für den Herbst.

 

Poesie

*Keine Ahnung, ob das Liebe ist von Julia Engelmann (Goldmann)

Ich gebe es zu, als ich die Karten für die Laeiszhalle kaufte, wusste ich nichts von Julia Engelmann. Ich hatte nur Lust, etwas zu unternehmen und im Programm stand etwas von Poesie und Musik. Das klang für mich nach einem schönen Abend. Mir war ja gar nicht klar, wie schön der werden würde. Julia Engelmann hat mich getroffen, mitten in mein Herz. Mit ihren Reimen, ihrem ganz eigenen Rhythmus, mit ihrer Sicht auf die kleinen und großen Dinge, mit ihrer Liebe. Denn na klar ist sie das. Die Liebe. Für das Leben, für ihre Freunde, für  ihre Eltern, für ihren Hund, für die kleinen Dinge des Alltags, auch für die Liebe, die nicht mehr da ist und für die Liebe, die noch kommen wird. Sie hat an dem Abend gesungen und rezitiert, sie hat viele schlaue Sachen gesagt und manchmal auch nur Fragen gestellt, die irgendwie auch schon die Antworten waren, den manchmal kann man doch gar nicht mehr tun als sich ganz viele Fragen zu stellen, um die Dinge überhaupt erst zu sehen und seinen Platz in der Welt zu finden. Ganz besonders schön fand ich das Gedicht für Ihren Vater, was jetzt langweilig klingt, es aber gar nicht ist. Lies das mal….Und überall streut Julia Engelmann Konfetti drauf. Mit Worten und in Wirklichkeit. Modern, fröhlich, tiefgründig. Am besten das Hörbuch hören, damit du ihre ganz eigene Sprachmelodie hören kannst.

Sachbuch

*War ja nur so eine Idee… von Christian Kämmerling (Goldmann)

Christian Kämmerling ist ein interessantes und lockeres Nachschlagewerk über Erfindungen der modernen Welt gelungen. Durch die kurzen Einträge erfährt man vieles und wird trotzdem nicht überfrachtet. Er hat die entscheidenden Momente in der Entstehungsgeschichte des modernen Lebens zusammengetragen: Innovationen, Geistesblitze und Pionierleistungen. Ideen, die Dinge hervorgebracht haben, ohne die wir heute nicht mehr leben wollen: Wer war der erste Jogger? Wann ging es los mit dem Latte-Macchiato-Wahnsinn? Wer erfand die Kreditkarte? Woher kommt eigentlich das @-Zeichen? Alles sortiert von A bis Z, witzig erzählt und wunderbar illustriert. Die kurzen Geschichten lese ich gerade mit dem Mäuserich zusammen. Wir stöbern uns da schrittweise hindurch und wissen zum Beispiel schon, dass die älteste Überlieferung des @-Zeichens  aus dem Jahre 1536 stammt, weil ein florentinischer Weinhändler damit die Anzahl der bestellten Amphoren bezifferte. Und wir wissen jetzt auch, dass der Ausdruck „bad hair  day“ erstmals im Film „Buffy, der Vampirkiller“ auftauchte. Der Mäuserich findet es aber am allerwichtigsten zu wissen,  dass der erste „Akku“ ein Froschschenkel war. Ganz im Ernst. Aber mehr  verrate ich jetzt nicht. Wer´s wissen will, muss selber lesen!

 

*Denken wie ein Buddha von Rick Hanson (Heyne)

Denken wie ein Buddha würde ich gerne. Gelassen, weise, in mir ruhend. Dass dieses Ziel für uns alle gar nicht so weit weg ist, behauptet zumindest Dr. Rick Hanson. In seinem Buch treffen Achtsamkeit, Hirnforschung und Psychologie aufeinander. Dr. Hanson ist Neuropsychologe und international bekannt für seine wirksamen Techniken, die er entwickelt hat. Das „Vorgänger“-Buch »Buddha‘s Brain« erschien 2009 und erklärt die Grundlagen seines neurowissenschaftlichen Ansatzes (der deutsche Titel lautet »Das Gehirn eines Buddha« und erschien 2010 im Arbor Verlag.)

In „Denken wie ein Buddha“ geht es nun um die Praxis. Wie beeinflussen wir, was wir denken und fühlen und wie integrieren wir mehr Positives in unser Leben? Wer sich mit diesen Themen schon länger befasst, kennt die Schritte sicher schon. Hanson stellt vor allem drei Wege vor, um zu heilen und zu wachsen: Achtsamkeit, das Loslassen problembehafteter Ereignisse und Strukturen und das Ersetzen dieser durch positive Gedanken, Erfahrungen und Emotionen.

Der Hauptteil des Buches ist ein praktischer Ratgeber mit vielen Übungen und geführten Meditationen. Nebenbei erklärt es uns ein paar DInge aus wissenschaftlicher Sicht, zum Beispiel warum FÜNF MAL TIEF EIN – UND AUSATMEN so eine enorme Wirkung auf die Psyche hat! Viele Meditationspraktiken des Buddhismus werden hinterfragt, wissenschaftlich beleuchtet und für wirksam befunden. Rick Hanson zeigt uns, wie wir bereits sind und wie wir unsere Fähigkeiten nutzen können, um das Glück in unser Leben einzuladen. Ganz bewusst, durch alltägliche Praktiken und Übungen. Ich finde, das hat was!

 

*Heartwork – der Weg zu Selbstmitgefühl von Barbara R. Weiniger (Scorpio)

Und denjenigen, die von Meditation und buddhistischen Weisheiten im Kontext mit der westlichen Psychologie nicht genug bekommen können, empfehle ich auch noch dieses Buch. Es konzentriert sich auf die Praxis des Mitgefühls – Metta-Meditation – sich selbst und anderen gegenüber. Mit einfachen Achtsamkeitsübungen, vielen Fallbeispielen und kleinen „Erste-Hilfe-Meditationen“ für schwierige Situationen und Gefühle. Barbara R. Weiniger, Ph.D., ist klinische Psychologin und studierte Medizin in Würzburg und Münster, bevor sie in die USA übersiedelte. Sie arbeitet als Psychotherapeutin in eigener Praxis in Santa Barbara, Kalifornien und wurde u.a. von ihrem Mentor Jack Kornfield als Meditationslehrerin ausgebildet.

In ihrem Buch erklärt sie ganz pragmatisch wie die Metta-Meditation geübt werden kann und warum und wie sie ihre Wirkung entfaltet.

 

 

*Buddhas Anleitung zum Glücklichsein von Marie Mannschatz (dtv)

Und noch ein Buch, in dem es um das Glücklichsein durch Meditation geht. Und hier wird genau wie in den anderen beiden Büchern zuvor ganz deutlich, dass Glücklichsein, Mitgefühl zeigen und sich selbst lieben ganz klar geübt werden kann. Welch ein toller Gedanke! Ich kann viele kleine Übungen in meinen Alltag integrieren und allein dadurch schon ausgeglichen, mitfühlend und glücklich werden.

Aber was hier so simpel klingt, bedarf einer gewissen Disziplin und Achtsamkeit für seine eigenen Verhaltensmuster. Marie Mannschatz beschreibt, dass es nach den Lehren Buddhas fünf Hindernisse sind, die uns davon abhalten, gücklich zu sein: Zweifel, Unruhe, Trägheit, unstillbares Verlangen und Widerwille. Sie zeigt in ihrem Buch, in welcher Gestalt sie in unserem Leben auftauchen und wie wir sie mit regelmäßigen Übungen überwinden können. Die buddhistische Psychologie wird hier ganz konkret auf den Alltag angewandt und wer seine eigenen Muster erkannt und akzeptiert hat, der kann sie auch verändern. Ich finde diesen kleinen, aber feinen Ratgeber sehr gelungen.

 

*Stille finden in einer lauten Welt von Jack Kornfield (Goldmann)

Jack Kornfield begegnet einem zwangsläufig, wenn man sich mit Mediation, Psychologie und dem Buddhismus beschäftigt. Er ist promovierter Psychologe und Psychotherapeut, war Mönch in Thailand, Burma und Indien und zählt zu den weltweit anerkannten Vermittlern von buddhistischem Gedankengut für den westlichen Alltag.

In seinem Buch „Stille finden in einer lauten Welt“ beschreibt er, wie wir das Hier und Jetzt feiern können. Er lehrt uns eine gelassenere Lebenshaltung und zeigt, wie wir aus äußerer und innerer Unruhe wieder herausfinden: indem wir die Praxis der Achtsamkeit üben, das offene Gewahrsein im gegenwärtigen Moment. Er erzählt uns aus wissenschaftlicher Sicht von den tiefen Erfahrungen, die durch regelmäßige Meditation möglich werden und geht dabei auch auf Herausforderungen ein, z. B. wenn alte innere Verletzungen wieder auftauchen. Er ermutigt uns, Achtsamkeit immer und überall zu üben, sodass wir schließlich uns selbst heilen können und in eine tiefe glückliche innere Stille kommen. Das Buch ist eine wunderbare Ergänzung, wenn Du zur Praxis des Meditierens und der Achtsamkeit mehr über den theoretischen und wissenschaftlichen Hintergrund erfahren möchtest. Sehr gut lesbar!

 

*Help Me von Marianne Power (Kailash).

Nach all den Selbsthilferatgebern, die ich in meinem Leben schon gelesen habe, fand ich die Idee ein Buch zu lesen, in dem jemand beschreibt, wie es sich auswirkt, diese Ratgeber wirklich ernst zu nehmen und strikt danach zu handeln, ganz witzig.  Marianne Power beschreibt, wie sie auf der Suche nach persönlicher Erfüllung und dem wahren Sinn des Lebens ist und wie sie auf die Idee gekommen ist, ein Experiment zu starten: Ein Jahr lang liest sie jeden Monat einen Lebenshilfe-Klassiker und setzt ihn in die Praxis um.

Wie hat sich ihr Leben verändert? Hat es das? Ist sie reich geworden? Schlank? Und hat sie sich verliebt? Ist sie inzwischen kreativer und produktiver? Das habe ich mich ganz neugierig gefragt als ich das Buch im Buchladen in der Hand hatte.

352 Seiten später weiß ich jetzt, dass das Buch eine unglaubliche Achterbahn der Selbstfindung beschreibt. Marianne Power erzählt witzig und mitreißend mit viel Selbstironie und dem typisch englischen Humor, was sie dabei alles erlebt und wie diese Erfahrungen sie verändert haben.

Sie ist dabei so herrlich ehrlich, dass ich viel gelacht habe. SIe zeigt aber auch, dass bei der Arbeit mit Selbsthilfebüchern sogar noch mehr Frustation aufkommen kann als ohnehin schon, weil es einem passieren kann, dass man zwar alle Tipps strikt befolgt, sich danach aber genauso fühlt wie vorher oder gar noch schlechter, weil man an seine Grenzen stößt und weil man auch mal scheitert.

Am Schluss aber wird aus all ihren Erfahrungen eine Anleitung, das Leben leichter zu nehmen, so wie es eben kommt, und es hinterlässt in uns die gute Botschaft, dass man lernen kann, sich mit seinen Stärken und Schwächen zu lieben.

 

*Woher hat sie das? von Marlene  Sörensen (Callwey)

 

Nachdem mir ihr Buch „Stilvoll“ so gut gefallen hat, habe ich mich gefreut zu lesen, dass es nun ein neues Buch von Marlene Sörensen gibt. Zu jedem Anlass das passende Outfit finden! Vom Vorstellungsgespräch bis zum ersten Tag im Büro, vom ersten Date bis zum Treffen mit dem Ex, vom Strand in die Stadt, unterwegs mit Kind oder auf dem Langstreckenflug. Marlene Sörensen hat für dieses Buch inspirierende Frauen getroffen, die ihre modischen Alleskönner zeigen. Darunter sind die Schauspielerinnen Jessica Schwarz und Jasmin Gerat, Model Eva Padberg und Bloggerin Stefanie Luxat, Influencerin Nilam Farooq, Modedesignerin Stine Goya oder Künstlerin Maryam Keyhani. Ich mag die Interviews und die Stile, die Marlene Sörensen vorstellt. Die Fotos der Interviewpartnerin in ihren persönlichen Lieblings-Outfits sind wunderschön. Dieses Buch ist irgendwie reine Liebe zur Mode und hätte eigentlich einen ganz eigenen Beitrag verdient. Vielleicht mache ist das nochmal.

 

Kinderbuch

*Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben von Ute Krause (cbj)

Unser Kinderbuch des Herbstes ist gerade dieses hier. Ein wenig erinnert es an die Sage von Odysseus, dem Seefahrer, denn auch Theo muss auf dem Meer einige Abenteuer bestehen und zwar zusammen mit einer verrückten Piraten-Crew. Dabei begegnet ihm ein mächtiger Zauberer und er hat ein dunkles Geheimnis zu lüften. Das Abenteuer beginnt für Theo damit, dass eines Nachts ein Schiff in der Platane vor seinem Fenster landet und ein waschechter Pirat klammheimlich in sein Zimmer einsteigt. Zunächst glaubt Theo an einen schlechten Traum. Doch dann entführt ihn die verrückte Crew des großen Dreimasters auf eine abenteuerliche Reise über die Sieben Weltmeere. Theo muss über sich selbst hinaus wachsen, gerät dabei auch mehr als einmal in ernsthafte Gefahr und bei allem hofft er, dass ihn diese Reise seinem verschwundenen Vater ein Stück näher bringt …

Der Mäuserich sagt zu dem Buch: „Das ist klasse.“ (Die Altersempfehlung ist ab 9 Jahre, aber der Mäuserich und ich lesen es jetzt schon. ).

 

*Minus Drei und die wilde Lucy – Die blöde Sache mit dem Ei von Ute Krause (cbj audio)

Ute Krause hat noch mehr tolle Kinderbuchfiguren erschaffen. Wie den Dinojungen Minus Drei. Dies ist nicht das erste Abenteuer, dass wir mit Minus erleben und es wird ganz sicher nicht das letzte sein. Der Mäuserich liebt Dinosaurier und er liebt Geschichten, also liebt er auch Minus. Dieses Mal bekommt Familie Drei Nachwuchs. Als Minus eines Tages ins Elternschlafzimmer kommt, entdeckt er, eingehüllt in einen buntgestrickten Eierwärmer, ein riesengroßes Ei. Er weiß genau was das bedeutet: Bald wird er mit Mama und Papa Drei nicht mehr allein sein und sie werden kaum noch Zeit für ihn haben. Als Lucy (das Urmädchen ist sein Haustier) merkt, wie traurig ihr Herrchen auf einmal ist, beschließt sie: Das Ei muss weg. Doch wie versteckt man bloß ein Dinosaurier-Ei? Der Mäuserich sagt dazu: „Ich mag Minus einfach, er ist toll.“  (Wir haben das Buch als Hörbuch, wunderbar lebendig vorgelesen von Andreas Fröhlich. Die Altersempfehlung ist ab 6 Jahre).

 

*Die Muskeltiere – Picandou und der kleine Schreihals von Ute Krause (cbj audio)

Auch dieses Buch haben wir als Hörbuch und mein Mäuserich hört es nun schon mindestens zum 20 Mal. Die Muskeltiere – Hamster Bertram von Backenbart, die Mäuse  Picandou C. Saint Albray und Pomme de Terre sowie die weiße Ratte Gruyère – sind ebenfalls Geschöpfe von Ute Krause. Sie leben in Hamburg, im Hinterhof einer Käserei und dieses Mal bekommen sie Besuch von den Ratten. Die Ratten wiederum haben Nachwuchs: Den kleinen, Torte liebenden Rattibor. Alle sind entzückt, aber der Mäuserich Picandou findet das Rattenbaby eher nervig, denn es hält die Muskeltiere auf Trab, fordert unablässig „Tortäää“ und will die ganz Zeit bespaßt werden. Am Ende aber ist ein einstimmiges Seufzen zu hören, als die ganze Rattenbande endlich wieder von dannen zieht. Doch was ist das – hat da nicht gerade jemand „Tortäää“ geschrien?

Das Abenteuer der Muskeltiere hat meinem Mäuserich „irre gut gefallen“. (Altersempfehlung ab 8 Jahre).

 

*Harry Potter und der Gefangene von Askaban von J. K.- Rowling (Carlsen)

Harry Potter wird bei uns wieder gelesen. Von der Maus, die sich den ersten Teil noch hat von mir vorlesen lassen, den zweiten als Hörbuch gehört hat und sich jetzt ganz alleine durch den dritten Band liest. Ich kann mich noch daran erinnern, wie Harry Potter mich damals in seinen Bann gezogen hat.  Das ist jetzt genau 20 Jahre her – in allen Buchhandlungen gab es Jubiläumsevents – und inzwischen sind sind ganz viele wunderbare Neuauflagen und auch erstmals illustrierte Versionen erschienen.

In diesem Band befördert Harry seine schreckliche Tante mit einem Schwebezauber an die Decke, obwohl in den Ferien nicht gezaubert werden darf. Die Konsequenz ist normalerweise: Schulverweis! Doch Harry wird behandelt wie ein rohes Ei. Hat es etwa damit zu tun, dass ein gefürchteter Verbrecher es auf Harry abgesehen hat? Mit Ron und Hermine versucht Harry ein Geflecht aus Verrat und Rache aufzudröseln und stößt dabei auf Dinge, die ihn fast an seinem Verstand zweifeln lassen.

Für alle, die Harry jetzt erst kennenlernen, schreibe ich noch einmal alle Bände der Serie auf:

Harry Potter und der Stein der Weisen
Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Harry Potter und der Feuerkelch
Harry Potter und der Orden des Phönix
Harry Potter und der Halbblutprinz
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Dieser 3. Teil ist rappelvoll mit Spannung und Gefühlen. Dazu tauchen alle Lieblingscharaktere wieder auf und die ganze Geschichte bekommt überraschende Wendungen und ganz viel Magie. Herrlich!

 

*Alle müssen gähnen von Anita Bijsterbosch (arsedition)

„Alle müssen gähnen“, der Satz stimmt wirklich: Ich muss immer gähnen, wenn ich der Minimaus dieses Buch vorlese. Jeden Abend! Es ist das beste Gute-Nacht-Buch, das wir seit langem hatten. Die Minimaus will gerade kein anderes und so gähne ich mich Seite um Seite durch das Buch. Wir beginnen mit der Katze, zählen Zähne, reden darüber, wer die größten und meisten und spitzesten und überhaupt schönsten Zähne hat, messen die Länge der Zungen und wundern uns jedes Mal, dass die Schildkröte keine und der Hase nur vier Zähne hat. Genauso wie das Kind, das am Ende dann auch schlafen geht. Zusammen mit all den Tieren, die sich schlafend an das Krokodil kuscheln.

Ein lustiges Gute-Nacht-Buch mit großen Klappen zum Mitgähnen. Und am meisten gähne ich.

 

 

Krimi & Thriller

*Neunauge von Till Raether (Rowohlt)

Till Raether schreibt für mich die besten Krimis überhaupt. (Dies ist der 4.)  Sein Kommissar Adam Danowski ist so menschlich, dass es mir beim Lesen manchmal weh tut. Er stolpert irgendwie durch seine Fälle. Im Grunde will er nur seine Ruhe haben, was ich so gut nachvollziehen kann, und trotzdem landet er durch Zufall immer mitten hinein in spektakuläre Morde und Entführungen. Und durch weitere Wenddungen und Zufälle findet er dann doch jedes Mal die entscheidenden Enden, die das Knäuel letztlich entwirren und den Fall lösen. Mit seinem Freund Finzi und seiner Kollegin Meta Jurkschat geht er gern auch mal unkonventionelle Ermittlungswege. Und in seinem Privatleben finden sich alle Aspekte des Lebens, die sich einem als Ehemann und als Vater pubertierender Töchter so stellen.

In „Neunauge“ wird Hamburg von einer Serie spektakulärer Leichen­funde erschüttert: In Schulkellern werden mumifizierte Tote entdeckt. Die örtliche Polizei ist überfordert und setzt auf die Unterstützung von Deutschlands populärstem Fallanalytiker: Martin Gaitner. Der lässt keine Gelegenheit aus, sich wichtig zu tun. Kommissar Danowski kann ihn -verständlicherweise – nicht ausstehen und zweifelt an der Theorie des ­Kollegen: Ein zu Schulzeiten traumatisierter Einzeltäter? Sein Gefühl sagt ihm etwas anderes.

Der Fall ist wie immer spannend, aber am Schönsten finde ich immer noch Danowskis Gedankenwelt, seine Sicht auf die Dinge, Menschen und Ereignisse, den Sarkasmus und auch den Wortwitz. Das Lesen macht einfach irre Spaß.

 

*Unter Wasser von Till Raether (Rowohlt)

Eigentlich muss ich gar nicht viel  zu diesem Buch schreiben, oder? Es ist ein Krimi von Till Rateher, es geht um meinen Lieblingskommisssar Adam Danowski und es spielt in Hamburg. Was will ich mehr?

Darum geht es dieses Mal: In Hamburgs beliebtestem Spaßbad wird eine junge Frau entführt, am Sonnabendvormittag,, als auch Kommissar Adam Danowski mit seiner Tochter schwimmen geht. „Die Entführung sorgt für großes Aufsehen. Weil das Bad immer wieder wegen sexueller Belästigung in den Schlagzeilen war. Und weil die Entführte Billy Swopp ist, eine bekannte Youtuberin, deren Videos aber längst nicht mehr so erfolgreich sind wie vor ein paar Jahren.

Danowski ist sich deshalb sicher, dass Billi ihre Entführung inszeniert hat, um wieder mehr Klicks zu bekommen. Doch dann melden sich die Entführer, und ihre Drohungen sind weitaus schlimmer als alles, was Danowski sich ausgemalt hätte. Mit der Sondereinheit seiner Kollegin Meta Jurkschat und seinem alten Partner Finzi taucht er in eine Welt ein, in der die Grenzen der Menschlichkeit laufend verschoben werden und niemand mehr festen Boden unter den Füßen hat.

Till Raethers Krimis haben für mich immer etwas Besonderes. Diese leicht lakonische, aber auch humorvolle Stimmung. Sie beginnen so langsam, wie es auch Kommissar Adam Danowski ist, der sich jedes Mal erst verspätet in die Fälle wirft. Aber plötzlich bekommt alles einen enormen Schwung. Und mittendrin immer der tragische Held Danowski, der sich mit seiner stoffeligen Art wie ein moderner Columbo ausnimmt und sich oft auch dem Gespött der Kollegen aussetzt. Im entscheidenden Moment aber hat er die richtigen Ideen und durchschaut die entscheidenden Punkte seines Falls.

Ich hoffe, Adam Dannowski hat noch ganz viele Fälle zu lösen.

 

*Das Haus der Mädchen von Andreas Winkelmann (Rowohlt)

Ich musste die Zeit zwischen Danowskis 4. und 5. Fall (siehe oben) füllen. Also habe ich mit Andreas Winkelmanns Thriller „Das Haus der Mädchen“  ein wenig  „fremdgelesen“.  Na ja,  es ist kein Till Raether und am Anfang hat mir der Wortwitz gefehlt. Aber je mehr ich mich hineinlas, um so weniger konnte ich es wieder weglegen.

Worum es geht: „Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Über eine Zimmervermittlung mietet sie sich in einer Villa an einem Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin an – aber die ist am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr. Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Um nicht zum nächsten Opfer zu werden, sucht er den Mörder. Bis er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will. Bald begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist – und dass sie in großer Gefahr schweben...“

Nach zwei Nächten hatte ich das Buch zu Ende gelesen. Spannend und gruselig. Mir gefallen die Krimis von Till Rather immer noch besser. Aber dieser Thriller hier war ein wirklich toller Lückenfüller.

 

*Housesitter von Andreas Winkelmann (Rowohlt)

 

Und weil sich „Das Haus der Mädchen“ so gut las, habe ich dieses Buch hier gleich hinterhergelesen und fühlte mich auch damit gut unterhalten: Nach dem Urlaubsende kehren Paare in ihr zu Hause zurück und müssen feststellen, dass während ihrer Abwesenheit jemand in der eigenen Wohnung war oder sogar noch ist. Jedes Mal wird eine Frau entführt und einer der Protagonisten sucht dann auch verzweifelt nach seiner Freundin. Ein spannend erzählter Albtraum…Ich will gar nicht mehr verraten. Lesen und (angenehm) gruseln!

 

 

 

 

*Helle und der Tote im Tivoli von Judith Arendt (Atlantik)

Um diesen Krimi bin ich eine Weile herumgeschlichen. Ich war mir nicht sicher und hätte beinahe einen richtig schönen Krimi verpasst. Weil ich aber gerade so vernarrt in Krimis bin und ein Roman, der in Dänemark spielt, ja gar nicht so verkehrt sein kann – ein Haus in den Dünen von Skagen, ein Ehemann, der die Hauptkommissarin kulinarisch verwöhnt und eine familiäre Polizeistation – habe ich dieses Buch dann doch noch mit nach Hause genommen. Und sehr gerne gelesen. Mit dieser Vorfreude im Bauch, die man den ganzen Tag empfindet, wenn man an sein abendliches Leseritual denkt und weiß, da wartet ein wirklich gutes Buch auf dem Bücherstapel. So ein Vorfreude-Buch war auch dieser Krimi.

Die Kommissarin Helle Jespers führt ein behagliches Leben in ihrer kleinen Polizeistation in Skagen. Bis ein brutaler Mord ihre Gemeinde erschüttert. Der ehemalige Gymnasialdirektor wird mitten in der Hauptstadt Kopenhagen, im weltberühmten Vergnügungspark Tivoli, ermordet aufgefunden. Helle mag zwar ihr beschauliches Leben, freut sich aber dann doch, dass sie plötzlich einen „richtigen“ Fall hat. Sie entwickelt Ehrgeiz und macht sich an die Arbeit, den Fall mit ihrem kleinen Team in Skagen zu lösen. Manchmal auch entgegen dem Willen der Kopenhagener Kriminalisten, die ein wenig überheblich daherkommen und Helle zunächst von oben herab behandeln. Aber Helle lässt sich nicht beirren und ist sich sicher, dass die Spur zurück nach Skagen führt, doch sie ahnt nicht, wie nah der Täter ihr ist.

Skandinavische Wohlfühlatmosphäre und ein spannender Fall. Das macht Lust auf mehr!

 

Außer der Reihe

*Glücklich leben von Anna Quendlin (btb)

Das Wissen um unsere Sterblichkeit ist das größte Geschenk, das Gott uns gemacht hat. Es ist so leicht, das Leben zu vergeuden, unsere Tage, unsere Stunden, unsere Minuten. Es ist so leicht, den neuen Trieb an einem Immergrün als selbstverständlich hinzunehmen, den Glanz des Kalksteins in der Fifth Avenue, die Augenfarbe unserer Kinder, die Art und Weise, wie die Melodie einer Sinfonie anschwillt und abebbt Uhr verklingt und wieder einsetzt. Es ist so leicht, nur zu existieren, statt zu leben. Bis einem klar wird, dass da eine Uhr tickt. Doch das leise Ticken dieser Uhr ist nichts im Vergleich mit dem Glockenschlag der Sterblichkeit.

Dazu muss ich gar nichts mehr sagen, außer vielleicht, dass dies ein Auszug aus einer Rede ist, die Anna Quindlen vor Absolventen hielt. Einmal inne halten, sehen, was da ist, darüber nachdenken, was wir vom Leben noch so wollen. Vor allem aber, wach sein, dankbar sein und immer wieder auf sein Herz hören.

 

 


Und was liest Du gerade? Hast Du einen Tipp für mich? Ich freue mich.

Genieße den Tag / Martamam-Blog

P.S.: 5 der hier vorgestellten Bücher habe ich über das Bloggerportal der Randomhouse-Gruppe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen (Die Muskeltiere, Minus Drei, Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben, Denken wie ein Buddha, War ja nur so eine Idee…). Aber ich habe mir selbst ausgesucht, welche Bücher ich in diesem Zusammenhang gerne lesen und rezensieren möchte. Trotzdem bedanke ich mich natürlich ganz herzlich für die Bücher und dass meinen Wünschen entsprochen wurde. Alle übrigen Bücher habe ich mir selbst gekauft oder aus der Bibliothek ausgeliehen. Dennoch gilt auch hier, wenn ich Produkte, Marken, Menschen oder Orte auf meinem Martamam-Blog nenne, empfehle oder gar beschwärme, mache ich das aus eigener Überzeugung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl auf dem Martamam-Blog.

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