Bücherstapel, Kinderbuch
Schreibe einen Kommentar

Bücherstapel für nicht mehr ganz Kleine

Kinderbücher im Mai

Ich hatte euch noch einen neuen Bücherstapel für ältere Kinder versprochen.  Und weil vorgestern der 23. April und also Welttag des Buches war, passt das gerade ganz prima.  Hier ist er also, mein neuer Bücherstapel, in dem ich euch neue und alte Bücher vorstelle und euch verrate, warum sie fast alle etwas mit Ferien zu tun haben.

Zuerst aber muss ich euch von diesem besondere Bilderbuch erzählen. Das Foto dazu entstand an einem regnerischen Tag mitten im Nirgendwo in Dänemark.

IMG_7786

Wir hatten uns vor dem nächsten Regenschauer in dieses kleine, lauschige Kaffee in einer alten Mühle gerettet. In einer Nische zwischen Postkarten und ausgesuchtem Holzspielzeug gab es noch Patz für uns fünf und ein Bücherregal, in dem wunderbare Bildbände und Kinderbuchklassiker sowie nostalgische Puzzlespiele standen. Den Kuchen gab es auf handgetöpferten Tellern und die Milch aus Keramikkannen. Ganz zu Schweigen davon, dass man diese ganzen zauberhaften Dinge auch kaufen und mitnehmen konnte. Ich fühlte mich ausgesprochen hyggelig, würde der Däne jetzt sagen. Maus und Mäuserich rannten in einer Regenpause ausgelassen über die Wiese um die alte Mühle herum während der Mäusepapa mit der Minimaus in besagtem Bilderbuch blätterte. Es war ein ganz besonderer weil friedlicher, entspannter und glücklicher Augenblick. Da ist der Inhalt des Buches doch schon beinahe nebensächlich…

Wen es trotzdem interessiert: We are going on a bear hunt ist von Michael Rosen und spielt an auf ein klassisches Bewegungsspiel für Kinder. Im englischsprachigen Raum heißt es Bärenjagd, bei uns wohl eher Löwenjagd. Es erzählt in lustigen, einfachen Reimen die Geschichte eines Familienausflugs in die Natur und ist für englischsprachige und -lernende Erstleser aber auch zum Vorlesen für die Kleinen ab 2 Jahre konzipiert. Ein wirklich schöner englischer Kinderbuchklassiker, von Walker Books neu aufgelegt,  gebundene Ausgabe, 22 Seiten, € 18,49 (ab 2 Jahre).

Jetzt aber endlich zu meinem Bücherstapel (auf dem Beitragsbild von oben nach unten):

*Harry Potter und der Stein der Weisen von Joanne K. Rowling
(im Stapel oben liegt schon der zweite Band)

IMG_1917Carlsen Verlag, 26.! Auflage, Taschenbuchausgabe, 334 Seiten, € 8,99 (ab 10 Jahre)

Na, erkennt ihr es? Natürlich. Ich habe es wieder hervorgekramt, weil die Maus in der Schule gerade ganz oft Harry Potter spielt. Aktuell beliebtester Zauberspruch in der Klasse 3c: „Wingardium Leviosa“ (der Schwebezauber). Dabei hatte sie bis vor zwei Wochen noch keine Ahnung, wer Harry Potter überhaupt ist. Inzwischen gibt es auch eine ganz wunderbar illustrierte Neuausgabe davon (Foto unten). Zu Ostern habe ich der Maus gleich noch Das inoffizielle Harry Potter Buch der Zauberei von Pemerity Eagle geschenkt, schließlich müssen die Zaubersprüche aaaaaaaalllllleeeeeee auswendig gelernt werden.

Unsere zurückliegenden Vorleseabende habe ich also mehr als genossen. Sie waren wie eine kleine Zeitreise, denn das Buch hat mich daran erinnert, wie ich die Bücher von J.K. Rowling damals entdeckte. Das war erst nach dem Hype um Harry, Ron und Hermine. Ich stand nicht mit Zaubererhut und -mantel bei jeder Neuerscheinung eines der sieben Bände in der Wartschlange vor der Buchhandlung. Im Gegenteil, ich hatte die Harry-Potter-Reihe erst spät zu schätzen gelernt. Und was waren das dann für herrlich kuschelige Lesestunden? Mitten im Studium. Noch ganz ohne Kinder. Ja sogar bevor ich den Mäusepapa kennenlernte. Und -hach- nun ist es schon soweit, dass ich Harry Potter eben jenen (inzwischen vorhandenen) Kindern vorstelle.

Aber, aber, aber – beim ersten Teil werden wir es auch belassen. Vorerst. Die Maus wird zwar bald 9 Jahre und ich kenne Kinder, die in diesem Alter schon alle 7 Harry Potter Bände gelesen und auch die ersten 3 Filme gesehen haben (ohne Quatsch), aber die Maus ist eher von der ängstlichen Sorte. Den ersten Teil von Harry Potter fand sie zwar ganz große Klasse. Oh ja. Sie hat mit gefiebert und gelacht und bei seinem alles entscheidenden Spielzug im Quidditch sogar gejubelt. Keine Frage, sie hat sich in Harry verliebt. Aber sie hat das Buch nach den ersten Kapiteln schon nicht mehr alleine lesen wollen und ich habe das Finale während des Vorlesens dann auch ein wenig abwandeln müssen, damit es nicht allzu unheimlich wird.  Also, der Verlag empfiehlt diesen ersten Teil erst ab 10 Jahre. Das halte ich für berechtigt.

Und auch wenn ich es gar nicht abwarten kann, meiner Maus die Geschichten um Harry Potter und Hogwarts mit all seinen liebevollen und geheimnisvollen Details um Zauberei, Macht und Liebe näher zu bringen, so hat das noch etwas Zeit. Und am schönsten ist es doch ohnehin, wenn sie Harrys Abenteuer dann auch irgendwann ganz alleine wegschmökern kann.


43403521-00-00Die vierfarbig illustrierte Ausgabe ist ebenfalls vom Carlsen Verlag, gebunden,
256 Seiten, € 15,99 (ab 10 Jahre)

 

*Mein Lotta-Leben Wie belämmert ist das denn?“von Alice Pantermüller und Daniela Kohl

IMG_1914Arena Verlag, gebundene Ausgabe, 158 Seiten, € 9,99 (ab 8 Jahre)

Dies ist schon der 2. Band von „Mein Lotta-Leben“ (Bd. 1 heißt Alles voller Kaninchen!), aber dieser Band ist uns der Liebste. Inzwischen gibt es schon 11 Bände (nein, wir haben sie nicht alle). Das Tolle an den Lotta-Büchern ist, dass die Geschichten eine Mischung aus Text und Zeichnungen sind und man sie also auch ausgiebig betrachten kann. Die Illustrationen sind witzig und ich schaue genauso gern hinein wie meine Kinder.

IMG_1926

Lotta ist ein ganz normales Mädchen. Sie schreibt Tagebuch – über ihren Alltag mit ihren Brüdern und mit ihrer Freundin Cheyenne. Lotta hat auch eine indische Zauberflöte, mit der sie allerhand Verrücktes, Peinliches und Zauberhaftes erlebt. In diesem zweiten Band  gründet Lotta eine Mädchenbande mit dem entzückenden Namen Die Wilden Kaninchen. Lottas Bande ist das Pendant zu Berenike von Bödekers Mädchenbande, in die Lotta und ihre Freundin Cheyenne nicht aufgenommen wurden und die sich die Glamour-Girls nennt. Und weil Lotta und Cheyenne für eine eigene Bande zu wenig sind, haben sie Paul mit seinem Baumhaus noch dazu genommen. Zu dritt schmieden sie nun also Pläne gegen die Glamour-Girls, die Lotta nur die Lämmer-Girls nennt. Es geht nicht alles glatt und es passieren lauter komische Sachen. Die Maus fand es „verrückt und lustig„. Ich nenne es sehenswert und lesenswert.

*Otto & der kleine Herr Knorff von Andrea Schomburg

IMG_1912cbj-Verlag, gebundene Ausgabe, 88 Seiten, € 9,99 (ab 6 Jahre)

Knobelius Knorff ist ordentlich, sehr ordentlich. In seiner Höhle duftet es nach Seife und Blumen und er trägt ausschließlich Anzug mit Fliege. Das ist für einen Knorff äußerst ungewöhnlich, denn im wilden Knorffien geht es zu seinem Leidwesen rau und dreckig zu. Deshalb verlässt Knobelius Knorff seine Heimat durch die Dunkelschlucht  und stattet der Menschenwelt einen Besuch ab. Hier hofft er auf ein sauberes, wohl geordnetes Zuhause. Doch dann landet er bei Otto und seiner Familie und es ist alles anders als es sich Herr Knorff erträumte. Leider darf Herr Knorff erst nach 13 Monaten nach Knorffien zurückkehren. So will es das Gesetz der Knorffe und Knobelius muss vorerst bei Otto bleiben. Eine witzige Geschichte über das Familienleben, über (nicht vorhandenen) Ordnungssinn und am Ende auch über eine wundersame Rettung. Der Mäuserich mochte den kleinen, piekfeinen Herrn Knorff sehr, auch wenn er seine Landsleute mit ihrem ungehobelten Benehmen wesentlich lustiger fand. Aber Herr Knorff hatte von der ersten Seite an unser aller Mitgefühl. Deshalb fieberten wir zu dritt ausgiebig mit, ob ihm sein neues Zuhause letztlich doch gefallen würde.

 

Petronella Apfelmus – Zauberhut und Bienenstich und
Petronella Apfelmus – Schneeballschlacht und Wichtelstreiche
von Sabine Städing

IMG_1915

IMG_1916Boje Verlag, gebundene Ausgabe, 207 Seiten, € 13,00 (ab 8 Jahre)

Petronella Apfelmus erinnert mich an unseren ersten Sylt-Urlaub mit Maus und Mäuserich (die Minimaus trug ich damals noch in meinem Bauch) und meiner kleinen Schwester. Den Mäuserich trug ich über meinem Babybauch stundenlang auf dem Arm, denn einen Buggy hatten wir nicht dabei – was für ein Irrsinn – und der Mäuserich weigerte sich zu laufen. Und natürlich schleppten meine Schwester und ich ihn abwechselnd auch den Strand entlang. In meiner Erinnerung teilen sich also abendliche Rückenschmerzen ihren Platz mit – glücklicherweise- Eiswaffeln, Sonne, Strandkorb und jeder Menge sommerlichem Lesevergnügen, denn in eben jenem Urlaub dort auf Sylt haben wir den ersten Band von Petronella Apfelmus Verhext und festgeklebt gelesen. Das Buch stand im Supermarkt in der Bücherecke und ich kam nicht daran vorbei. Schon das Cover sah vielversprechend aus. Das Buch hielt dann auch all seine Versprechen.

Petronella ist -wie der Name schon beinahe verrät- eine kleine Apfelhexe. Sie lebt auf einem uralten Apfelbaum in einem Apfel im Garten einer alten Mühle. In diese Mühle ziehen eines Tages die Zwillinge Lea und Luis mit ihren Eltern ein und damit beginnen die (inzwischen schon 4) Abenteuer rund um das Müllerhaus, Familie Kuchenbrand, Hirschkäfer Lucius und die Hexe Petronella Apfelmus. Im dritten und vierten Band, die ich hier auf meinem Bücherstapel habe, muss Petronella die Zwillinge und ihre Eltern vor einem wild gewordenen Weihnachtswichtel retten (Schneeballschlacht und Wichtelstreiche). Sie hat dabei Hilfe von ihren drei Schwestern, den Wetterhexen, die jedoch mehr Trubel verursachen als Petronella lieb ist. Der vierte Band (Zauberhut und Bienenstich) spielt hingegen im Hochsommer und die Kuchenbrands befürchten, das Müllerhaus an den fiesen Herrn Kümmerling zu verlieren. Petronella und die Apfelmännchen haben alle Hände voll zu tun, um den Garten trotz der Sommerhitze in Schuss zu halten und das Müllerhaus zu retten. Aber auch dieses Mal fällt Petronella etwas ein und  das hat nicht nur etwas mit dem richtigen Zauberspruch zu tun.

Die Altersempfehlung des Verlages lautet ab 8 Jahre. Der Mäuserich hat Petronella jedoch genauso gern vorgelesen bekommen. Seine Meinung dazu war: „Petronella ist eine ulkige Hexe„. Ich bin deshalb der Meinung, den Geschichten von Petronella Apfelmus und der Familie Kuchenbrand können durchaus auch die großen Kleinen ab 5 Jahren schon folgen. Und da die Geschichten eher lustig als unheimlich sind, sind sie auch für Kinder, die es abends nicht allzu spannend mögen, bestens geeignet.

 

*Kommissar Gordon, Der erste Fall von Ulf Nilsson

IMG_1913Moritz Verlag, gebundene Ausgabe, 112 Seiten, € 11,95 (ab 8 Jahre,
hier hat aber auch der Mäuserich mit seinen 5 Jahren schon gespannt zugehört)

Dieses Buch landete eher zufällig auf dem abendlichen Lesestapel. Keine Ahnung,  wie es zu uns kam. Vielleicht ein Geburtstagsgeschenk??? Egal, es ist auf jeden Fall lesenswert. Kommisssar Gordon ist ein Frosch. Er liebt Muffins zum Frühstück, zum Mittag und auch zum Abendessen. Er liebt auch Tee. Vor allem jedoch liebt er warme Füße und seine wichtigen Aufzeichnungen. Ganz besonders jedoch liebt er seinen Stempel. Es ist ein guter Stempel, mit dem er –  Ka-dump! – die wichtigen Berichte abstempelt. Und weil Kommissar Gordon schon ziemlich alt ist, freut er sich über seine neue Assistentin, die kleine Maus Buffy, die auch gerne einmal stempeln würde, zuerst jedoch mit Gordon den ersten Fall zu lösen hat. Im winterlichen Wald ist ein Nüssedieb unterwegs. Das Eichhörnchen bittet Gordon um Hilfe und gemeinsam mit Buffy ermittelt er nun also im eiskalten Schnee.

Das Buch ist hübsch illustriert und eignet sich für alle, die schon gerne selber lesen. Es hat sogar den Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2015 erhalten. Vollkommen zurecht, wie ich finde. Und mich wundert es auch gar nicht, dass es schon einen zweiten und dritten Fall von Kommissar Gordon gibt. Das Buch ist amüsant und spannend. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet – sowohl sprachlich als auch bildlich. Die Maus wollten zwar noch nicht selbst lesen, aber auch mich und den Mäuserich hat einige Abende lang die Frage gefesselt: Wer ist der Nüssedieb und schaffen es Kommissar Gordon und die kleine Maus Buffy ihn zu fangen?

 

Snöfrid aus dem Wiesental – Die ganz und gar unglaubliche Rettung von Nordland und
Snöfrid aus dem Wiesental – Die ganz und gar unglaubliche Reise zu den Nebelinseln
von Andreas H. Schmachtl

Arena Verlag, gebundene Ausgabe, jeweils ca. 240 Seiten, € 14,99 (ab 4 Jahre,
ich denke besser ist es ab 6 Jahre)

Ein Snöfrid redet nicht viel und wenn er redet, dann sagt er „Hm.“, damit ist dann auch schon alles gesagt. Ein Snöfrid möchte vor allem seine Ruhe haben und keine Aufregung in seinem Leben. Niemals. Und wenn dann drei Feenmännlein des Nachts vor seiner Tür auftauchen und unserem Snöfrid erzählen, er sei der einzige und der richtige und überhaupt der Auserwählte, der Prinzessin Gunilla und das ganze Königreich retten könne, dann findet Snöfrid das erst einmal nicht gut. Es bedeutet nämlich ganz sicher Aufregung. Aber er kann natürlich nicht ignorieren, dass sich das Königreich nicht von alleine rettet und deshalb bricht er dann doch auf. In ein ganz und gar unglaubliches Abenteuer….

Der erste Teil von Snöfrid aus dem Wiesental hat uns in Dänemark durch den Sommerurlaub begleitet. Schon wieder eine schöne Ferienleseerinnerung. Snöfrid war allabendlich bei uns und dennoch wissen wir bis heute nicht, was ein Snöfrid eigentlich ist. Maus und Mäuserich tippen auf Hamster. Ich wette, er ist eine Art Steinmarder, nur etwas pummeliger. Mein Mann brummelt beinahe wie Snöfrid selbst: „Ein Snöfrid ist eben ein Snöfrid.“ und recht hat er. Snöfrid ist einzigartig und das Buch absolut fantastisch. Ich liebe die Bilder und ich liebe die Geschichte, die Sprache, die wunderbaren Kapitelüberschriften – ach, einfach alles.

Allerdings halte ich die Altersempfehlung des Verlages ab 4 Jahren für ambitioniert. Der Mäuserich war damals 4 und konnte nicht jedem Kapitel gut folgen. Ich habe zwischendurch viel erklärt und zusammengefasst, damit er weiterhin Spaß an der Geschichte hat. Die Maus konnte hingegen auch den Wortwitz schon verstehen, so dass ich mindestens 6 Jahre für passend halte.

Und weil es dann vor allem ich war, die nicht genug davon bekommen konnte, lag nach dem Urlaub auch bald Teil 2 (Die ganz und gar abenteuerliche Reise zu den Nebelinseln) auf dem abendlichen Vorlesestapel. In diesem zweiten Band hat Snöfrid doch tatsächlich Fernweh. Ganz entgegen seiner Art. Und als ihm die Wildgänse auch noch eine geheimnisvolle Botschaft aus dem Norden bringen, ist es um seine Ruhe geschehen. Er muss sich wieder auf eine abenteuerliche Reise machen und herausfinden, wer ihn da um Hilfe bittet. Und weil man die Welt nicht so ganz alleine retten kann, ist dieses Mal eine kleine Eule namens Björn an seiner Seite. Und dann wird es auch schon bald wild und turbulent. Mich hat auch dieses Buch vorleseglücklich gemacht und die Kinder hat es gefreut.


*Schiefe Märchen und schräge Geschichten von Paul Maar

IMG_1921Oetinger Verlag, gebundene Ausgabe, 160 Seiten, € 13,99 (ab 6 Jahre) 

Eine wahrlich schräge Märchensammlung. Und das ist keine Übertreibung. Die Geschichten sind überraschend, lustig, verrückt und irgendwie total verwuselt. Sie passten deshalb ganz hervorragend zu unserer Mallorca-Reise, auf der nicht alles so glatt lief wie erhofft. Wir waren wohl alle urlaubsreif und die ersten Tage im Urlaub irgendwie mehr als nur verpeilt. Da kam mir dieser Märchenband so unglaublich gelegen. Ich habe der Maus und dem Mäuserich daraus vorgelesen und sofort war Ruhe. Denn hier muss man aufpassen. Auf jeder Seite geschehen kuriose Dinge und finden die Geschichten überraschende Wendungen. Da zieht ein Zwerg in eine fremde Wohnung, da verlieben sich drei Prinzen – alle mit dem Namen Otto – in ein und dieselbe Prinzessin, erzählt eine Blumenvase nicht nur Blödsinn, gibt es Geschichten in Geschichten, kann man mit goldenen Föhnen telefonieren,  fahren Kater Skateboard, sucht ein ganzer Hofstaat eine königliche Brille, können Zauberer gar nicht zaubern und trotzdem sprechende Eisbären wieder nach Hause bringen.  Zwischendurch gibt es humorvolle Märchenreime und wer dann noch schlechte Laune hat, muss spätestens beim Bildergucken grinsen. Also Vorsicht, die Geschichten sind lang und es ist unmöglich, mittendrin aufzuhören. Nehmt euch beim Vorlesen also Zeit.

 

*Mama Muh liest von Jujja Wieslander und Sven Nordquist (nicht im Stapel)

IMG_1920Oetinger Verlag, gebundene Ausgabe, 32 Seiten, € 12,99 (ab 4 Jahre)

Und noch eine Urlaubserinnerungen in Form eines Buches. Wenn ich diese Kuh sehe, denke ich an meine Schwiegermama und das ist gar nicht böse gemeint. Sie ist die liebste Schwiegermama der Welt und liest meinen Kindern beim Abendessen Geschichten vor. Jedes Mal, wenn wir zu Besuch sind, kramt sie in ihrer Bücherkiste und zaubert wunderschöne Bilderbücher hervor. Einmal war es also Mama Muh. Die Geschichten um die wiss- und lernbegierige Kuh sind einfach wunderbar. Und auch davon gibt es schon unglaublich viele, schöne Bände (ich habe 12 gezählt), in denen die Kuh schaukeln, rutschen, klettern, ein Baumhaus bauen, schwimmen, Boot fahren, Weihnachten feiern, aufräumen… will. Aber dieses hier war eines der ersten Mama Muh – Bücher für uns. Darin will Mama Muh lesen lernen und die Krähe, die in den Geschichten immer dabei ist, hilft ihr. Obwohl Kühe ja nicht lesen sollen. Und vermutlich auch zu dumm sind, um es zu lernen. Meint die besserwisserische Krähe. Aber natürlich lässt sie Mama Muh nicht im Stich. Das tut sie übrigens nie. Und am Ende schafft es Mama Muh natürlich auch. Und was liest sie in ihrem kuscheligen Stall? Ganz klar, Pippi Langstrumpf….Die Dialoge zwischen der Kuh und ihrer Freundin, der Krähe, sind witzig und die Geschichten um Mama Muh zeigen, dass nichts unmöglich ist, auch wenn andere sagen, man könne etwas nicht.

 

*Peter, Ida und Minimum von G. Fagerström und G. Hansson (nicht im Bücherstapel)

IMG_1924Ravensburger Buchverlag, gebundene Ausgabe, 47 Seiten, € 12,95 (ab 6 Jahre)

Dieses Buch muss ich jetzt ganz schnell noch nachschieben, auch wenn es nicht im Bücherstapel ist. Vor der Geburt der Minimaus war ich auf der Suche nach einem Wir erwarten ein Geschwisterchen – Buch, in dem es ausnahmsweise mal nicht um das zweite sondern schon um das dritte Kind geht. So etwas war nicht zu finden (ist es inzwischen leichter?), deshalb war ich überglücklich als ich auf dem Flohmarkt dann eines dieser Exemplare hier entdeckte. Die Erstausgabe ist schon von 1980. Damals erhielt es auch den deutschen Jugendbuchpreis und wurde aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt. Inzwischen gibt es schon mehrere Neuauflagen und zwar als gebundene Ausgabe, als Taschenbuch und sogar als Hörbuch, was ich ohne Bilder aber nur halb so wirkungsvoll finde. Das Tolle an dem Buch ist zum einen, dass es in der Familie schon zwei Kinder gibt. Peter und Ida. Peter ist der Älteste und Ida das mittlere Kind und nun erwartet Mama also noch ein Baby, das sie erst einmal Minimum nennen. Bald sind sie also zu fünft und das Buch zeigt kindgerecht aber realitätsnah, dass so ein kleines Geschwisterchen nerven kann, wie es überhaupt in Mamas Bauch und dort wieder heraus kommt und wie sich der Familienalltag in der Schwangerschaft und  in der ersten Zeit mit dem Neugeborenen verändert. Und zum anderen mag ich daran so richtig gern, dass das Buch als Comic gezeichnet ist. Diese Art der Darstellung fand ich sofort ganz wunderbar, denn mit den -übrigens sehr gelungenen-Bildern, konnte sowohl die Maus (damals knapp 6 Jahre) als auch mein fast dreijähriger Mäuserich schon etwas anfangen.

Ich sage es mal ganz kurz: Das beste Aufklärungs- Wir erwarten ein Baby- Es kommt ein Geschwisterchen – Buch, das ich kenne.

 

Und was lest ihr mit euren großen Kleinen so? Ich wünsche euch noch ganz viele schöne Lesemomente.
(Die hier aufgeführten Bücher stammen alle aus meinem privaten Bestand. Keines davon ist ein Rezensionsexemplar.)

 

Kommentar verfassen