Familienleben
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Eine ganze Welt dazu

croppedDer Beitrag von Mäusemama in Mamas Mäuse hat mich auf die Idee gebracht, auch etwas zum Thema zu schreiben. Und da ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass wir beide im Blog Mäuseeltern sind. Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel… das war unbeabsichtigt.Ehrenwort…

Also zum Thema Vorteile von Geschwistern weiß ich etwas. Ich habe schließlich schon Maus und Mäuserich und dadurch die Geschwistersituation inzwischen mehr als drei Jahre lang hautnah miterlebt. Minimaus zählt da noch nicht, sie ist momentan „außer Konkurrenz“ und wird von Maus und Mäuserich noch heiß geliebt. Vielleicht ändert sich das, sobald Minimaus den Legoturm zerlegen kann. Obwohl, die Maus hat das beim Mäuserich meistens ganz tapfer ertragen. Er war ja noch klein und die Maus da sehr fürsorglich und verständnisvoll. Im Gegenzug haben wir Schlösser, Burgen und andere zerbrechliche Dinge außer Reichweite gestellt.

Nun bin ich also schon mitten im Thema. Lasst mich mal überlegen….Okay, zunächst dachte ich immer, zwei Kinder = zweimal so viel Arbeit, Energie und Zeitaufwand. Das ist definitiv nicht so. Es gibt ganz fantastische Synergieeffekte. Sonst würde ja wohl auch keiner mehr als ein Kind haben wollen und ich schon gar nicht. Rückblickend betrachtet fand ich den Schritt zum ersten Kind am härtesten.

Den plötzlichen Freiheitsentzug kannte ich beim zweiten Kind dann schon und viele Handgriffe und Aufgaben erledigt man ja auch bei einem Kind, z.B. Anziehen, Abendbrot machen, Badewasser einlassen, den Weg zur Kita zurücklegen, Vorlesen….oder weitreichenderes wie das Liebes- und das Berufsleben neu organisieren. Letztere sind Themen für sich…Ansonsten sind jetzt eben vier Hosenbeine anzuziehen, sitzen zwei Kinder am Tisch, hocken zwei Kinder in der Wanne, wird ein kleiner Umweg zur Schule gegangen oder werden zwei (na gut, vier) Geschichten gelesen. Das ist nicht wirklich viel mehr Aufwand und beinahe genauso schnell gemacht. Mehr Geschirr erledigt die Spülmaschine und mehr Dreck erledigt – zugegeben – unsere Haushaltshilfe, die einmal die Woche vorbei kommt.

Na gut, ich habe jetzt auch mehr Wäsche und die muss ich wirklich selbst handeln, was mich manchesmal in den Wahnsinn treibt. Glücklicherweise stören den Mäusepapa die Türme mit zusammengelegter aber noch nicht in die Schränke sortierter Wäsche nicht. Zumindest sagt er nichts dazu. Der Mäusepapa kann gerade nicht mehr abends länger arbeiten, weil ich nicht alle Kinder zusammen ins Bett bringen kann. Umgekehrt gilt das für mich natürlich genauso. Aber die Zeit kommt wieder, wenn Minimaus größer ist. Es wird auch noch die Zeit kommen, zu der wir nicht nur die Verabredungen und Schwimm- (wahlweise Balett-, Instrumenten,-Tanz-, Yoga-) Kurse der Maus sondern auch die des Mäuserichs  koordinieren müssen. Zum Glück kommt aber nicht alles plötzlich über Nacht und seit Schulbeginn hat die Maus die meisten Kurse ohnehin im Schulhort, was sehr praktisch ist. Vor allem muss man als Eltern jetzt auch zwei Kindern zuhören und diese sprechen nicht unbedingt wie im Debattierclub gesittet nacheinander. Allerdings lernt man das Simultanzuhören irgendwie und die Kinder sagen ohnehin alles mindestens dreimal bis sie das Gefühl haben, Mama hat´s begriffen….UND, mit der Zeit wird man auch effizienter, was die Logistik anbelangt. Man wächst tatsächlich mit seinen Aufgaben, das ist nicht nur so ein Spruch. Und beim Rest hilft uns der Mut zur Lücke. Alles geht auch ohne Kinder nicht.

Aber, aber, aber….und jetzt kommt es: Mehr als ein Kind ist super, weil da auch immer eine Person mehr ist, die die Kinder liebt; mit ihnen auch dann noch spielt, wenn Papa längst keine Lust mehr hat; ihnen zuhört, wenn Mama und Papa mal wieder blöd sind; ihnen die Dinge übersetzt, die Mama so umständlich erklärt; die ganz viel auch ohne große Worte versteht, weil die Perspektive (in der Lebenssituation mit diesen Eltern) ganz genau die selbe ist; die auch schon mal die Milch nachschenken kann, wenn Mama wegen der Minimaus keine Hand frei hat; die für einen mutig ist, wenn man es selbst gerade nicht ist; die natürlich auch mal herzhaft streiten kann, wenn der Tag zu Ende geht oder vorübergehend Langeweile herrscht; die allerdings auch binnen Sekunden alles -und ich meine wirklich alles- verzeihen kann. Bei uns kehrt allmählich der Zustand ein, dass wir Eltern am Wochenende noch ein wenig im Bett bleiben dürfen, während Maus und Mäuserich zusammen spielen, Hörbücher hören und sich auch schon mal beim Müsli zubereiten selbst helfen. Dafür ist es natürlich von Vorteil, wenn die beiden altersmäßig weiter auseinander liegen. Der Mäuserich guckt sich viel von der Maus ab und darf und kann dadurch auch einiges schon früher als es bei der Maus im jeweiligen Alter der Fall war. Die Maus findet ihren kleinen Bruder natürlich auch mal nervig, aber nie nervig genug, um ihn auszusetzen. Letztlich wird er dann doch vehement gegen Übergriffe anderer verteidigt, herumgetragen, geherzt und geliebt.

Kurz gesagt, mit einem Geschwisterkind kommt für uns alle eine ganze Welt an Gedanken, Gefühlen und Erkenntnissen hinzu. Und das ist ganz wunderbar, superfantastisch, einfach zauberhaft…..

0 Kommentare

  1. Ui ui ui! Noch eine Mäuse Mama! Willkommen im Club! Warum sollte ich da böse sein? Quatsch! Es ist schön, dass ich doch zu dieser Blogparade inspiriert habe und du bei Mama on the rocks mitgemacht hast.
    Du schreibst schön und frisch! Es hat Spaß gemacht deinen tollen positiven Mäuse Geschwister Artikel zu lesen.

    Liebe Grüße

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