Familienleben
Schreibe einen Kommentar

Blogparade : Elterliches Miteinander

© Sunny studio - Fotolia.com

© Sunny studio – Fotolia.com

Ich habe eine schöne Idee für ein Thema bei MunichWorkingMum gelesen und möchte das auch gerne aufgreifen. Nachdem ich kürzlich meine zugegebenermaßen nicht besonders schönen Erlebnisse bei einem 80. Geburtstag schilderte, tut es gut, den Blick auf die positiven Seiten des Miteinanders zu lenken. Die kritischsten Anmerkungen zu unserem Familienalltag kamen tatsächlich in erster Linie von Verwandten und Bekannten aus den älteren Generationen. Ich habe zwar auch schon den Spruch gehört „Wozu habe ich Kinder, wenn ich sie gleich wieder abgebe?“, mir die Frage „Mit drei Kindern willst Du doch wohl nicht mehr arbeiten?“ gefallen lassen und mit Blick auf meine beruflichen Pläne gar die Aussage „Bei Dir möchte ich nicht Kind sein!“ anhören müssen. Das waren allerdings nur flüchtige Bekannte und keine Personen, die uns und unseren Alltag besonders gut kannten.

In meinem unmittelbaren Umfeld habe ich tatsächlich niemanden, der unser Lebensmodell grundsätzlich anzweifelt. Es sucht einfach jeder für sich den besten Weg, um Beruf, Familie und die übrigen Interessen zu vereinbaren. Dafür gibt es unterschiedliche Lösungen: klassische Rollenverteilung oder gleichberechtigte Aufgabenverteilung, in Teilzeit arbeitende Mütter und Väter und in Vollzeit arbeitende Mütter und Väter, Mütter in Elternzeit, Väter in Elternzeit, Mütter in der Zusatzausbildung, Väter im Studium usw. Ich erlebe daher selten fragende oder gar kritische Blicke, wenn ich unseren Alltag schildere. Vielmehr habe ich einige Anerkennung dafür bekommen, dass ich lange Zeit in Vollzeit gearbeitet und nebenberuflich mit Kindern promoviert habe. Wir nehmen bei terminlichen Engpässen gegenseitig unsere Kinder nach der KiTa oder Schule mit oder verabreden Spielenachmittage, um uns gegenseitig Zeitfenster ohne Kinder zu verschaffen. Wir berichten uns die wichtigsten Neuigkeiten aus den verpassten Elternabenden und geben uns Tipps für die passende Ferienbetreuung. Und das ohne die Kinder zu bedauern, für die es organisatorisch nicht anders als mit einer Hortbetreuung geht. Und wir freuen uns füreinander, wenn die Kinder gerne in die KiTa und Schule samt Hortbetreuung gehen.

Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass nur ein Rollenmodell die einzig richtige Lösung für den Familienalltag sein soll. Dazu sind die Voraussetzungen und familiären Gegebenheiten viel zu unterschiedlich. Wer kann schon von sich behaupten, sein Familienleben bis ins letzte Detail planen und selbstbestimmt gestalten zu können. Wir können bei unserer Alltagsorganisation immer nur von dem ausgehen, was wir persönlich vorfinden: Will einer der Eltern mit den Kindern zu Hause bleiben, kann sich die Familie das finanziell leisten, ist der jeweilige Elternteil der Typ dafür, braucht Vater oder Mutter den schnellen Wiedereinstieg zum Erhalt seiner beruflichen Perspektiven, sind die Kinder oft oder selten krank, fühlen sich die Kinder in der KiTa wohl, lassen Beruf und Arbeitgeber flexible Lösungen zu usw. Jede Familie ist anders und alle wissen das. Ich denke, daher rührt auch die Solidarität, die ich in meinem Alltag generell unter den Eltern erlebe und sei es auch nur, dass wir in Gesprächen viel Verständnis und selten voreilige Werturteile erfahren.

Kommentar verfassen