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5 Dinge, die wir von unseren Kindern über Vereinbarkeit lernen können

Die Minimaus schlurft durch den Flur in einer überdimensionalen Regenhose, in der sie zu verschwinden droht, weil sie 6 Nummern zu groß ist und ihr deshalb auch beinahe bis zum Hals reicht. Sie hat sich diese unglaublich tolle Hose bei ihrer großen Schwester ausgeliehen. Diese Hose ist schon deshalb so unglaublich toll, weil sie eben von ihrer Schwester ist! Und jetzt wandert da diese Hose durch unsere Wohnung.

Die Minimaus watschelt und wankt und stolpert, steht wieder auf, watschelt weiter, bis zur Wohnzimmertür und dann den ganzen Weg zurück. Schlurfend, schleppend, schwankend. Sie ist unglaublich konzentriert dabei und als sie wieder an mir vorbei kommt, grinst sie breit: Ich trage die Hose meiner Schwester. Mama guck. 

In ihrem Blick liegt ein Ich habs gewusst. Geht doch.

Denn sie hat sich von mir nicht sagen lassen, dass ihr diese Hose nicht passt, dass sie damit fallen und sich weh tun wird, dass sie eigentlich gar nicht erst zu versuchen bräuchte, damit auch nur einen Meter vorwärts zu kommen. Dass das ein paar Nummern zu groß für sie ist. Ich sah sie schon fallen, meckern, verzweifeln. Die Minimaus hat zu meinem Gerede nur stur den Kopf geschüttelt und mindestens 10 Mal wiederholt Anzie. Und dann? Dann habe ich die Hose gekrempelt, gerafft, geknotet, gezogen. Et voilá – die Minimaus schlurft damit durch die Wohnung.

Sie grinst und stolpert und landet mit ihren Ärmchen um meinen Hals.

In dem Moment wird mir etwas klar.

Meine Kinder probieren die Dinge aus. Sie lassen sich nicht sagen, was geht und was nicht, sie machen es einfach! Und immer geht es dann besser als ich vermutet hätte. Und immer ist auch ganz viel Entdeckerstolz dabei und das Glück, etwas Neues geschafft zu haben.

Genauso klappt das auch mit der Vereinbarkeit, denke ich weiter, und plötzlich ist da dieser Gedanke, dass wir uns äußerst wirkungsvolle Strategien zum Thema Das Vereinbaren vereinfachen von unseren Kindern abschauen kann.

Was ich damit meine?

 

 1. Strategie – In kleinen Schritten geht es vorwärts!

Meine Kinder spielen, meine Kinder essen und sie schlafen immer dann, wenn sie es brauchen. Sie nutzen dafür auch die kleinsten Zeiträume, zwischen dem Frühstück und dem Anziehen, zwischen dem Zähneputzen und der Gute-Nacht-Geschichte, zwischen dem Anziehen der Schuhe und dem Öffnen der Fahrstuhltür.

Nur noch die Puppe ins Bett legen, das gelbe Auto einparken, den Walhai in sein neues Versteck bringen… Nachmittags schlafen sie eine kurze Weile beim Hörbuch im Sessel ein, suchen sich eine Höhle zum Verschnaufen oder kuscheln sich in einen Arm. Manchmal nur ganz kurz, dann wieder ganz lange und schon geht es weiter, mit dem Essen, Spielen, Bauen, Malen, Lesen, Singen….

Sie fragen nicht danach, ob es sich noch lohnt der Puppe die Schuhe anzuziehen, den ersten Strich für das Familienporträt zu zeichnen oder den Grundstein für den neuen Legoturm zu legen. Sie fangen einfach schon mal an.

Für mich heißt das: kleine Zeitfenster nutzen, irgendetwas schaffe ich auch in 5 Minuten – und wenn es nicht fertig wird, dann eben in den nächsten 5 Minuten und bald habe ich wieder 5 Minuten und irgendwann ist es dann doch fertig. Ich brauche nicht auf einen freien Tag oder eine freie Woche zu warten, um ein Projekt, ein Ziel oder einen Traum umzusetzen. Ich kann halbe Stunden nutzen, ganze Stunden frei schaufeln und die ersten Schritte gehen.

Ich kann damit immer schon mal anfangen. Jetzt sofort.

 

2. Strategie – Mit Pausen schaffst du alles schneller!

Meine Kinder haben ein gutes Gefühl dafür, wann sie müde sind und eine Pause brauchen. Sie machen dann einfach mal weniger, kuscheln sich in den Sitzsack, blättern ein Buch durch, sitzen am Fenster, sehen ins Grüne, schauen mir beim Wäschelegen oder Brote schmieren zu.

Eine Atempause, eine Denkpause, ein Blick, ein Lächeln, etwas trinken, einen Bissen vom Käsebrot nehmen und danach geht es weiter, mit neuen Ideen und einem neuen Spiel.

Für mich heißt das: den Energiehaushalt managen und Energielecks finden! Die besten Ideen kommen ohnehin beim Pause machen, Spazierengehen, Nichtstun. Wenn ich etwas gerade so gar nicht machen will, dann wird es ein Zeitfenster geben, zu dem es mir leichter von der Hand geht und dann ist es schneller erledigt als gedacht. Bis dahin trinke ich den Kaffee ausnahmsweise mal heiß, nehme meine Jüngste auf den Schoß, stecke meine Nase in ihr weiches Haar und schaue mir vor dem Fenster den Regen an.

Wir machen zusammen eine Pause und dann geht sie zurück zu ihren Tututs (Autos) und ich wische vielleicht doch noch den Tisch ab.

 

3. Strategie – Vergiss das Zeitmanagement!

Meine Kinder hören mich oft nicht. Sie sind dann mitten auf dem Meer auf einer Forschungsreise oder im Märchenwald mit der Hexe ins Gespräch vertieft, mit 30 Plüschtieren beim Tierarzt und alle wollen noch ein Pflaster haben oder mit Flossen und Taucherbrille in der Badewanne beim Delfinschwimmen.

Sie sind dann eben mal weg. Alles andere ist unwichtig und der Augenblick gehört ihnen ganz allein. Das nennt sich auch Flow.

Für mich heißt das: Zeit ist relativ. Ich sollte ab sofort jegliches Zeitmanagement ignorieren und meine Beziehung zu diesem Thema ändern. Keine Es ist nie genug Zeit-Mentalität mehr. Für das, was mir wichtig ist, nehme ich mir die Zeit. In Kombination mit den kleinen Schritten werde ich damit an jedem Ziel ankommen, zu dem ich will.

Und wenn ich nicht damit aufhören kann, meinen Tag in eine Stunde packen zu wollen und daran verzweifele, dass meine To do Liste so lang und mein Akku zu leer ist. Dann sehe ich meinen Kindern zu, wie sie in wenigen Minuten ganze Welten erschaffen und denke daran, dass die wirklich guten Sachen ihre ganz eigene Zeit haben.

 

4. Strategie – Folge deinen eigenen Werten!

Meine Kinder würden mir niemals glauben, dass es im Herbst schon zu kalt ist für Sandalen, dass der Regenmantel angezogen mehr Sinn macht als um den Bauch gebunden, dass Nutellabrote nicht zum Abendessen gehören und dass gekochte Möhrchen und Erbsen echt lecker sind. Sie perfektionieren den Mustermix, tragen T-Shirts als Hosen und die Nähte nach außen, sie singen ein Lied 47 Mal hintereinander (ich hab´s gezählt), ergänzen Gedichte mit eigenen Zeilen und sind davon überzeugt, dass die Zahnfee bei jedem einzelnen Wackelzahn kommt. Echt jetzt Mama. Die liebt Zähne!

Sie glauben daran, dass sie schlau und stark sind, wissen dass Papa keine Ahnung von Olchies und Hexen hat und raten Mama dringend, doch öfter mal Fritzchen-Witze zu lesen. Mindestens 30 Plüschtiere zu haben halten sie für ein Grundrecht, ihr Müsli mixen sie sich selbst und sie können Ballett tanzen, Gitarre spielen und auf dem Seil tanzen, ohne auch nur eine Stunde dafür geübt zu haben. Deshalb geben sie auch jederzeit gerne Konzerte, führen Theaterstücke auf und laden zu Zirkusvorstellungen ein.

Kurz: Sie sind ganz sich selbst. Ihre Handlungen rühren von ihren Überzeugungen her. Über sich. Über die Welt. Über das, was für sie möglich scheint.

Für mich heißt das: Ich darf meine eigene Version vom Familienalltag leben. Wer will ich als Mutter sein, welche Ziele habe ich und was ist mir wichtig? Ich darf meinen eigenen Rahmen entwerfen, entscheiden, was in mein/unser Familienleben passt, meine eigenen Regeln haben. Das schafft enorme Zufriedenheit, denn ich agiere und reagiere nicht nur. Termine verschieben, Nein sagen, Dinge von der To do –Liste nehmen, das alles führt mich unmittelbar zu innerer Balance. Ich folge meinen eigenen Werten und Vorlieben und das macht mich glücklich. Das bin ICH.

Die perfekte Balance hängt unmittelbar damit zusammen, ob ich ICH selbst sein kannst.

 

5. Strategie – Sei im Augenblick!

Meine Kinder sitzen im Halbkreis um ein Buch und sehen sich Bilder an. Sie lachen und kichern und erfinden lustige Geschichten dazu. Es ist abends kurz nach acht und ich habe sie schon viermal daran erinnert, dass sie sich ihre Schlafanzüge anziehen und Zähne putzen sollen. Um halb neun stecken sie immer noch die Köpfe zusammen und berichten sich giggelnd, was sie auf den Bildern sehen. Zwischendurch fragen sie mich nach dem Elefanten auf dem Ast im Baum und denken darüber nach, ob sie das auch könnten, so im Baum sitzen.

Sie denken nicht daran, was noch zu tun ist, dass die Gute-Nacht-Geschichten warten, dass sie schlafen müssen und dass sie am nächsten Morgen müde sein werden, wenn sie es nicht bald tun. Das ist ihnen egal. Sie sind einfach nur da, wo sie gerade sind. Im hier und Jetzt.

 Für mich heißt das: Inne halten, mich wahrnehmen, im Augenblick sein und nicht daran denken, was noch alles zu tun ist. Nur das sein und fühlen, was gerade passiert. Es tut gut, einen Schritt zurückzutreten und zuzulassen, dass der Moment einfach nur ist. Wahrnehmen und dankbar sein für das, was mich gerade umgibt. Das schafft Raum für mich und meine Gefühle.

 

Egal, worum es in deinem Leben gerade geht, ob um Mutterschaft, Gesundheit, Beziehungen, Business, Spiritualität, Geld. Wenn du das nächste Mal versuchst, einen Bereich deines Lebens zu optimieren, und deine ersten Gedanken dazu sind noch mehr Disziplin und eine bessere Zeitplanung, dann versuche stattdessen folgendes:


kleine Zeitfenster nutzen

Pausen machen

Zeit und Raum schaffen für das, was mir wichtig ist

mich an meine eigenen Werte und Ziele erinnern

Innehalten und im Augenblick sein

 

Ich bin mir sicher, wenn du deinem eigenen Weg folgst, funktioniert das Ausbalancieren und nicht du. 

 

 

PS: Wenn du dich ausgelaugt und erschöpft fühlst und viel lieber mehr von dem tun würdest, was dich erfüllt und glücklich macht, dann lass dir von mir sagen: Es gibt einen Weg, leichter durchs Familienleben zu balancieren und deine eigenen Wünsche und das Muttersein zu vereinbaren. Du kannst das haben, was dir wichtig ist! Aber nicht auf die Art und Weise, wie wir oft denken. Ich möchte dir mit meinen Beiträgen aus der Reihe „Das Vereinbaren vereinfachen“ zeigen, wie sich der Familienalltag mit weniger Anstrengung leichter ausbalancieren lässt.

PPS: Dies ist der dritte Teil aus meiner Beitragsreihe „Das Vereinbaren vereinfachen“, den ersten und zweiten Teil findest du hier und hier.

Mythen erschweren das Balancieren

Vor einem Jahr genau fing es bei mir an mit dem Unglaublichmüdesein. Ich fühlte mich ganz schön abgeschrabbelt vom Mamasein. Wahrscheinlich auch vom alles andere sein, aber am meisten vom Mamasein. Es ist fast immer das Mamasein, denn meinen Beruf, den habe ich mir lange vor den Kindern ausgesucht, und alles andere war ich vorher auch schon. 

Aber das Mamasein in Kombination mit dem Juristinsein, Frausein, Freundinsein, Immerdasein, Niealleinesein, Verlässlichsein, Verantwortlichsein, Ichsein, Wirsein hat so manches Energieleck in mir hinterlassen. Und ich habe nicht früh genug damit begonnen, es wieder zu schließen. Plötzlich war der Akku leer. Ganz leer. Weiterlesen

September 2017 (und was ihn konfettibunt gemacht hat)

Familienleben

Anstrengend, glücksmomentevoll, innig und vermisslich. Der Mäusepapa war eine Woche in Göteborg und wie das so ist, wenn man auf einmal nicht mehr im Alltäglichen zusammen sitzt, sieht man wieder mehr voneinander. Als er wieder da war, haben die drei Mäuse ihn mit Freudenjubel begrüßt. Ich war schon halb aus der Tür, auf dem Weg zum Abendessen mit meiner Schwester, aber eine innige Umarmung hat er trotzdem noch bekommen. Und ich bekam eine Mumintasse über die ich mich richtig, richtig gefreut habe. Mir selbst habe ich das Versprechen gegeben, dass wir uns ab sofort viel mehr sehen werden. So im Alltag.
Die Minimaus ist in den letzten Wochen riesengroß geworden, in der KiTa ist sie jetzt in die Teddygruppe gewechselt, sie redet viel, wickelt ihre Puppen, schleppt sie vom Schlafzimmer in die Küche, ins Bad und wieder zurück ins Bett, sitzt beim Essen immer! auf meinem Schoß, schläft tagsüber weniger, entdeckt mehr, lacht sich über die Grimassen ihrer Bruders schlapp, versucht alles so, wie die großen Geschwister das machen und entdeckt die Bedeutung des Wortes meins. Und das Wort „haie“. Was alleine heißt: Alleine laufen, alleine Schuhe anziehen, alleine Jacken anziehen, alleine bis zum Auto gehen, sich allein die Mütze aufsetzen, sogar alleine baden. Überhaupt badet sie neuerdings gerne und hat auch dabei ein neues Wort gelernt: Schoua (Schaum).
Dann waren da auch ein paar spätsommerliche Ausflüge: in den Jenischpark, an die Elbe, ins Schwimmbad, auf die Spielplätze. Den Rest des Monats haben wir fließen lassen, irgendwohin. Dahin wo es noch sonnig und warm ist, wo wir barfuß laufen, Zuckerwatte und Eis essen, erste Kastanien sammeln und auf Schatzsuche gehen können.
Letzteres war auf dem Geburtstag des Mäuserichs. Der in diesem Monat 6 Jahre und gleichzeitig ein Vorschulkind geworden ist, aber anders als die Minimaus nur ungern etwas alleine macht. Warum immer ich? ist die große Frage gerade.

Der schönste Moment

Es gab so viele. Hätte ich gar nicht gedacht, aber wenn ich die Fotos so durchscrolle, dann waren da doch viele. Dieses Sommerfest im Jenischpark, das wir mit Anstehen verbracht haben – bei der Zuckerwatte, beim Kinderschminken, bei der Tanzaufführung. Beim Anstehen konnten wir aber gut reden und der Mimimaus dabei zusehen, wie sie sich ihren Weg zwischen den Wartenden hindurch bis zum Papa sucht und später dann ihre Kreise um uns herum dreht, immer größer und größer und dann lacht sie. Das Leben ist manchmal rund. Und als wir dieses Wartefest dann an der Elbe ganz sommerlich und ohne Eile ausklingen ließen.
Der Nachmittag mit uns allen in der Hafencity, hauptsächlich im Maritimen Museum bei der Schatzsuche und im Anschluss mit Oma und Opa auf dem Spielplatz im Grasbrookpark. Und der Tag nach dem Geburtstag des Mäuserichs, der bei Regenwetter und Resttorte ganz ruhig verlief. Der Tag, den ich alleine auf dem Bloggertreffen in Münster war, am Anfang noch total unsicher, dann nicht mehr. Und dieser Abend, als ich mit meiner Schwester im Seven Seas auf dem Süllberg 8 Gänge lang essen war. Die Gerichte waren die Wucht. Gutes Essen und Reden. Wie glücklich das macht. Und die Umarmung des Mäusepapas, nachdem er wieder bei uns zu Hause war und wir uns noch ein bisschen fremd fühlten miteinander.

Was ich für mich entdeckt habe

Außer Zartbitterschokolade (mind. 70%) für mein Müsli: Mandelmilch. Die schmeckt super lecker in meinem Müsli und auch in meinem Kaffee. Und nach der Arbeit alleine im Café sitzen, ein Stück Kuchen essen, Milchkaffee trinken, lesen, gucken, denken, wieder gucken. Das macht mich gerade in mehrere Hinsicht so richtig satt: zeitsatt, nachdenksatt, ruhesatt, süßessatt, kaffeesatt, alleineseinsatt.

Was ich momentan super gerne anziehe

Große Streifenshirtliebe hier gerade. Ich habe damit begonnen, überwiegend Bretonshirts und Sneaker zu tragen. Zusammen mit meinem Armreif (dieser hier sieht so ähnlich aus), den ich schon vor einiger Zeit geschenkt bekommen aber erst jetzt wiedergefunden habe und über den ich mich jeden Tag freue. Und solch einen dunkelblauen Blazer, der gar nicht so besonders aussieht, der aber einfach ganz genau richtig ist und zu allem passt. Darüber gezogen und schon sehe ich bürotauglich, kindertheatertauglich, abendessenausgehtauglich, alleinimcafésitzentauglich aus. Kennst du den Onlineshop https://www.stadt-teile.de von Aneta Marek? Ich habe mir auf dem Designmarkt von ihr ein taubenblaues Sweatshirt mit der Aufschrift Ich bin aus Hamburg, nicht aus Zucker gekauft. Ich muss bei jedem Tragen über den Spruch grinsen. Außerdem trage ich meine neue Kette von Klimbim Barcelona gerade supadupa gern.

Immer wieder vorgelesen

Das Buch Räuber Hotzenplotz von Ottfried Preußler und gleich hinterher den zweiten Teil Neues von Räuber Hotzenplotz. Der dritte Band liegt auch schon bereit. In meiner Kindheit habe ich es merkwürdigerweise nie gelesen. Der Mäuserich liebt die Kasperlgeschichten und ich liebe diese altmodische, wohlgesetzte Sprache. Wirklich klasse.

Gerne gesehen

Ich habe eine Liste mit Filmen und Serien, die ich gerne sehen würde und die ich jetzt beinahe abgearbeitet habe. Außer Tschick (den ich immer noch nicht gesehen habe) sind da noch: Red Oaks (eine Serie, die in den 80er Jahren in einem Tennisclub spielt und von einem Jungen handelt, der nach dem College seinen eigenen Weg finden muss, großartiges Thema, großartige Umsetzung), Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne (den ich schwer ausgehalten habe, weil ich Marguerite so mochte und weil ich mir bis zum Schluss gewünscht habe, dass sie die Wahrheit nicht erfährt), ein Geschenk der Götter (der Film über eine arbeitslose Schauspielerin, die 8 Langzeitarbeitslosen Schauspielunterricht geben soll, hat mir Spaß gemacht) und Embrace, der mich total umgehauen hat. Wirklich: zu Tränen gerührt.

Und dann war da noch dies

* Herdwärme, das neue Buch von Okka Rohd, das ich unglaublich toll finde und schon zweimal verschenkt habe. Ich werde es demnächst hier noch näher vorstellen.

*Mein neues Blogbuch von Rena von Rundfux, die auch ansonsten ganz wunderbare Bücher, Poster und Bilder entwirft und illustriert.

*Immer noch gern bekomme ich „My Little Box“. Ich freue mich jeden Monat auf diese wunderschön und liebevoll verpackten Proben und Produkte.

*Eine Entdeckung: bonpon511, Partnerlook mal in stylish und umwerfend interpretiert. Ich liebe diesen Instagram-Account, auch wenn ich die Posts nicht lesen kann, weil sie in Japanisch sind.

*Diese Rezepte für Suppen im Glas von Hemsley & Hemsley. Meine Schwester hat mich darauf gebracht und ich finde die Idee für den Herbst und Winter im Büro fantastisch. Kennst du noch mehr von diesen Rezepte?

*Dieses Haus und sein Einrichtungsstil, weil Bücher dort so unglaublich viel Platz bekommen. Ich mag es sehr.

*Diese Outfits für den Herbst.

*Die Story über den Archivar in der New York Public Library.

*Wie Familien rund um den Globus ihre Ferien verbringen aus dem New York Times Magazin.

*Oh und dieses hier. Schön, oder?

 

Wie war denn dein September? Ich hoffe, er hat dich glücklich gemacht.

Schönes Wochenende!

 

Vereinbarkeit braucht Freiräume

Ich hatte da diese Idee. Die Idee, dass ich als Working Mum mit drei Kindern und drei Kalendern, einem ausgefeilten Zeitmanagement und einem gewissen Talent zur Organisation die perfekte Balance zwischen meinem Berufs- und Familienleben finden würde.

Ich nahm an, mit Fleiß, Disziplin und gekonntem Multitasking könnte ich Meetings, kreative Geburtstagstorten, spannende Kinderpartys und besinnliche Paarzeiten locker unter einen Hut bringen. Schließlich hatte ich ideale Rahmenbedingungen für das bisschen Vereinbarkeit: Mein Mann und ich teilten alle Verpflichtungen 50/50, mein Arbeitgeber war flexibel, die Kinder waren selten krank, seit 2 Jahren lebte auch die Oma in der Nähe. Weiterlesen

Wie auf Wolken…. Blogumzug

Mein Blog ist vor wenigen Tagen umgezogen und ab sofort auf der selbstgehosteten Website www.martamam.de zu finden.

So ein Blogumzug ist beinahe genauso anstrengend wie ein Umzug im realen Leben: Ich musste renovieren (der neue Martamam-Blog ist übersichtlicher und ich denke auch sehr viel schöner geworden als der alte), ausmisten (manch Überflüssiges habe ich gelöscht) und mich neu einleben (natürlich hoffe ich, dass alle meine neue Blog-Anschrift haben und dass neue und alte Blog-LeserInnen mich besuchen kommen). Ein paar Umzugskisten stehen hier noch unausgepackt herum, deshalb fehlen mir auch noch einige Bilder in den älteren Blogbeiträgen und ich muss alles noch ein wenig zurecht rücken. Ach Mensch, ist das alles aufregend. Weiterlesen

Bücherstapel zum Herbstbeginn oder Hygg Hygg Hurra

 

Meine Buchlieblinge, die den September schöner, erkenntnisreicher und gemütlicher gemacht haben (von oben nach unten):

 

*Hygg Hygg Hurra von Helen Russel, 400 Seiten, Fischer Taschenbuch Verlag, € 9,99.

Mein Kuscheltipp zum Herbstbeginn. Es ist nicht mein erstes Buch zur Gemütlichkeit der Dänen, aber ich hygge so unglaublich gern und schon beim Lesen wird mir ganz warm ums Herz. In diesem Buch schreibt eine überzeugte Londoner Großstädterin über ihren Umzug nach Dänemark, weil ihr Mann eine Stelle bei Lego angenommen hat und nun zu ihrem Lego Man wird. Sie ist äußerst skeptisch, ob die dänische Einöde, in die sie ziehen wollen, sie glücklich machen wird. Wohl kaum so glücklich wie es die Dänen laut Statistik seit 40 Jahren sind. Weiterlesen

Zukunftspläne und Bundestagswahl 2017

Vorgestern saßen wir zusammen in „unserem“ Balutschistan bei Kerzenschein und Stimmengewirr. Meine Freundin Anne und ich. Wenn wir zusammen ausgehen, dann gehen wir am allerallerliebsten dorthin. Wir sitzen dann auf rotem Samt, trinken Tee und Mangolassi und warten aufs Essen, das so unglaublich lecker ist, dass wir uns schon Tage vorher darauf freuen. Wir wählen aus der Karte jedes Mal das selbe. Sie die Nummer 89, ich die Nummer 133. Während wir warten sehen wir den Menschen vor dem Fenster dabei zu wie sie den Alma-Wartenberg-Platz überqueren und fragen uns gegenseitig, wie es uns geht. Gestern sprachen wir über die zurückliegenden Ferien und das Ende des Sommers. Und dann hat sie mir erzählt, dass ihr Krebs weg ist. Sie hat gelächelt, ich habe zurück gelächelt. Ganz weg? Ja. Nichts mehr zu sehen? Nein. Es war als würde für einen Moment alles um uns herum leiser werden. Weiterlesen

Dänemark und Meer

Ich habe schon im letzten Monatsrückblick von unseren Sommerferien berichtet. Aber für die Reiseinteressierten unter euch -und für meine Sehnsucht dorthin zurück- mache ich das an dieser Stelle noch einmal ausführlicher:

Wir sind nun das vierte Jahr in Folge nach Dänemark ans Meer gefahren. Dieses unglaublich entspannte Land hat uns regelrecht eingefangen. Unseren ersten Urlaub hier haben wir mit zwei Kindern samt Großeltern, Tante und Uroma auf Fünen verlebt. Das hatte Suchtpotential und deshalb führte uns unsere zweite Reise dann mit dem Campingbus einmal quer durch Lolland, Fünen, Mitteljütland bis hinauf nach Nordjütland. Damals waren wir schon fast zu fünft, d.h. der Mäusepapa, Maus und Mäuserich und ich mit der Minimaus im Bauch. Weiterlesen

Behind the scene

Liebe treue und liebe neue Blog-LeserInnen,

im Mai 2014 habe ich angefangen dieses Blog zu schreiben. Damals noch schwanger mit dem dritten Kind, kurz vor meiner mündlichen Promotionsprüfung, nach zuvor schon drei Jobwechseln erst 9 Monate im neuen Job, mit einem 2,5jährigen Mäuserich und einer Maus, die kurz darauf ihren 6. Geburtstag feierte, mit der Gewissheit, dass wir auch das dritte Kind „wuppen“ werden, trotzdem mit etwas Panik im Herzen, weil unser Leben mit einem dritten Kind noch einmal wieder anders werden würde. Weiterlesen

„Ich bin ja so stolz auf mich“ oder Innere Regeln

„Mama, ich bin ja so stolz auf mich.“ klang es vor zwei Tagen glücklich von der Rückbank. Wir fuhren gerade mit dem Auto vom Parkplatz der Rindermarkthalle in Hamburg und kamen vom angrenzenden Sommerdom: Riesenrad fahren, Schmalzkuchen essen, ein paar Runden Autoscooter für den Mäuserich und danach sogar einmal nass werden auf der Wildwasserbahn, anschließend ein paar harmlose Runden im Rennauto auf dem Kinderkarussel, noch mehr harmlose Runden in der Eisenbahn für die Minimaus und dann zum Abschluss noch zwei Runden mit der „Wilden Maus“. Nur der Papa und geradeso (weil erst ab 6 Jahre und einer Körpergröße von 1,10 m) auch der Mäuserich. Aber was ihn so stolz machte, war nicht etwa die „Wilde Maus“-Fahrt (die übrigens nur von außen harmlos aussieht, bei der man aber in jeder Kurve das Gefühl hat, hinaus zu segeln). Er hatte also in meinen Augen allen Grund, das als Abenteuer zu sehen. Aber nein, das war es nicht. Weiterlesen