Mehr lieben Mehr sehen Monatsrückblick Reisen und Rumgucken

AUF EIN NEUES. EIN BEITRAG VON ABSCHIEDEN UND ANFÄNGEN UND ÜBER DAS REISEN MIT KINDERN

// Dieser Beitrag enthält Werbung.

In den letzten Wochen war alles ein großes Anfangen und Aufhören. Das allererste Jahr in einer neuen Schulklassen endete, die Ferien begannen, die Vorfreude begann, der Urlaub begann, die Ferien endeten, der Urlaub endete, das neu Planen begann.

Mittendrin haben wir uns Dänemark angesehen:

Erst Kopenhagen, dann Helsingor mit einem Abstecher nach Helsingborg (in Schweden) zu Freunden und dann weiter rauf in den Norden. Bis nach Skagen und seiner nördlichsten Landspitze Grenen. Die Stelle, an der die Nordsee und die Ostsee ineinander fließen. Wie erstaunlich war das denn bitte? Die Wellen kommen von links und von rechts und klatschen einem beim Aufeinandertreffen um die Beine. Und ich stehe mit je einem Bein in einem anderen Meer. Irre spannend. Und lustig. Skagens Kunstmuseum, mit seiner Ausstellung zu den „Skagenmalern“, die sogar die Kinder mochten, weil es eine kleine Museumsralley und Platz zum Selbermalen gab. Seitdem weiß ich, dass auch wir das Bild eines Skagenmalers in der Küche hängen haben. Wir sind durch dänische Städtchen gebummelt, lagen am Strand oder standen dort einfach nur, um aufs Meer zu gucken, badeten, liefen, atmeten – jeden Tag. Auch jeden Tag Eis essen und Kaffee trinken bei Fredis (in Lokken) oder im Keramikcafé Mollehuset, wo es so unglaublich gemütlich ist und aus dem ich mir jedes Mal eine neue Keramiktasse mitnehmen muss, zum gefühlt hundertsten Mal zusehen wie Bolcher gemacht werden und sich auch davon wieder eine Tüte mit nach Hause nehmen. Überhaupt einfach so seine Zeit am Strand verbringen, mit Muscheln sammeln und Krabben fangen. Und kein wirkliches Ziel haben. Hachz.

Ja, es gab sie, diese ganz entspannten „aus-der-Zeit-und-der-Welt-fallen-Momente“.

Obwohl das Reisen mit drei Kindern für mich immer noch eine Herausforderung ist. Schon das Packen im Vorfeld… die Entscheidung, was zum Anziehen und zur Unterhaltung unbedingt gebraucht wird – Malsachen, Kuscheltiere, Bücher, „das“ Kissen – schon damit in der Fremde das „Zuhausegefühl“ nicht ganz verloren geht. Und ganz wichtig: Jede Menge Pflaster, weil das „Pflastern“ bei uns Tradition hat. Denn so ein Pflaster ist viel mehr als es auf den ersten Blick scheint. Selbst bei kleinsten Wehwehchen muss man es sorgfältig aussuchen, bepusten, besprechen, bekuscheln und erst danach kann das Spielen weitergehen. Und dann natürlich Nasentropfen, Sonnencreme, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel, Mückenzeugs, Reisekaugummis… Bis auf Sonnencreme und  Pflaster haben wir nichts von alledem gebraucht, aber wer weiß das schon vorher? Wichtig waren auch Skizzenbücher, Puzzles, Mau-Mau-Karten und diese Alben mit den Briefumschlägen für Reiseandenken wie Eintrittskarten, Fahrkarten, Postkarten… Ich suche das alles schon eine Weile vor dem Urlaub zusammen. Wenn´s stressig wird, helfen mir der Mäusepapa (eher weniger) und Onlineshops (eher mehr, hier besonders die Shop Apotheke mit ihrer Rubrik Reiseapotheke für Kinder). Irgendwie bekomme ich das dann doch wieder rechtzeitig hin.

Am schwierigsten aber fand ich das „Ich will nicht in das Museum!“, „Das ist langweilig!“, „Ich will lieber…!“, „Och nö, jetzt noch nicht!“ während der Reise. Alles mit drei Ausrufezeichen. Bei uns passen die Interessen neuerdings viel weniger unter einen Hut als bisher. Das auszuhalten musste ich in diesem Urlaub neu lernen. Und Kompromisse finden, die dann irgendwo – mal mehr mal weniger zufriedenstellend – zwischen „wir gehen getrennte Wege“ und „heute müssen alle mit“ lagen.

Überhaupt fühle ich mich immer etwas unentspannt in so einem Urlaub mit Kindern.

Weil miteinander Reisen die Gefühle verstärkt, die schlechten, aber glücklicherweise auch die guten. Und dann ist es bei uns laut, bunt und ein bisschen unentspannt. Aber eben auch happy, und mittendrin dann doch plötzlich ganz entspannt, weil ich nicht mehr daran gedacht habe, mich entspannt fühlen zu wollen, und nur noch gesehen habe, wie schön es hier so mit uns ist. An genau diesem Ort, ohne Terminplaner und mit mehr JAs als NEINs. Was mir oft erst hinterher so richtig auffällt, wenn es wieder anstrengend wird, weil das Eis zu klein, das Glas zu groß, das Wasser zu kalt, der Sand zu sandig, die Toilette zu weit, der Bruder zu nah und die Mitte – im Auto, am Tisch, im Bett, zwischen Mama und Papa – nur einmal vorhanden ist. Dann kommt es schon mal vor, dass ich mich daran erinnern muss, dass ein Urlaub eben auch nur ein Urlaub ist und nicht alles kann.

Die meiste Zeit jedoch haben wir am Strand oder im Ferienhaus verbracht. Wir haben gemalt, geschaukelt, gelesen oder unsere Füße ins Meer gesteckt. Zwischendrin habe ich mich gefragt, ob es nicht eigentlich beknackt ist, so schöne Museen und Ausflugsziele um uns herum zu haben und unsere Tage am Strand oder im Ferienhaus zu vertrödeln, aber genau das habe ich gebraucht. Die ganz langen „Schlafanzugtage“. Totale Planlosigkeit. Das Rauschen des Meeres in der Luft,  der nachmittägliche Spaziergang in den kleinen Ferienort für Kaffee, Eis und Pistazienkuchen und viel, viel Zeit zum Mau-Mau-Spielen. An diesem so wunderschönen Fleckchen am Meer.

Mit den Dänemarkurlauben ist es wirklich merkwürdig.

Nach einigen Urlauben hier weiß ich ja nun schon, was mich erwartet. Und doch bin ich jedes Mal wieder total umgeworfen von dieser Weite, dem Licht, der Ruhe, der Gelassenheit. Für einen kurzen Augenblick mein Leben und meinen Alltag eintauschen gegen Sand und Dünen. An einem (inzwischen nicht mehr ganz so) fremden Ort sein und meine Bücher lesen. In einer fremden Küche ein Abendessen kochen. Am Tisch sitzen und zeichnen. Abends in der Dämmerung im Garten stehen und dem Meer hinter den Dünen zuhören. Jedes Mal wohnen wir in einem fremden Haus, das so schnell kein bisschen mehr fremd ist, und wollen am liebsten länger bleiben. Und dann kommen wir nach Hause und vermissen all das noch eine ganze, lange Weile. Bis uns der Alltag wieder hat, das Meerweh aber trotzdem bleibt. Und jedes Jahr nehmen wir uns vor, jetzt aber wirklich mal woanders hin zu verreisen, und dann buchen wir doch wieder unser Stückchen Nordjütland (und verschieben unsere anderen Reisepläne noch ein wenig auf irgendwann. Wenn die Kinder größer sind…).

Nun hat uns der Alltag wieder.

Das Ferienende ist wie ein zweiter Jahresanfang, weil ich jedes Mal so nachdenklich zurückkomme. Nach den Wochen am Meer braucht meine Seele eine ganze Weile bis nach Hause. So ganz ist sie noch nicht wieder hier und das nehme ich jetzt mal zum Anlass und denke darüber nach, was mir gut tut und mich gelassener macht. Die Antworten darauf sind nicht wahnsinnig aufregend und vermutlich auch nicht wirklich neu: Malen, Zeichnen, ganz viel. Und lesen. Ich habe auch wieder mit dem Laufen begonnen und etwas Geld in neue Laufschuhe investiert, die so wahnsinnig teuer waren, dass ich jetzt auf keinen Falle einen Rückzieher machen kann. Diese halbe Stunde Sport werde ich mir vom Alltag abtrotzen. Und: Zeit alleine und der Plan, in mir selbst noch mal bewusst aufzuräumen, wie ich das vor einigen Monaten schon mal gemacht habe und was ich mal wieder tun muss. Wenn viel los ist, denke ich, ich wüsste ja inzwischen, was mir gut tut und was ich tun muss, damit ich mich nicht so sehr verliere. Aber ohne tägliche Übung gleite ich doch sehr schnell wieder hinüber in das kleine und große Chaos. Also will ich jetzt damit beginnen, früher aufzustehen und den ersten Kaffee des Tages alleine zu trinken. Vielleicht schaffe ich es dann auch, morgens schon zu meditieren. Mal sehen, wie mir das gelingt und ob es mir gut tut.


Wie geht´s denn dir? Hattest du einen schönen Sommer? 

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//Disclaimer: Da dieser Beitrag in Kooperation mit der Shop Apotheke entstanden ist und Verlinkungen enthält, kennzeichne ich ihn als WERBUNG. Dennoch gilt: Wenn ich Produkte, Marken, Menschen oder Orte auf meinem Martamam-Blog nenne, empfehle oder gar beschwärme, mache ich das aus eigener Überzeugung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl auf dem Martamam-Blog.

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