Familienleben
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Advent, Advent…

Transparentpapierstern

Auch dieses Jahr, so scheint es, vergeht die Adventszeit bei uns ohne besinnliche Nachmittage bei Kerzenschein und ohne kuschelige Lieder- und Lesenachmittage. Wer hat mir da eigentlich noch erzählt, mit Kindern sei man die ganze Adventszeit gemütlich zu Hause und bastele Sterne?
Ich habe nicht einen Papierstern fertig bekommen seitdem ich Kinder habe. Im Gegenteil, seit meine Kinder auf der Welt sind, kaufe ich das, was mit Adventsschmuck und –kränzen zu tun hat, einfach auf dem Weg zur Arbeit ein. Ich kaufe auch Adventskalender, denn zum Basteln fehlt mir die Zeit. Der Mäusepapa bekommt schon lange keinen Kalender mehr und meine Kinder wollen ohnehin nur den mit Schokolade. Der Pixibuch-Kalender aus dem letzten Jahr war ja „okay“, aber Schokolade ist „vieeeeel besser„. Selbst wenn ich Spaß daran hätte, würde ich mich hüten, einen Kalender selbst zu basteln. Da schreckt mich doch die enttäuschte Mama aus der KiTa, deren Töchterlein alle -und ich meine wirklich alle-  liebevoll gefalteten, beklebten, bestempelten und sorgsam befüllten Tütchen an einem Abend geplündert hatte.

Hinzukommt auch, dass ich zwar meine eigenen vorweihnachtlichen Termine drastisch zusammenstreichen konnte, dafür aber die Termine der Kinder zunehmen. Und ich bin der Meinung, wir nehmen nur die wichtigsten wahr. Viele lassen wir schon jetzt einfach ausfallen und trotzdem füllen die verbliebenen Events noch das halbe Kalenderblatt im Dezember.

Da gibt es vorweihnachtliches Adventssingen mit dem Chor, Projekttage und -wochen in der Schule, Elternnachmittage in der Klasse, Musicalbesuche mit Kurs 1, Konzerttag mit Kurs 2; und weil das alles noch nicht genügt, müssen zu jedem der Anlässe bestimmte Dinge mit- und verschiedentliches Elternengagement eingebracht werden. Gleichzeitig ist an den Projekttagen auch ein von den übrigen Tagen abweichender Schulbeginn zu beachten und um es schön schwer zu machen, passt dies nicht zum morgendlichen Ablauf mit Maus und Mäuserich. Und falls auch das noch zu „easypeasy“ klingt, werde ich in der Zwischenzeit krank. Wann ich das letzte Mal den ganzen Tag im Bett gelegen habe, weiß ich nicht mehr. Eigentlich bin ich ja auch nie krank. Eine Mama ist einfach nicht krank.

Trotzdem gehen wir natürlich alle mit zum vorweihnachtlichen Singen, denn die Maus ist so stolz darauf. Und natürlich bringen wir sie auch noch zur spontanen Spieleverabredung und holen sie wieder ab, während wir zwischendurch die Minimaus und den Mäuserich von der KiTa zum Impfen und nach Hause befördern. Die regulären Freizeittermine finden im Übrigen wie üblich statt. Der Mäusepapa weiß schon gar nicht mehr, wann er bei all den nebenberuflichen Terminen überhaupt noch (freiberuflich) arbeiten soll und ich bin mal wieder dankbar für meinen verständnisvollen Chef und meine reduzierten Wochenstunden im öffentlichen Dienst.

Mir wird ganz schwindelig, wenn ich bedenke, dass dies nur die Eckdaten für ein Kind sind. Ich weiß nicht, wie ich das alles koordinieren soll, wenn es irgendwann dann mal alle drei Kinder betrifft. Im Moment sind Minimaus und Mäuserich noch sehr genügsam.

Ich bin trotzdem ganz optimistisch und begründe meinen derzeit holprigen Seelenzustand mit dem gerade erst absolvierten Umzug, dem Berufs(wieder)einstieg und vor allem mit dem Alter der Kinder. Ganz sicher wird es in meinem Leben noch eine Zeit geben, in der ich mit meinen Kindern in Ruhe Plätzchen backen, basteln, lesen und Hörbücher anhören kann. Ich hoffe sehr, dass mir die Mütter mit älteren Kindern das bestätigen können. Notfalls lügt mich bitte schamlos an, alles andere ertrage ich gerade nicht.

Ich warte sehnlichst darauf, dass die Maus ihre Termine einmal alleine wahrnehmen kann, der Mäuserich sich doch mehr von der Oma betüddeln lässt und die Minimaus eine ausgesprochene Papaphase bekommt. Bis dahin trinke ich „Punsch“ und warte einfach mal ab,…..während mir die quengelnde Minimaus am Hosenbein hängt, der Mäusepapa die „Neues-Sofa-Frage“ besprechen will, der Mäuserich einen Schreikrampf bekommt, weil sein Lieblingsauto nicht zu finden ist und die Maus, ja wo ist die eigentlich?

Ps: Die Maus war, ohne sich abzumelden, bei ihrer Freundin eine Etage über uns.

 

2 Kommentare

  1. Das muss einfach so – zumindest in der Vorweihnachtszeit und der Vor-Sommerferienzeit gerate ich regelmäßig an meine Leistungsgrenze, weil jede Institution, die mit mir oder meinen Kindern was zu tun hat, eine Feier machen will. Aber natürlich auch: Es wird besser. Sie werden selbständiger.

    • Ich fürchte auch, dass es erst einmal so bleibt. Heute sehe ich das auch schon entspannter, weil es mir gesundheitlich schon wieder besser geht. Und danke für Deinen Zuspruch. Das tut gut. 🙂

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