Monate: November 2015

Die Zeit war kurz, die Zeit war lang…

  … die Minimaus ist inzwischen schon 13 Monate alt und ihr erster Geburtstag liegt einen Monat zurück. Meine Elternzeit ist zu Ende, ich bin wieder im Büro und habe am Geburtstag der Minimaus ausgiebig das Mäuschen und auch mich gefeiert. Das Jahr war toll und ich bin froh, dass es vorbei  ist. Nun ja, ich bin nicht froh im Sinne von „es-endlich-hinter-mir-haben“. Ich bin vielmehr erleichtert, dass alles ganz gut gelaufen ist, dass Minimaus nicht viel krank war, dass ich noch einmal die schönen Seiten dieser intensiven ersten Babyzeit erleben konnte, dass sich Mäuserich und Maus schnell in unsere Jüngste verliebt haben, dass wir unsere neue Familienkonstellation zu fünft ganz bald prima fanden, dass wir noch einmal viel reisen konnten, dass Minimaus den Kita-Start gemeistert hat und dass ich nun langsam wieder in den Büroalltag zurückfinde. Letzteres ist mit meinem Herzen nicht gar so leicht zu vereinbaren, da nützt mir auch nicht viel, dass ich grundsätzlich gerne arbeite und es immerhin das dritte Mal ist. Ich hatte allerdings immer gemischte Gefühle, was mein Jahr zu Hause angeht. Einerseits wollte ich es genießen und noch einmal als besondere  Auszeit vom Berufsleben betrachten. Andererseits habe ich oft gespürt, dass ich nicht mehr so viel Geduld und Energie für …

Drei Kinder und eine Beerdigung

Vor der Beerdigung meines Schwiegervaters kam bei mir die Frage auf, ob wir den Kindern einen Trauergottesdienst zumuten können. Mein Schwiegerpapa war immerhin ihr Opa, er wurde geliebt, geschätzt und wird sehr vermisst. Wir beschlossen letztlich, sie mitzunehmen-alle drei. Zum einen hätte sonst jemand von uns  wegen der Kinderbetreuung nicht dabei sein können und zum anderen könnte es für die Mäuse später einmal wichtig sein, dass sie sich vom Opa verabschiedet haben. Wir hatten zwar auch einen Plan B, falls wir die Trauergäste mit den Kindern stören würden, aber die Minimaus hat es ohnehin noch nicht verstanden und verschlief die Trauerfeier im Tragetuch. Der Mäuserich war traurig, fand die Grabrede und die stille Atmosphäre im Gottesdienst jedoch so entspannend, dass auch er auf Papas Arm einschlief und erst zum Ende hin wieder wach wurde. Der Maus war es tatsächlich wichtig, dabei zu sein, vom Opa noch einmal zu hören, über ihn zu reden und ihm Blumen und selbst gemalte Bilder ans Grab zu bringen. Für sie war es ein trauriger, aber auch ein klarer Weg, um sich …

Paris

Ich habe hier lange nichts geschrieben, aber mich beschäftigt ein Thema gerade sehr. Ich las heute morgen auf dem Weg ins Büro einen Artikel darüber, wie man Kindern die Ereignisse in Paris erklären kann und möchte das gerne weitergeben. Meine Mäuse fragen (noch) nicht danach. In der Schule der Maus ist es jedoch ein Thema unter den Kindern und die Lehrer versuchen einfühlsam auf die beunruhigten Nachfragen zu reagieren. Und vielleicht hat sich gerade in den letzten Tagen schon manch andere Mutter oder manch ein Vater gefragt, wie wir mit dem Thema umgehen sollen. Wie erklärt man seinen Kindern den Terror? Ich verstehe ihn ja selbst kaum, aber ich kann die erwachende Angst der Menschen verstehen. Wir leben in einer Großstadt, wir fahren jeden Morgen mit der S-Bahn zur Arbeit, wir sehen und hören, dass der Terror ganz nah bei uns ist, wir können nicht ausschließen, dass er in unser Leben einbricht. Ich bin immer wieder erschüttert davon, dass es Menschen gibt, die unser Leben dermaßen hassen. Ein Leben mit freiheitlichen und demokratischen Grundwerten, die ich meinen Kindern …