Monate: Juli 2015

Betreut und wählerisch

Karlsruhe hat entschieden und die Auszahlung des Betreuungsgeldes durch den Bund für verfassungswidrig erklärt. Das Betreuungsgeld falle in die Länderkompetenz und nicht in die Gesetzgebungskompetenz des Bundes. Und das deshalb, weil es nicht die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet betreffe. Nehmen Eltern zB keine außerhäusige Kinderbetreuung in Anspruch, geschehe das freiwillig und bedürfe keiner Kompensation. Und so gibt es noch einige rechtliche Erwägungen mehr, die letztlich sagen: Ländersache. Nun können sich die Länder selbst überlegen, ob sie eine Art Betreuungsgeld zahlen wollen, was in den SPD regierten Ländern wohl nicht so begrüßt werden wird, und der Bund hat wieder etwas Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, was er mit dem frei gewordenen Geld nun machen will. Und so hat das Urteil die Diskussion ums Betreuungsgeld in den Medien gerade neu entfacht. Ein guter Zeitpunkt, um auch meinen Senf dazu zu geben: Ich halte das Betreuungsgeld schlicht für sinnlos. Ich weiß, manche Mutter fühlt sich dadurch wertgeschätzt in ihrer Familienarbeit und viele werfen in diesem Zusammenhang auch das Wort „Wahlfreiheit“ in die Runde. Ich kann weder das eine noch das andere …

Persönliches und Versöhnliches

Ich bin gerade in so einer Stimmung….deshalb schreibe ich das jetzt mal auf. Nehmt mich aber bitte nicht allzu ernst, denn meine Gereiztheit ist sicher bald wieder verflogen. Für den Moment aber dies: Auf manche Dinge ist man auch beim dritten Kind nicht besser vorbereitet und manches kann man inzwischen nicht mehr hören. Ich selbst kann zB die Frage nicht mehr hören, ob das Kind beim Stillen auch genug bekommt. Oder ob es nicht besser wäre, schon immer mal Eis, Kuchen, Sahne oder wahlweise Kekse zuzufüttern (kein Scherz, wurde alles schon angeboten). Auch erkenne ich beim dritten Kind immer noch keine Fortschritte meines unmittelbaren Umfelds bei der Frage nach dem Tragen. Zum einen wird vermutet, dass das Kind nur deshalb gerade fremdelt, weil es von mir ausschließlich getragen wird (ich finde das einfach praktisch und laut Entwicklungskalender fremdelt in diesem Alter nahezu jedes Kind) und zum anderen isst es immer noch nicht ausreichende Breimengen, weil ich das mental gar nicht wirklich wollen würde. Nunja, bei letzterem bin ich tatsächlich entspannt, aber es wird mehr und immerhin …

Eine gute Predigt, warmer Strand, kühler Sekt, große Gelassenheit und viel Freude…

….das waren die wesentlichen Bestandteile unseres Taufsonntags. Das Wetter war gut, der Strand war himmlisch und viele schlürften ihren Sekt sehr entspannt mit nackten Füßen im Sand, während die anderen sich schon mal am Büffet bedienten. Wir alle hatten zuvor einen besinnlichen Gottesdienst erlebt, denn unser Pastor hatte seine Sache gut gemacht und uns einiges zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben. Am schönsten fand ich den Schlussappell, dass wir unser Kind freiheitlich erziehen mögen, damit es selbstbestimmt seinen Weg durchs Leben gehen kann. Dazu passte auch unser Taufspruch sehr gut: Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. (Markus 9,23) Wir hatten ihn sehr sorgsam ausgewählt, denn im Grunde seines Herzens ist der Mäusepapa ein Existentialist. Ich mische in diese Geisteshaltung widersprüchlicherweise sehr gerne auch den Glauben, denn für mich geht es nicht ohne Vertrauen in Gott, in das Leben oder wie auch immer man es bezeichnen möchte. Ich finde diesen Satz wichtig, denn er besagt, dass man sich nicht damit zufrieden gibt, dass die Dinge nun einmal so sind, wie sie sind. Es widerspricht zwar einerseits …