Jahr: 2015

„Weihnachten im Schuhkarton“

  Jedes Jahr versuche ich zu helfen, wo es mir sinnvoll und wichtig erscheint. Natürlich ist auch bei uns gerade die Vorweihnachtszeit voll von Spendenaktionen, Hilfeersuchen und Aufrufen, um Gutes zu tun. Und natürlich ist diese Unterstützung das ganze Jahr über nötig und sinnvoll. Trotzdem finde ich es gerade auch in der Vorweihnachtszeit richtig, dass wir inne halten, uns umsehen und Ausschau halten nach den Menschen, die unsere Gedanken, Hilfe und Spenden benötigen. Ich denke da vor allem an die geschätzt mehr als 800.000 Flüchtlinge, die im Jahr 2015 neu in unserem Land angekommen sind. Was für starke und unglaublich hoffnungsvolle, mutige Menschen müssen das sein, die eine so ungewisse, weite und gefährliche Reise alleine oder mit Ihren Kindern und Familien auf sich nehmen. Und wie verzweifelt muss ihre Lage in der Heimat sein, dass sie sich zu diesem Schritt veranlasst sehen. Immer wieder muss ich meine drei Mäuse an mich drücken und bin dankbar für das friedliche, freiheitliche Leben, das wir hier führen. Ich hoffe sehr, Deutschland zeigt allen Menschen, die bei uns ankommen sein schönes Gesicht und seine gastfreundliche, offene …

Mama arbeitet wieder…

  …jawohl, ich arbeite wieder. So sieht es aus. Ich bin seit knapp 2 Monaten zurück im Büro und habe das Gefühl, nie weg gewesen zu sein. Trotzdem, der Wiedereinstieg war nicht unproblematisch. Ich war zwischendurch krank, die Kinder waren zwischendurch krank, der Mäusepapa war zwischendurch (fast) krank; wir sind umgezogen und Minimaus hat mit der Kita-Eingewöhnung länger gebraucht als gedacht. 8 Wochen Eingewöhnungszeit hatte ich als ausreichend befunden. 10 Wochen Eingewöhnung waren es damals bei der Maus, 3 Monate beim Mäuserich (was nicht an ihm lag). Beim dritten Kind müssten doch 8 Wochen genügen. Ich war mir mittendrin dann gar nicht mehr so sicher, ob die Eingewöhnung gelingen wird oder nicht doch der Mäusepapa übernehmen und dafür auf Nacht- und Wochenendarbeit umsteigen muss. Musste er letztlich nicht, aber es war knapp. Eine Woche vor meinem Wiedereinstieg hat es bei der Minimaus dann doch „Klick“ gemacht und die Bezugserzieherin war als „Kuschel- und Tröstersatz“ akzeptiert. Die Umzugskisten waren zu dem Zeitpunkt allerdings immer noch nicht gepackt und der Umzug sollte eine Woche nach meinem Start im Büro von statten gehen. Unsere Lösung war es letztlich, noch …

Advent, Advent…

Auch dieses Jahr, so scheint es, vergeht die Adventszeit bei uns ohne besinnliche Nachmittage bei Kerzenschein und ohne kuschelige Lieder- und Lesenachmittage. Wer hat mir da eigentlich noch erzählt, mit Kindern sei man die ganze Adventszeit gemütlich zu Hause und bastele Sterne? Ich habe nicht einen Papierstern fertig bekommen seitdem ich Kinder habe. Im Gegenteil, seit meine Kinder auf der Welt sind, kaufe ich das, was mit Adventsschmuck und –kränzen zu tun hat, einfach auf dem Weg zur Arbeit ein. Ich kaufe auch Adventskalender, denn zum Basteln fehlt mir die Zeit. Der Mäusepapa bekommt schon lange keinen Kalender mehr und meine Kinder wollen ohnehin nur den mit Schokolade. Der Pixibuch-Kalender aus dem letzten Jahr war ja „okay“, aber Schokolade ist „vieeeeel besser„. Selbst wenn ich Spaß daran hätte, würde ich mich hüten, einen Kalender selbst zu basteln. Da schreckt mich doch die enttäuschte Mama aus der KiTa, deren Töchterlein alle -und ich meine wirklich alle-  liebevoll gefalteten, beklebten, bestempelten und sorgsam befüllten Tütchen an einem Abend geplündert hatte. Hinzukommt auch, dass ich zwar meine eigenen vorweihnachtlichen Termine drastisch …

Die Zeit war kurz, die Zeit war lang…

  … die Minimaus ist inzwischen schon 13 Monate alt und ihr erster Geburtstag liegt einen Monat zurück. Meine Elternzeit ist zu Ende, ich bin wieder im Büro und habe am Geburtstag der Minimaus ausgiebig das Mäuschen und auch mich gefeiert. Das Jahr war toll und ich bin froh, dass es vorbei  ist. Nun ja, ich bin nicht froh im Sinne von „es-endlich-hinter-mir-haben“. Ich bin vielmehr erleichtert, dass alles ganz gut gelaufen ist, dass Minimaus nicht viel krank war, dass ich noch einmal die schönen Seiten dieser intensiven ersten Babyzeit erleben konnte, dass sich Mäuserich und Maus schnell in unsere Jüngste verliebt haben, dass wir unsere neue Familienkonstellation zu fünft ganz bald prima fanden, dass wir noch einmal viel reisen konnten, dass Minimaus den Kita-Start gemeistert hat und dass ich nun langsam wieder in den Büroalltag zurückfinde. Letzteres ist mit meinem Herzen nicht gar so leicht zu vereinbaren, da nützt mir auch nicht viel, dass ich grundsätzlich gerne arbeite und es immerhin das dritte Mal ist. Ich hatte allerdings immer gemischte Gefühle, was mein Jahr zu Hause angeht. Einerseits wollte ich es genießen und noch einmal als besondere  Auszeit vom Berufsleben betrachten. Andererseits habe ich oft gespürt, dass ich nicht mehr so viel Geduld und Energie für …

Drei Kinder und eine Beerdigung

Vor der Beerdigung meines Schwiegervaters kam bei mir die Frage auf, ob wir den Kindern einen Trauergottesdienst zumuten können. Mein Schwiegerpapa war immerhin ihr Opa, er wurde geliebt, geschätzt und wird sehr vermisst. Wir beschlossen letztlich, sie mitzunehmen-alle drei. Zum einen hätte sonst jemand von uns  wegen der Kinderbetreuung nicht dabei sein können und zum anderen könnte es für die Mäuse später einmal wichtig sein, dass sie sich vom Opa verabschiedet haben. Wir hatten zwar auch einen Plan B, falls wir die Trauergäste mit den Kindern stören würden, aber die Minimaus hat es ohnehin noch nicht verstanden und verschlief die Trauerfeier im Tragetuch. Der Mäuserich war traurig, fand die Grabrede und die stille Atmosphäre im Gottesdienst jedoch so entspannend, dass auch er auf Papas Arm einschlief und erst zum Ende hin wieder wach wurde. Der Maus war es tatsächlich wichtig, dabei zu sein, vom Opa noch einmal zu hören, über ihn zu reden und ihm Blumen und selbst gemalte Bilder ans Grab zu bringen. Für sie war es ein trauriger, aber auch ein klarer Weg, um sich …

Paris

Ich habe hier lange nichts geschrieben, aber mich beschäftigt ein Thema gerade sehr. Ich las heute morgen auf dem Weg ins Büro einen Artikel darüber, wie man Kindern die Ereignisse in Paris erklären kann und möchte das gerne weitergeben. Meine Mäuse fragen (noch) nicht danach. In der Schule der Maus ist es jedoch ein Thema unter den Kindern und die Lehrer versuchen einfühlsam auf die beunruhigten Nachfragen zu reagieren. Und vielleicht hat sich gerade in den letzten Tagen schon manch andere Mutter oder manch ein Vater gefragt, wie wir mit dem Thema umgehen sollen. Wie erklärt man seinen Kindern den Terror? Ich verstehe ihn ja selbst kaum, aber ich kann die erwachende Angst der Menschen verstehen. Wir leben in einer Großstadt, wir fahren jeden Morgen mit der S-Bahn zur Arbeit, wir sehen und hören, dass der Terror ganz nah bei uns ist, wir können nicht ausschließen, dass er in unser Leben einbricht. Ich bin immer wieder erschüttert davon, dass es Menschen gibt, die unser Leben dermaßen hassen. Ein Leben mit freiheitlichen und demokratischen Grundwerten, die ich meinen Kindern …

Das Leben wird manchmal schwer…

…schwerer als man erwartet. Wir hatten einen Todesfall in der Familie. Der Opa ist verstorben. Wir haben damit einen wichtigen, liebevollen und klugen Menschen in unserem und dem Leben unserer Kinder verloren. Trotz seines hohen Alters erscheint uns dieser Abschied zu früh und die Oma hat eine ärztliche Diagnose erhalten, die uns kaum Luft lässt zum Durchatmen. Unser vertrautes Leben verändert sich auf einmal sehr. Geliebte Menschen gehen überraschend und von anderen müssen wir uns allmählich verabschieden. Das ist schwer und mein Blog wird daher eine Pause bekommen. Bis dahin wünsche ich allen einen besinnlichen Herbst und uns selbst, dass dieses Jahr trotz aller Trauer auch fröhlich und mit viel Liebe angefüllt zu Ende geht. .

Neue Zeitrechnung

Wir sind zurück aus dem Urlaub. Schon seit wenigen Wochen, die mir gerade wie eine kleine Ewigkeit erscheinen. Der Urlaub fühlt sich schon wieder so weit weg an. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass die Eingewöhnung der Minimaus in der KiTa begonnen und sich unser Tagesablauf dadurch geändert hat. Nach einem langen, wunderbaren, bummeligen und sommerlichen Urlaub am Meer heißt es jetzt jeden Tag halb zehn in der KiTa sein, vorher frühstücken, aufräumen und mit dem Mäusepapa die Maus und den Mäuserich weg bringen; nach der Zeit in der KiTa etwas erledigen, während die Minimaus sich im Tragetuch den Eingewöhnungsstress weg schläft und meistens bin ich dann am späten Nachmittag schon wieder auf der Abholrunde. Das bedeutet jetzt auch, kein PeKiP mehr, kaum noch Müttertreffen und schon gar keine langen Vormittage zu Hause, an denen ich mich ab und zu mit hingelegt habe. Die Tage verflüchtigen sich gerade und bei mir wechseln sich Vorfreude und Nervösität vor dem beruflichen Wiedereinstieg Ende Oktober ab. Der Mäuserich ist inzwischen vier Jahre alt geworden und meint nun, …