Monate: Dezember 2014

Schrei-, Wein-, Knatschstunde mal drei

Minimaus schnullert auf meinem Arm und seufzt im Schlaf zufrieden. Vor einer halben Stunde sah das noch ganz anders aus. Da war sie müde, hat geweint und fand alles blöd. Brust doof, Schnuller doof, Gucken doof, Wickeln doof. Ein Blick auf die Uhr und mir war sofort klar warum. Es war kurz nach sieben, Zeit für die allabendliche Schreistunde. Na gut, letztlich waren es nur Schreiminuten, ganze 22 Minuten sagt mir die Uhr bis sie schlief und schnullerte. Mir kam es allerdings vor wie Stunden und entspannt ist etwas anderes. Aber ich habe schließlich schon viel gelernt und das Beruhigen an zwei Kindern geübt. Also, Minimaus gepuckt, Seitenlage im Arm, Schnuller griffbereit und leicht geschuckelt. Mindestens 5 Minuten durchhalten und der Beruhigungseffekt tritt ein. Wer Karp mit dem glücklichsten Baby der Welt gelesen hat, weiß, was ich meine. Dann noch ein, zwei Wiederholungsdurchgänge weil ein Schluckauf dazwischen kam und dann ist es ruhig. Puh, also doch noch alles im Griff. Minimaus schläft und ich blogge. Er bringt Maus und Mäuserich ins Bett. Die Aufgaben sind ungerecht …

Willkommen zurück im Babyalltag

Da ist er also wieder, der Babyalltag. Wie war das noch? Ich kann mich kaum erinnern. Habe ich die Maus und den Mäuserich in den ersten Wochen wirklich so viel herumgetragen, so viel gestillt, mich so ausgeschlossen von allem gefühlt und so oft gejammert, wie neu und ungewohnt das ist? Mein Mann sagt: „Ja, hast Du. Jedes Mal.“, meine Schwester meint: „Ja, hast Du. Am Telefon und zwar sehr oft und sehr lange.“, meine Mama antwortet: „Ja, ich kann mich daran erinnern wie unglücklich Du in den ersten Wochen immer warst.“ und unsere Kita-Leiterin erklärt: „Na klar, ich kenne Dich doch. Wir können jederzeit über einen Kita-Platz für Minimaus sprechen. „. So ist das also. Mit der Entbindung bleibt die Zeit stehen. Ich bin nicht mehr Frau Dr. jur vor dem PC im Büro oder freilaufende Mama beim Toben, Vorlesen und Anziehen sondern nur noch Arme, Brust und Hände. Für ein kleines Menschlein, für Minimaus. Ohje, ich zerfalle, mein Tag zerfällt in kleine, minikleine Stücke – Wickeln, Stillen, Herumtragen, Schlafbegleiten, wieder Wickeln, eine Waschmaschine anstellen, …

Warum ein drittes Kind?

  „Das muss man sich doch nicht antun.“ Meine Mama hatte Recht. Muss man nicht. Kann man aber, wenn man will. Und wir wollten das. Ein drittes Kind. Mein Mann wollte das als erster. Er ist mit zwei Brüdern aufgewachsen. Ich wollte das in einer Ecke meines Herzens auch. Wir beide wollten es erleben, eine Familie mit mehr Kindern als Erwachsenen im Haus zu sein. Wir wollten noch ein Kindermenschlein mehr um uns haben; dieses KinderstauneneugierliebeLeben mal 3; das Gefühl, eine kleine Horde zu sein. Nicht gleich, nicht von Anfang an. Nachdem Maus auf der Welt war, konnte ich mir nicht einmal ein zweites Kind vorstellen. Das hat mehr als zwei Jahre angedauert. Als Mäuserich dann bei uns war, konnte ich mir eine Weile noch ein weiteres Kind vorstellen, dann wieder eine Zeit lang nicht mehr. Zwei sind gut. Zwei passen in die vier Zimmer, die wir haben. Zwei Kinder passen zu zwei Elternteilen und zwei Kinder sind auch genug, jetzt kommen doch gerade die kleinen Freiheiten zurück. Zwei Kinder neben unserem Beruf und unseren …

Du bist da!

Ich liege im schummrig beleuchteten Schlafzimmer und über mir leuchten grüne Sterne. Die Stimmen meiner drei liebsten Menschen dringen über den Flur: „Ich will die Zahnpasta mit dem Monster drauf.“, „Wo ist die Glitzerzahnpasta?“, “ Nein, das ist meine Zahnbürste, Papa, Maus hat meine Zahnbürste genommen.“, „Habe ich gar nicht, das ist doch meine…..“, „Nein, ich will doch die scharfe Zahnpasta….“. Meine Mann bringt die Kinder ins Bett. Meine Kinder, das sind meine große Maus und der kleine Mäuserich. Meine drei liebsten Menschen, sie klingen nach zu Hause und Glück. Mein vierter liebster Mensch liegt mit mir Bauch an Bauch im Bett und saugt genüsslich an meiner Brust. Minimaus ist am 23.10. geboren und gerade 7 Wochen alt. Mit einem lauten Schmatzen löst sie sich von mir und dreht den Kopf mit einem tiefen Seufzer auf die andere Seite. Sie ist satt und eingeschlafen. Ich höre ihren schnaufenden Atem und das manchmal lautere Ächzen im Schlaf. Sie weiß noch nicht viel von dieser Welt und ich weiß noch nicht viel von Minimaus. Sie war bei der Geburt …