Monate: Oktober 2014

simplify your life oder es könnte so einfach sein

Gestern unterhielt sich neben mir in der S-Bahn ein jüngerer Mann mit Dreadlocks (nichts gegen Dreadlocks) mit einer älteren Dame über die Vereinbarkeit. Das hörte sich ungefähr so an: Er: „Ja, das hat ja Methode, dass neuerdings beide Eltern arbeiten sollen. Dann bekommt der Staat ja auch viel mehr Steuern.“ Sie: „Dabei ist es doch schon seit Jahrhunderten üblich, dass die Kinderchen lieber bei der Mutter zu Hause bleiben.“ Er:“Ja genau, damit geht es den Kindern doch auch viel besser.“ Ähm ja, und die Babys bringt der Klapperstorch… Ich schreibe dazu jetzt nichts weiter, denn ich denke, jeder der sich näher mit dem Thema befasst, kann sich solche Dialoge nicht mehr ernsthaft vorstellen.

Von Mutter zu Mutter

  Ich finde Alinas Blog toll, besonders die Beiträge „Von Mutter zu Mutter“ sind eine klasse Idee und der letzte Beitrag vom 14.10. hat mich berührt. Die Situation, die die anonyme Schreiberin dort schildert, beschäftigt mich und meine nunmehr dritte Schwangerschaft scheint mir ein passender Zeitpunkt um aufzuschreiben, wie es mir beim ersten Kind als frisch gebackene Mama so erging: Ich habe mit 33 das erste Kind bekommen und ich muss sagen, es war ein erschütterndes Ereignis. Das unabhängige Leben, wie ich es vorher geführt hatte, war damit für mich überraschend zu Ende. Vielleicht empfinden das nicht alle Mütter so, aber ich fühlte mich trotz der bewussten Familienplanung von einem Tag auf den anderen eingesperrt. Ich war diejenige, die Elternzeit genommen hatte, weil mein Mann selbständig ist und sein Büro nicht einfach ein paar Monate schließen kann. Worauf einen kaum jemand vorbereitet, ist dieses Gefühl der totalen Abhängigkeit. Das Baby war darauf angewiesen, dass ich mich um seine Versorgung kümmere, mein Mann war darauf angewiesen, dass ich mich um das Baby kümmere und ich war …

Die Frage aller Fragen

  „Wann ist es denn soweit?“ Habt ihr die Frage auch schon so oft gehört, dass ihr sie nicht mehr hören könnt? Ich hätte das nie gedacht und in den beiden Schwangerschaften zuvor ist mir das irgendwie auch nicht so ergangen. Aber seitdem meine Maus in der Schule ist, werde ich das nahezu täglich von irgendwem gefragt. Blick auf meinen inzwischen recht ausladenden Bauch und schon rutscht es ihnen über die Lippen: „Wann ist es denn soweit?“. Ich antworte derzeit noch höflich, denn sie wissen ja nicht, wie oft ich das in den letzten Tagen schon gefragt wurde. Aber ich mag die Frage nicht mehr beantworten. Ganz ehrlich. Und woher soll ich eigentlich wissen, wann es soweit ist? Der Wusel kommt ohnehin wann er kommt und ich kann das kaum beeinflussen. Am schönsten sind dann auch die fachmännischen Feststellungen: „Der Bauch hat sich ja schon abgesenkt.“. Ähm nö, der sah die ganze Zeit schon so aus und – laut meiner Hebamme – passiert das beim dritten Kind recht zeitnah und meistens schon in Begleitung mit …

Beruf und Familie geht doch…

Ich war heute wieder ein CTG lang mit meiner Hebamme im Gespräch. Heute ging es wie schon so manches Mal um die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Meine Hebamme ist seit über 20 Jahren in ihrem Beruf tätig. Sie hat Töchter und Enkelkinder und hatte wie ich auch eine berufstätige Mutter. Unschwer zu erkennen, dass wir aus der selben Region Deutschlands – der ehemaligen DDR – stammen. Ihre Töchter sind gut ausgebildet und stehen fest im Beruf. Zudem kennt meine Hebamme durch ihre Arbeit sehr viele Frauen und erfährt somit von den unterschiedlichsten Fragen und Erlebnissen, die die Mutterschaft auf einmal so mit sich bringen. Das neueste Buch zum Thema: „Die alles ist möglich Lüge“ von Susanne Garsoffky und Britta Sembach hat überdies in letzter Zeit viele Zeitungsartikel gefüllt. Worüber sollten wir da also sonst reden? Der Tenor in der Presse ist derzeit „Vereinbarkeit gibt es nicht!“. Ich kann offen gestanden diesen pessimistischen Wirbel um die Vereinbarkeitsfrage nicht ganz verstehen. Ich begrüße es, dass das Thema Vereinbarkeit besprochen wird, immer wieder aktuell …