Monate: Juni 2014

Krankmeldung

Ich bin krank. Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Heiserkeit-ganz profan. Aber ich bin schlapp, unkonzentriert und einfach hundemüde. Maus ist auch erkältet und so sind wir gestern zum Kinderarzt, heute zum Hausarzt und jetzt zusammen zu Hause. Mein schlechtes Gewissen meldet sich kurz als ich den Anruf im Büro tätige, dann jedoch bin ich einfach nur froh, meinen runden Babybauch aufs Sofa zu verfrachten und mit der Maus ein Hörbuch nach dem anderen zu hören….

Liebster Award? Liebster Award!

„Liebster Award“ ist eine Aktion, mit der man seine Lieblingsblogs prämiert. Ich finde das eine nette Aktion und danke Nina von Philinsmom für die Nominierung. Vor allem hilft die Aktion dabei, ein paar wirklich klasse Blogs kennenzulernen, die bislang weniger bekannt waren, deshalb mache ich sehr gerne mit. Vorab jedoch noch ein paar Regeln für Blogger: Verlinkt die Person, die Euch nominiert hat. Beantwortet die 11 Fragen, die Euch gestellt wurden. Nominiert selbst 11 BloggerInnen, die alle unter 200 Followern haben. Informiert die BloggerInnen. Stellt selbst 11 Fragen an die BloggerInnen. Und hier sind nun meine Antworten auf die mir gestellten Fragen: 1. Wann war Dein erster Beitrag auf Deinem Blog online? am 20.05.2014 2. Wie oft veröffentlichst Du einen Post? Immer wenn mir ein Thema einfällt, ungefähr zwei-bis dreimal pro Woche, es sei denn es sind Ferien. 3. Drei Facts über Dich: Ich bin 39, promovierte Juristin und habe zwei Kinder (Maus und Mäuserich), einen klasse Mann und bald sind wir zu fünft – okay, das waren jetzt mehr als drei…  4. Land oder Stadt? Stadt! …

Work-Life-Balance und das deutsche Mutterbild

Ich war heute bei einer Fortbildung. Das Thema: „Work-Life-Balance“. Mir erschien es jetzt in der dritten Schwangerschaft durchaus richtig, einmal zu reflektieren, wie ich mir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch mit einem dritten Kind und auf meinem weiteren beruflichen Weg nach der Elternzeit so vorstellen könnte. Ist Euch eigentlich schon aufgefallen, dass dieses Thema vorrangig immer noch ein Frauenthema ist? Ich werde mal meinen Mann dazu interviewen und ihn fragen, wie er das Thema Vereinbarkeit für sich bewertet und löst. Das wird ganz sicher einer der nächsten Posts hier werden. Jetzt aber erst einmal zurück zur heutigen Fortbildung: Ich fürchte, der Kurs bringt mir keine neuen Erkenntnisse. Mit mir waren noch 9 weitere Frauen und ein Mann dabei. Bis auf zwei Frauen, die wie ich vollzeitnah arbeiten, waren alle Frauen mit weitaus weniger als 30 Wochenstunden beschäftigt. Ich fühlte mich zunächst mit meiner Biographie (zwei Kinder, nebenberufliche Promotion, auch mit zwei Kindern einige Zeit Vollzeit gearbeitet) etwas deplaziert, denn es ging vorrangig um solche Themen wie z.B. wie lege ich meinen mütterlichen Perfektionismus ab …

Oma zieht um, Teil 1

Meine Mutter will zu uns in die Nähe ziehen. Sie geht im Herbst mit Anfang 60 in Pension und hat mit Ihrem Lebenspartner (für meine Kinder der Opa) beschlossen, nicht mehr länger so weit weg von Kindern und Enkeln zu leben, schon gar nicht, wenn sie ohne ihren Beruf zukünftig viel mehr Zeit für ihre bald drei Enkelkinder übrig haben wird. Als sie diese Idee das erste Mal vor 4 Jahren äußerte, habe ich nur gedacht: „Das glaube ich erst, wenn die Umzugskisten gepackt sind.“. Sie schien mir bislang sehr ortsgebunden und da auch meine Oma noch lebt und meine Mutter das einzige Kind ist, sah ich kaum eine Chance, dass sie das jemals wahr machen würde. Die Idee blieb überraschenderweise und als sie vor einem halben Jahr ein denkwürdiges Telefonat mit einer alten, verbitterten und vor allem einsamen Tante führte, stand ihr Entschluss mehr denn je fest. Sie wolle nicht in 10 Jahren allein in einer Kleinstadt sitzen und ihre Kinder und Enkel seien weit weg. Dann noch einmal umzuziehen, stelle sie sich wesentlich schwieriger vor. Inzwischen hätte sie schon 10 Jahre …

martamam zwischen Beruf und Mäusekindern

( „Vereinbarkeitsgeschichten“ im Vereinbarkeitsblog) Im Vereinbarkeitsblog wird aktuell dazu aufgerufen, seine Vereinbarkeitsgeschichte zu erzählen. Weil ich das Thema immer wieder wahnsinnig interessant finde und deshalb auch äußerst gerne darüber lese, wie andere Familien ihren Weg zur Vereinbarkeit leben und finden, möchte ich mich daran beteiligen. Hier also meine bisherigen Modelle der Vereinbarkeit: Erstes Kind und Beruf mit Promotion Meine Geschichte beginnt 2008 mit der Geburt meines ersten Kindes (die Maus). Nach einem Jahr Elternzeit habe ich  wieder begonnen zu arbeiten. Ich bin Juristin und musste aufgrund eines Firmenverkaufs nach 8 Jahren Berufstätigkeit und einem Jahr Elternzeit eine neue Arbeitsstelle finden. Das war mein Einstieg in den öffentlichen Dienst. In den ÖD wollte ich eigentlich nie, aber letztlich stellte es sich als Glücksgriff heraus. Ich hatte dort zunächst eine unbefristete, halbe Stelle. Da ich jedoch sofort eine Elternzeitvertretung übernommen habe, habe ich von Anfang an in Vollzeit gearbeitet. In der Zeit begann ich auch nebenberuflich zu promovieren. Der öffentliche Dienst war aufgrund der Gleitzeitenregelung und dem Credo, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werden muss, ideal für meinen Einstieg …

Mama promoviert – na, und?

  Als ich vor genau einer Woche meine Urkunde in den Händen hielt war ich doch verdammt stolz auf mich. Nun bin ich also „Dr. jur.“. Beinahe 4 Jahre habe ich nebenberuflich promoviert. Während dessen habe ich mein zweites Kind bekommen, zweimal die Arbeitsstelle gewechselt, einen Umzug mit gemacht und es dennoch die ganze Zeit genossen. Ganz ehrlich, ich habe diese Zeit geliebt und hatte selten mal ein Tief dabei. Es fühlte sich nach etwas ganz eigenem an, nach einem Abenteuer, nach Lernen und nach geistiger Freiheit. Ich habe zum Glück nie darüber nachgedacht, dass ich es nicht schaffen könnte oder dass dieses Ziel unerreichbar sein würde. Meine Mutter meinte angesichts meines Vorhabens: „Das muss man sich ja nun nicht antun.“. Aber ich hatte einen ganz klaren und lieben Coach, der in der Anfangsphase mit mir daran gearbeitet hat, wie man das Ziel erreicht und nicht der Frage nachhängt, ob man es erreicht. Deshalb konnte ich direkt antworten: „Andere haben auch ein zeitaufwendiges Hobby.“ und mein geliebter Mann hat mich nach Kräften unterstützt. Also, ich hielt nun diese Urkunde in der Hand, noch ganz erfüllt von diesem …

Sind alle Eltern früher oder später Spießer?

© sorcerer11 – Fotolia. Inspiriert durch einen Blogeintrag von munichs-working-mom.com auch hier einmal die Frage: Sind Eltern spießig? Ist man spießig sobald man eine Familienkutsche fährt, mit Kind und Hund in einem Häuschen mit Garten am Stadtrand wohnt, einen Fahrradanhänger nutzt und die Schränke voll Brotdosen in verschiedenen Farben und Größen hat? Ich kann diese Befürchtung gut nachvollziehen. Aber ganz ehrlich, die Frage ist doch was man denkt und wie man handelt und nicht, welches Auto man fährt. Wir haben zwei Kinder und leben ganz sicher wie viele andere Eltern auch. Wir haben eine Risikolebensversicherung abgeschlossen, einen Bausparvertrag eröffnet und ein Testament geschrieben als unser erstes Kind auf die Welt kam. Wir haben uns solide Jobs gesucht (immerhin einer von uns ist im ÖD) und fahren eine Familienkutsche. Okay, wir wohnen nicht im Vorort sondern mittendrin in der Großstadt, haben einen kleinen Park hinter dem Haus statt des Gartens, kaum Brotdosen im Schrank und fahren ungern Rad, aber trotzdem dürften wir von außen betrachtet als spießig gelten. Und trotzdem fühle ich mich nicht so und habe das auch noch nie …

Ein Besuch bei der Uroma

© Dmitry Naumov – Fotolia.com Wir wollen meine Oma besuchen. Sie ist die Uroma meiner Kinder, lässt sich aber auch von Ihnen nur Oma nennen. Ich liebe meine Oma, keine Frage, aber sie lebt in Sachen Umgang mit Kindern – ganz ehrlich – hinter dem Mond. Sie verhält sich dermaßen altmodisch dabei, dass ich mich manchmal frage, wie sie ihre Tochter (meine Mutter) jemals ohne größere psychische Schäden aufziehen konnte. Sie lacht über meinen Mäuserich, obwohl er gar nicht komisch sein will, einfach weil es so niedlich ist, wie er etwas sagt oder tut. Sie schmollt mit meiner Maus: „Nun gib mir auch ein Küsschen, sonst denkt die Oma, Du magst sie gar nicht.“ oder versucht sich Liebesbezeugungen zu erkaufen:“ Wenn ich ein Küsschen bekomme, dann bekommst Du auch ein Geschenk.“ Sie macht beiden ein schlechtes Gewissen: „Da hat die Uroma so gut gekocht und ihr esst es nicht. Da mag ich dann gar nicht mehr für Euch kochen.“ Und wird auch schon mal grantig, wenn die Höflichkeitsregeln noch nicht hinreichend verinnerlicht wurden: „Jetzt sag auch schön Danke, sonst denkt die …