Jahr: 2014

Schrei-, Wein-, Knatschstunde mal drei

Minimaus schnullert auf meinem Arm und seufzt im Schlaf zufrieden. Vor einer halben Stunde sah das noch ganz anders aus. Da war sie müde, hat geweint und fand alles blöd. Brust doof, Schnuller doof, Gucken doof, Wickeln doof. Ein Blick auf die Uhr und mir war sofort klar warum. Es war kurz nach sieben, Zeit für die allabendliche Schreistunde. Na gut, letztlich waren es nur Schreiminuten, ganze 22 Minuten sagt mir die Uhr bis sie schlief und schnullerte. Mir kam es allerdings vor wie Stunden und entspannt ist etwas anderes. Aber ich habe schließlich schon viel gelernt und das Beruhigen an zwei Kindern geübt. Also, Minimaus gepuckt, Seitenlage im Arm, Schnuller griffbereit und leicht geschuckelt. Mindestens 5 Minuten durchhalten und der Beruhigungseffekt tritt ein. Wer Karp mit dem glücklichsten Baby der Welt gelesen hat, weiß, was ich meine. Dann noch ein, zwei Wiederholungsdurchgänge weil ein Schluckauf dazwischen kam und dann ist es ruhig. Puh, also doch noch alles im Griff. Minimaus schläft und ich blogge. Er bringt Maus und Mäuserich ins Bett. Die Aufgaben sind ungerecht …

Willkommen zurück im Babyalltag

Da ist er also wieder, der Babyalltag. Wie war das noch? Ich kann mich kaum erinnern. Habe ich die Maus und den Mäuserich in den ersten Wochen wirklich so viel herumgetragen, so viel gestillt, mich so ausgeschlossen von allem gefühlt und so oft gejammert, wie neu und ungewohnt das ist? Mein Mann sagt: „Ja, hast Du. Jedes Mal.“, meine Schwester meint: „Ja, hast Du. Am Telefon und zwar sehr oft und sehr lange.“, meine Mama antwortet: „Ja, ich kann mich daran erinnern wie unglücklich Du in den ersten Wochen immer warst.“ und unsere Kita-Leiterin erklärt: „Na klar, ich kenne Dich doch. Wir können jederzeit über einen Kita-Platz für Minimaus sprechen. „. So ist das also. Mit der Entbindung bleibt die Zeit stehen. Ich bin nicht mehr Frau Dr. jur vor dem PC im Büro oder freilaufende Mama beim Toben, Vorlesen und Anziehen sondern nur noch Arme, Brust und Hände. Für ein kleines Menschlein, für Minimaus. Ohje, ich zerfalle, mein Tag zerfällt in kleine, minikleine Stücke – Wickeln, Stillen, Herumtragen, Schlafbegleiten, wieder Wickeln, eine Waschmaschine anstellen, …

Warum ein drittes Kind?

„Das muss man sich doch nicht antun.“ Meine Mama hatte Recht. Muss man nicht. Kann man aber, wenn man will. Und wir wollten das. Ein drittes Kind. Mein Mann wollte das als erster. Er ist mit zwei Brüdern aufgewachsen. Ich wollte das in einer Ecke meines Herzens auch. Wir beide wollten es erleben, eine Familie mit mehr Kindern als Erwachsenen im Haus zu sein. Wir wollten noch ein Kindermenschlein mehr um uns haben; dieses KinderstauneneugierliebeLeben mal 3; das Gefühl, eine kleine Horde zu sein. Nicht gleich, nicht von Anfang an. Nachdem Maus auf der Welt war, konnte ich mir nicht einmal ein zweites Kind vorstellen. Das hat mehr als zwei Jahre angedauert. Als Mäuserich dann bei uns war, konnte ich mir eine Weile noch ein weiteres Kind vorstellen, dann wieder eine Zeit lang nicht mehr. Zwei sind gut. Zwei passen in die vier Zimmer, die wir haben. Zwei Kinder passen zu zwei Elternteilen und zwei Kinder sind auch genug, jetzt kommen doch gerade die kleinen Freiheiten zurück. Zwei Kinder neben unserem Beruf und unseren eigenen …

Du bist da!

Ich liege im schummrig beleuchteten Schlafzimmer und über mir leuchten grüne Sterne. Die Stimmen meiner drei liebsten Menschen dringen über den Flur: „Ich will die Zahnpasta mit dem Monster drauf.“, „Wo ist die Glitzerzahnpasta?“, “ Nein, das ist meine Zahnbürste, Papa, Maus hat meine Zahnbürste genommen.“, „Habe ich gar nicht, das ist doch meine…..“, „Nein, ich will doch die scharfe Zahnpasta….“. Meine Mann bringt die Kinder ins Bett. Meine Kinder, das sind meine große Maus und der kleine Mäuserich. Meine drei liebsten Menschen, sie klingen nach zu Hause und Glück. Mein vierter liebster Mensch liegt mit mir Bauch an Bauch im Bett und saugt genüsslich an meiner Brust. Minimaus ist am 23.10. geboren und gerade 7 Wochen alt. Mit einem lauten Schmatzen löst sie sich von mir und dreht den Kopf mit einem tiefen Seufzer auf die andere Seite. Sie ist satt und eingeschlafen. Ich höre ihren schnaufenden Atem und das manchmal lautere Ächzen im Schlaf. Sie weiß noch nicht viel von dieser Welt und ich weiß noch nicht viel von Minimaus. Sie war bei der Geburt …

simplify your life oder es könnte so einfach sein

Gestern unterhielt sich neben mir in der S-Bahn ein jüngerer Mann mit Dreadlocks (nichts gegen Dreadlocks) mit einer älteren Dame über die Vereinbarkeit. Das hörte sich ungefähr so an: Er: „Ja, das hat ja Methode, dass neuerdings beide Eltern arbeiten sollen. Dann bekommt der Staat ja auch viel mehr Steuern.“ Sie: „Dabei ist es doch schon seit Jahrhunderten üblich, dass die Kinderchen lieber bei der Mutter zu Hause bleiben.“ Er:“Ja genau, damit geht es den Kindern doch auch viel besser.“ Ähm ja, und die Babys bringt der Klapperstorch… Ich schreibe dazu jetzt nichts weiter, denn ich denke, jeder der sich näher mit dem Thema befasst, kann sich solche Dialoge nicht mehr ernsthaft vorstellen.

Von Mutter zu Mutter

  Ich finde Alinas Blog toll, besonders die Beiträge „Von Mutter zu Mutter“ sind eine klasse Idee und der letzte Beitrag vom 14.10. hat mich berührt. Die Situation, die die anonyme Schreiberin dort schildert, beschäftigt mich und meine nunmehr dritte Schwangerschaft scheint mir ein passender Zeitpunkt um aufzuschreiben, wie es mir beim ersten Kind als frisch gebackene Mama so erging: Ich habe mit 33 das erste Kind bekommen und ich muss sagen, es war ein erschütterndes Ereignis. Das unabhängige Leben, wie ich es vorher geführt hatte, war damit für mich überraschend zu Ende. Vielleicht empfinden das nicht alle Mütter so, aber ich fühlte mich trotz der bewussten Familienplanung von einem Tag auf den anderen eingesperrt. Ich war diejenige, die Elternzeit genommen hatte, weil mein Mann selbständig ist und sein Büro nicht einfach ein paar Monate schließen kann. Worauf einen kaum jemand vorbereitet, ist dieses Gefühl der totalen Abhängigkeit. Das Baby war darauf angewiesen, dass ich mich um seine Versorgung kümmere, mein Mann war darauf angewiesen, dass ich mich um das Baby kümmere und ich war …

Die Frage aller Fragen

  „Wann ist es denn soweit?“ Habt ihr die Frage auch schon so oft gehört, dass ihr sie nicht mehr hören könnt? Ich hätte das nie gedacht und in den beiden Schwangerschaften zuvor ist mir das irgendwie auch nicht so ergangen. Aber seitdem meine Maus in der Schule ist, werde ich das nahezu täglich von irgendwem gefragt. Blick auf meinen inzwischen recht ausladenden Bauch und schon rutscht es ihnen über die Lippen: „Wann ist es denn soweit?“. Ich antworte derzeit noch höflich, denn sie wissen ja nicht, wie oft ich das in den letzten Tagen schon gefragt wurde. Aber ich mag die Frage nicht mehr beantworten. Ganz ehrlich. Und woher soll ich eigentlich wissen, wann es soweit ist? Der Wusel kommt ohnehin wann er kommt und ich kann das kaum beeinflussen. Am schönsten sind dann auch die fachmännischen Feststellungen: „Der Bauch hat sich ja schon abgesenkt.“. Ähm nö, der sah die ganze Zeit schon so aus und – laut meiner Hebamme – passiert das beim dritten Kind recht zeitnah und meistens schon in Begleitung mit …