Das Vereinbaren vereinfachen Mehr sein

10 Dinge, die mir im Alltag helfen gelassener zu sein

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In den letzten Monaten habe ich mich viel damit beschäftigt, wie ich es schaffe, entspannter und gelassener durch den Alltag zu kommen. Und wieder mehr bei mir zu sein. Hier ein paar Dinge, die mir gut tun und die für mich funktionieren (eine kleine Fortsetzung meiner Beiträge zum Thema „Das Vereinbaren vereinfachen, die ich vor ca. einem Jahr geschrieben habe…)

1) Ab und zu nicht erreichbar sein

Schon seit einer Weile verschwinde ich öfter mal und mache PAUSE. Hier einen Kaffee in Ruhe genießen, da eine halbe Stunde in der Sonne sitzen, überhaupt eine Mittagspause machen (das habe ich sonst oft ausfallen lassen), auf dem Weg zur Arbeit den Weg durch den Park nehmen oder auf dem Heimweg noch ein paar Minuten zwischen den Bücherregalen im Buchladen verschwinden. Das Handy bleibt am Wochenende außer Sichtweite im Schlafzimmer liegen, und wird nur ab und zu gecheckt (falls es nicht klingelt). Manchmal vergesse ich es dann sogar ganz. Morgens schalte ich das Handy erst eine halbe Stunde nach dem Aufstehen ein. Das macht einen riesigen Unterschied, weil ich dadurch mit den Gedanken und Gefühlen einfach nur bei mir und nicht sofort im Weltgeschehen bin.

2) Meditieren (wann immer es geht)

Ich gehöre leider nicht zu den Menschen, die es schaffen, sich eine Morgen- oder Abendroutine anzugewöhnen. Eine halbe Stunde früher aufstehen, um zu meditieren? Bei mir funktioniert das schon deshalb nicht, weil sich garantiert eins von drei Kindern nicht an meinen Zeitplan hält und doch früher wach wird oder zum Wiedereinschlafen Händchen halten will, während meine Meditationszeit (ab) läuft. Ich habe aber schon Lust darauf, auch wenn ich das mit dem festen Zeitfenster nur schwer umsetzen kann. Deshalb mache ich es einfach dann, wann es passt: In der Mittagspause, auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Rückweg zur S-Bahn, spontan zwischen dem Einkaufen und nach Hause kommen, am Schreibtisch zwischendurch oder doch mal abends, wenn alle Kinder zufällig pünktlich schlafen.

Das ist also meine neue Taktik: Ich habe mir meine Lieblings-Meditationen aufs Handy geladen, die Kopfhörer griffbereit und dann geht es los, wann es gerade passt. Momentan (fast) jeden Tag. Ich meditiere mit Jack Kornfield (Meditation für Anfänger), mit Laura Malina Seiler (im Podcast „Happy, Holy & Confident) oder auch Eva-Maria Zurhorst (aus dem Praxisbuch „Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest“). Die Mitgefühlsmeditation von Marie Mannschatz (aus dem Buch „Buddhas Herzmeditation“) mag ich am allerliebsten. Sie geht mir jedes Mal unter die Haut und zeigt mir, wieviel Nachholbedarf ich doch beim Thema „Selbstmitgefühl“ habe.

3) Sonntagsmomente

Schon für die ganze Woche Abendessen vorzuplanen und einzukaufen klappt bei uns nicht. Abgesehen davon, dass bei uns ohnehin mein Mann kocht und dabei gerne spontan ist. Was mir allerdings Freude macht, ist am Wochenende etwas zu backen. An einem Samstagnachmittag habe ich zum Beispiel mit der Maus Zimtschnecken gebacken. An einem anderen Wochenende gab es Buchteln mit Pfirsichsoße. Überhaupt finde ich es schön, mit der Maus in der Küche zu werkeln. Porridge koche ich auch sehr gerne.  Einfach auf die Schnelle mit geriebenen Äpfeln, Zimt und einem Klecks Marmelade obendrauf. Vielleicht finde ich auch noch meinen Weg zu Suppen oder anderen Dingen, die ich gerne esse, bisher aber ungern koche.

Was ich aber noch lieber mag, ist mir und meinem Körper etwas Gutes zu tun: so etwas wie die Nägel lackieren, mir beim Eincremen extra viel Zeit zu lassen, in meinen Pflegeutensilien zu kramen und mich daran zu erinnern, was alles da ist und benutzt werden will. Und es dann auch benutzen. Eine Gesichtsmaske, ein Peeling… Oder die gesammelten Make-up-Proben wirklich mal testen. Ich fand das alles irgendwie immer Zeitverschwendung. Aber inzwischen spüre ich, wie gut es mir tut, weil ich mich dabei selbst betüddele.

Das funktioniert natürlich nicht nur an Sonntagen.

4) Schreiben, Zeichnen, Collagieren (kreativ sein)

Stifte, Farben, Papier, Bilder – ich liebe diese Dinge und genieße es, damit umzugehen. Und Erlebnisse oder auch einfach nur mich und meine momentane Stimmung damit auszudrücken. Einen Satz, den der Mäuserich gesagt hat, ein Lied, das wir zusammen gehört haben, oder der Urlaub, der uns gut tat. Etwas malen oder nur so daraufloskritzeln, drei Zeilen dazu schreiben, die unsere Freude, Gedanken und Fragen festhalten. Das ist (wieder) mein Hobby geworden.

Mein Lieblingsprojekt ist gerade ein Details-Sketchbook. Ich versuche, jede Woche ein kleines Detail aus meinem Leben zu dokumentieren. Welchen Kaffee trinke ich, was sehe ich, welche Fragen habe ich, welche Zitate mag ich gerade, was sind im Moment die Lieblingssätze meiner Kinder? Was ist in meinem Leben alles da, was beschäftigt mich am meisten, was hat sich vielleicht am Ende einer Woche wie ein roter Faden hindurchgezogen?

Ich mag die Zeit am Schreibtisch, mit einer Tasse Kaffee und meinen Gedanken. Das ist mein Raum. Momente festhalten, Erinnerungen schaffen, Gefühle sortieren. Ich fülle damit meine Skizzenbücher – weit entfernt von perfekt aber mit viel Freude – und ich fülle damit auch mich.

5) Weniger tun (was Mut kostet)

Ein Punkt, der mich immer genervt hat: über die Aufgabenverteilung zu sprechen. Was merkwürdig ist, weil ich es richtig und wichtig finde, das man sich gegenseitig unterstützt. Aber ich lande dabei so schnell in der „Vorwurfsschleife“, was meinen Mann nervt, was auch mich nervt und was uns dann aneinander nervt. Inzwischen weiß ich, dass jeder von uns sein Bestes tut. Und wenn es im Alltag mal nicht rund läuft und ich mich überfordert fühle, liegt es nicht daran, dass einer von uns zu wenig macht und also mehr übernehmen müsste. Sondern das unser Alltag einfach voll ist. Wenn es zu viel wird, mache ich jetzt weniger. Was erst einmal absurd klingt, mir aber dabei hilft, den Druck herauszunehmen, wieder Abstand zu gewinnen und das Wesentliche zu sehen. Ich lebe dann auch damit, dass manches gar nicht gemacht wird oder eben erst sehr viel später. Was mir nicht immer leicht fiel, weil in solchen „Wir können gerade nicht mehr“ – Augenblicken, auch sofort der Gedanke hochkam, wir würden jetzt ganz sicher total verlottern. Was bisher aber nie passiert ist. Im Gegenteil, die neue Einstellung hat zwischen mir und meinem Mann für mehr Entspannung gesorgt und uns gezeigt, dass „nicht so viel tun“ manchmal auch genügt.

6) Früher ins Bett gehen

Seit einer Weile gehe ich abends eine Stunde früher ins Bett. Erstens, damit ich gemütlich eingekuschelt noch etwas zeichnen oder lesen kann, zweitens weil ich dadurch oft auch erst merke, wie müde ich eigentlich schon bin. Dann lege ich alles bei Seite und erlaube es mir, sofort einzuschlafen, anstatt mich noch ewig lange mit Aufräumen, Wäsche legen oder Netflix wachzuhalten. Die Ruhe, mit der ich den Tag dadurch beende, macht mich insgesamt zufriedener und ausgeglichener.

7) Erste Hilfe: Gedichte lesen

Wenn ich mich sehr einstresse, so wie Anfang des Jahres, passiert es mir schnell, dass ich nichts mehr sehe. All das, was großartig ist in meinem Leben, oder all die kleinen, wirklich schönen Dinge, die direkt vor meiner Nase liegen. Dann erscheint mir alles farblos und nervig. Nichts will so richtig funktionieren, am allerwenigsten ich. Was  – so pauschal – natürlich totaler Quatsch ist.

Deshalb setze ich mich dann zwischendurch immer mal wieder zwei, drei Minuten hin und lese Gedichte. Gedichte machen mich glücklich. Sie sind kleine, feine Wortschätze, die sich an meine Seele schmiegen und meinen Blick wieder weiter machen. Danach habe ich das Gefühl, mir selbst Gutes getan und mich mit Schönem aufgefüllt zu haben. Das macht mir (fast immer) ziemlich gute Laune. Und meistens mag ich danach dann auch wieder loslegen.

8) Wollen statt Müssen

Ich hatte einmal sinnngemäß gelesen, dass wir so oft sagen würden: Ich muss nur noch schnell……(die Wäsche aufhängen, einkaufen, dies und jenes machen.) Muss sei so negativ, warum nicht „ich möchte” oder „ich will”? Ganz ehrlich, ich kann den Ansatz verstehen, ihm aber nicht viel abgewinnen, denn manche Dinge will ich nicht machen, sondern muss sie einfach tun. Da hilft es mir wenig, das umzuformulieren. Was mir aber einleuchtet ist, meine Motivation zu hinterfragen, d.h. mir bewusst zu machen, warum ich diese Dinge alle tue. Arbeiten, Wäsche waschen, aufräumen etc. Wenn ich mir klar mache, dass es zum einen für meine Familie ist, dass wir uns wohler fühlen, wenn es aufgeräumt, sauber, warm ist und wenn ich mir dann auch noch bewusst mache, wie schön es für mich ist, diese alltäglichen Dinge zu tun, weil es ja auch ein Zeichen dafür ist, dass alles gut ist. Dann fühlt sich das Müssen schon anders an. Weil die „Pflichten“ nicht nur nervig sind sondern auch bedeuten, dass ich eine Entscheidung getroffen habe, für meine Familie, für das Wohnen in der Stadt, für unser gemeinsames Leben.

9) Erst der Spaß, dann der Nervkram

Nur eine Kleinigkeit, aber: Wenn wirklich nervige Dinge wie ein Berg Wäsche oder der Wohnungsputz zu erledigen sind, ich aber so gar nicht mag, meine Laune in den Keller rutscht und da auch erst einmal nicht wieder rauskommt, dann nehme ich mich ernst und gehe eine Runde spazieren, trinke einen Kaffee, umarme meinen Mann, sehe eine Folge meiner Lieblingsserie oder höre einen Podcast. Momentan „Happy, Holy & Confident“, in dem Empowerment-Coach, Bloggerin und Buch-Autorin Laura Malina Seiler darüber spricht, wie wir klar und fokussiert unsere Ziele verfolgen, wie wir voller Vertrauen auf unsere Träume und Visionen zugehen, wie wir Zweifel und Ängste in Liebe und Verbundenheit verwandeln und wie wir Vertrauen in uns selbst entwickeln. Außerdem (noch immer) „Mindful Growing” von Lea Vogel, (neuerdings) auch „Meditation, Coaching & Life“ von Rapper, Buddhist und Systemischen Coach „Curse“ (Michael Kurth) und „Hotel Matze“ .

Und danach beginne ich mit der Aufgabe. Meistens geht sie mir dann schnell von der Hand und ich wundere mich, warum sie mir eben noch so unüberwindlich schien.

10) Jeden Tag ICH

Lange Zeit hatte sich in mir etwas festgehakt, was mir jemand einmal als Jugendliche vorgeworfen hatte. Dieser Jemand hatte mich damals „egoistisch“ genannt und meinte, dass sich alles nur um mich drehe. Das erschien mir als das schlimmste, womit er mich hätte beschimpfen können, denn im Grunde wollte ich nur ICH sein. Ich weiß nicht mehr,  worum es damals genau ging, aber es hatte etwas mit Grenzen setzen zu tun. Mit dem Vorwurf „egoistisch zu sein“ konnte man mich schon damals  jederzeit aushebeln. Es war wie ein böser Fluch, der viele meiner Vorhaben boykottierte, weil ich auf keinen Fall egoistisch sein wollte.

Bis mich jemand Klügeres aus diesem Fluch erlöste. Mit zwei Fragen. Die erste lautete: „Was ist so schlimm daran, egoistisch zu sein?“ Die zweite Frage lautete: „Würdest Du eine gute Freundin als egoistisch bezeichnen, wenn sie das täte, was du gerade tun möchtest?“.

Oder wie Cheryl Strayed es ausdrückt: „Verkorkste Zeitgenossen werden dir zwar das Gegenteil weismachen wollen, aber Grenzen haben nichts damit zu tun, ob du jemanden liebst oder nicht. Sie sind keine Werturteile, Strafen und auch kein Verrat. Sie sind rein versöhnlicher Natur, die für dich relevanten Grundprinzipien, nach denen du das Verhalten anderer tolerierst, sowie die Reaktionen, die du auf dieses Verhalten zeigst. Grenzen machen anderen begreiflich, wie sie dich behandeln sollen, und dich lehren sie Selbstachtung.“

Seitdem hat das Wort „egoistisch“ seine Kraft verloren. Ich habe begriffen, dass meine Wünsche schwerer wiegen dürfen als die Wünsche anderer. Auch dann, wenn ich deren Wünsche sogar nachvollziehen und verstehen kann. Es sei denn, ich möchte sie erfüllen. Im Alltag bedeutet das, dass ich NEIN sage, wenn ich es so meine, dass ich JA sage, wenn ich es will, und dass ich meinen Alltag danach ausrichten darf, was mir wichtig ist. Das klappt nicht jeden Tag gleich gut, aber immer besser.


Was hilft Dir dabei, besser durch den Alltag zu kommen? Schreibe mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich über Deinen Tipp!

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P.S: Alle gesetzten Links und Empfehlungen sind ein kostenloser Service von mir, unbezahlt und unaufgefordert. 

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2 Comments

  • Reply
    Jennifer P.
    26. März 2019 at 8:34

    Danke für diese Einblicke. Vorallem das mit dem „egoistisch sein“ ist ein interessanter Ansatz, über den ich auch mal näher nachdenken möchte. Ich bin da eher rebellisch unterwegs und habe mir das auch oft anhören können. Dass ich so egoistisch sei, da sich andere so aufopfern und so viel für mich tun. Wahrscheinlich liegt da noch einiges für mich begraben, was es zu ergründen gibt.

    • Reply
      Manuela
      26. März 2019 at 8:54

      Hallo liebe Jennifer,
      ja, das mit dem „egoistisch“ sein ist ja oft nur der Vorwurf anderer, dass man seine Grenzen wahrt und auf sich selbst aufpasst.
      Das ist für andere auch mal unbequem, aber dennoch wichtig.

      LG, Manuela

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